Heiko Butscher gehört zu denen, die über den Tellerrand hinaus schauen, die sich mit der Zeit nach dem Ball intensiv beschäftigen. Auch deshalb hat er im Februar letzten Jahres an der Fernuni Hagen ein Studium begonnen. Im Fach Wirtschaftswissenschaften stehen nun die ersten Klausuren an. Montag um 18 Uhr sitzt er in der Uni Bochum und beschäftigt sich mit der Wirtschafts-Mathematik. Vor dieser Klausur hat der Innenverteidiger vergleichsweise weit weniger

BOCHUM: Wohin geht die Reise von Heiko Butscher?

KSC, Bochum oder Übersee

gp
25. März 2007, 18:40 Uhr

Heiko Butscher gehört zu denen, die über den Tellerrand hinaus schauen, die sich mit der Zeit nach dem Ball intensiv beschäftigen. Auch deshalb hat er im Februar letzten Jahres an der Fernuni Hagen ein Studium begonnen. Im Fach Wirtschaftswissenschaften stehen nun die ersten Klausuren an. Montag um 18 Uhr sitzt er in der Uni Bochum und beschäftigt sich mit der Wirtschafts-Mathematik. Vor dieser Klausur hat der Innenverteidiger vergleichsweise weit weniger "Angst" als vor seiner sportlichen Zukunft.

Denn acht Spiele vor dem Saisonende weiß Butscher noch nicht, wohin seine sportliche Reise geht. Dabei steht noch gar nicht fest, dass er den VfL verlässt. "Es hat zwar ein Gespräch mit Stefan Kuntz gegeben, aber so richtig weiß ich nicht, woran ich bin." Nach RevierSport-Recherchen muss sich der Schwabe allerdings keine großen Sorgen machen, dass er vom Sommer an ohne Profivertrag steht.

Wie wir schon vor Wochen exklusiv berichteten, ist der vermeintliche Erstliga-Aufsteiger Karlsruher SC am Bochumer Abwehrspieler interessiert. Heiko Butscher, mit seinen Kontakten zum KSC konfrontiert, gestand ein: "Ja, ich hatte ein paar gute Gespräche mit Coach Ede Becker, den ich von früher gut kenne. Aber entschieden ist noch nichts. Wohl auch deshalb, weil neben dem Angebot eines Erstligisten auch mehrere Zweitligisten angefragt haben. Doch noch reizvoller erscheint ein Angebot aus Übersee. Zwar nennt Butscher nicht das Land. Aber es wäre für den Fußballer schon eine große Herausforderung, auch wenn der Schritt reiflich überlegt werden muss. Butscher: "Das beschäftigt mich schon sehr."

Dabei würde er lieber heute als morgen in Bochum unterschreiben. "Bei allen Kontakten, Bochum ist mein erster Ansprechpartner. Ich fühle mich hier wahnsinnig wohl. Aber es ist doch mehr als legitim, wenn ich mich jetzt umschaue." Auch wenn der Schwabe zuletzt bei Marcel Koller keine große Rolle mehr spielte, geht kein böses Wort über die Lippen des Innenverteidigers: "Ich habe in Bochum zwei tolle Jahre gehabt, mich kontinuierlich weiter entwickelt. Ich bin dem Team, dem Verein und auch dem Trainer sehr dankbar. Auch wenn es zuletzt für mich nur noch unbefriedigend war und ich mir das alles ein wenig anders vorgestellt habe."

Und so trainiert Heiko Butscher konzentriert in der Hoffnung, der Mannschaft im Endspurt vielleicht doch noch helfen zu können. Denn, so sagt der Volksmund, unverhofft kommt oft. So vor dem Wolfsburg-Spiel. Heiko Butscher: "Ich hatte am Tag vor der Abreise meine kompletten Sachen vergessen, weil ich bei meiner Freundin übernachtet hatte. Die hat schon geflachst, ob ich denn bereits aufgegeben hätte, weil ich ohne Sachen komme. Ich bin dann in aller Frühe nach Hause gefahren, habe mein Reisezeug geholt und, kaum war ich in der Kabine, erfahren, das Marcel Maltritz krank ist und ich erstmals wieder im Kader bin."

Während seine Team-kollegen an diesem Wochenende alle unterwegs in ihre Heimat waren, büffelte Student Heiko Butscher Wirtschaftsmathematik. Denn eines wissen auch die VfL-Fans: Der Schwabe ist verdammt ehrgeizig.

Autor: gp

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