Ministerpräsident Silvio Berlusconi will den italienischen Profi-Fußball mit Gehaltsobergrenzen retten. Außerdem soll den Klubs per Regierungsbeschluss gestattet werden, ihre Steuerschulden in Raten abzuzahlen.

Gehaltsobergrenze soll Italiens Fußball retten

br
24. März 2004, 13:52 Uhr

Ministerpräsident Silvio Berlusconi will den italienischen Profi-Fußball mit Gehaltsobergrenzen retten. Außerdem soll den Klubs per Regierungsbeschluss gestattet werden, ihre Steuerschulden in Raten abzuzahlen.

Mit der Einführung eines sogenannten "Salary Caps" nach Vorbild US-amerikanischer Ligen will die Regierung des Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi die finanziell schwer angeschlagenen italienischen Profi-Fußballklubs sanieren. Die Einführung von Gehaltsobergrenzen sowie Beschränkung der Kadergrößen sind Teil des Dekrets, dass das Kabinett voraussichtlich am Donnerstag verabschieden wird. Laut des Regierungsbeschlusses soll den Vereinen in den kommenden fünf Jahren außerdem ermöglicht werden, ihre Steuerschulden in Raten abzuzahlen. Die Klubs der Serie A und B schulden den Staatskassen insgesamt 510 Millionen Euro.

Gehälter nur maximal 60 Prozent des Umsatzes

In Zukunft sollen laut Europaminister Rocco Buttiglione die Ausgaben für die Spielergehälter nicht mehr als 60 Prozent des Klubumsatzes ausmachen dürfen. Zusammen mit Regierungschef Silvio Berlusconi hat er das umstrittene Dekret ausgearbeitet. Berlusconi ist als Präsident des AC Mailand auch persönlich stark an einer Rettung des italienischen Profifußballs interessiert.

Rettungsplan stößt auch auf Widerstand

Gegen den Rettungsplan rührt sich allerdings starker Widerstand, selbst innerhalb der Regierungskoalition. "Die italienischen Klubs hatten Zeit genug, ihre Schulden beim Fiskus abzuzahlen. Es gibt keinen Grund, warum man ihnen helfen sollte", meinte Arbeitsminister Roberto Maroni von der Lega Nord.

Der selben Meinung sind die Oppositions-Parteien: Es sei ein Skandal, dass der Staat für die Schulden verschwenderischer Klubs aufkommen müsse, während Hunderte von Unternehmen in einer tiefen Konjunkturkrise stecken. In einer vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos durchgeführten Umfrage lehnten 53 Prozent der Italiener das Dekret ab. 74 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Klubchefs für die Sanierung der Vereine verantwortlich sein sollten. Die Sanierungskosten sollten nicht auf dem Staat lasten.

Autor: br

Kommentieren