Selten wurde ein Unentschieden auf heimischem Boden von den Düsseldorfern derart ausgelassen gefeiert wie das 1:1 gegen Dynamo Dresden am vergangenen Samstag.

DÜSSELDORF: "Bin inzwischen halber Deutscher"

Canale will Magdeburger Präsident warten lassen

09. März 2007, 09:17 Uhr

Selten wurde ein Unentschieden auf heimischem Boden von den Düsseldorfern derart ausgelassen gefeiert wie das 1:1 gegen Dynamo Dresden am vergangenen Samstag. "Das hatten wir uns aber auch redlich verdient", merkt Guiseppe Canale an. "Deshalb haben wir das Remis auch wie einen Sieg bejubelt." Dennoch war bei weitem nicht alles gut, was die Fortuna gezeigt hat.

Auch "Pino" bestätigt: "Man muss das Negative ebenfalls ansprechen. Nach dem Dresdner Platzverweis haben wir nicht mehr entschlossen über die Außen gespielt, sondern zu viel mit langen Bällen operiert. Außerdem hätten wir mehr aus unseren zahlreichen Möglichkeiten machen müssen." Nur gut, dass Denis Wolf doch noch der späte Ausgleich gelang. "Ich saß mit Jörg Albertz auf der Bank und wir haben uns gegenseitig gesagt, das Ding muss doch endlich reingehen. Daher haben wir uns nachher auch riesig gefreut", betont Canale, der wahrscheinlich immer noch von Dresdens Keeper Oliver Herber Albträume hat. "Das ist der eigentliche zweite Torwart von denen. Unglaublich, was er alles rausgefischt hat. Er hat wohl das Spiel seines Lebens gemacht."

Doch jetzt gilt es nach vorne zu gucken, der 1. FC Magdeburg wartet auf die Landeshauptstädter. "Das wird auch wieder eine ganz schwierige Partie. Die haben jetzt ein neues Stadion und ihnen ist dort noch kein Treffer gelungen. Der Präsident hat wohl demjenigen, der das erste Tor erzielt, eine Dauerkarte auf Lebenszeit versprochen. Er muss leider noch zwei Wochen warten, am Samstag wird er es nicht zu sehen bekommen", zwinkert der Belgier.

"Wir müssen vor allem auswärts mal wieder dreifach punkten. Mit diesen Unentschieden kommt man nicht so richtig weiter." Denn bereits acht Mal trennten sich die Fortunen mit einer Punkteteilung vom Gegner. "Wenn wir weiter ganz oben mitmischen wollen, müssen wir unsere Remis jetzt wieder einstellen und mit dem Siegen weitermachen. Auch wenn man gegen Dresden nach der Begegnung ein ganz anderes Gefühl hatte als in Erfurt."

Das denkt sich wohl auch Trainer Uwe Weidemann, der nach wie vor außer Gefecht ist. Die Ärzte haben bei dem Coach eine Nasennebenhöhlen-Entzündung festgestellt, die gegebenenfalls sogar operiert werden muss. Bis zum Ende der Woche leitet sein Assistent Uwe Klein das Training, der dafür seinen DFB-Lehrgang unterbricht. "Es ist aber genauso wie sonst. Wir haben in den letzten Einheiten richtig gut gearbeitet. Man hat im Grunde nicht gemerkt, dass Uwe Weidemann gefehlt hat", berichtet Canale, der derzeit auch auf seine Kameraden Tim Kruse, Marcel Podszus, Jens Langeneke, Markus Anfang und Henri Heeren verzichten muss.

"Natürlich ist das ärgerlich, man konnte aber auch sehen, dass auch diejenigen, die hinten dran sind, ihre Sache am Samstag wieder sehr ordentlich gemacht haben."
Der kleine Mittelfeld-Regisseur pendelt nach wie vor zwischen seiner belgischen Heimat und Düsseldorf. "Die letzten beiden Tage habe ich wieder bei Ahmed Cebe gepennt. Gestern haben wir uns die Champions League angesehen. Ich habe natürlich dem FC Bayern die Daumen gedrückt, schließlich bin ich inzwischen halber Deutscher", lächelt Canale, auf den am Sonntag auch zuhause ein fußballerischer Leckerbissen wartet.

"Ich schaue mir das Spitzenspiel zwischen Tabellenführer RS Genk und dem Zweiten RSC Anderlecht an. Normalerweise gilt die ganze Freizeit meiner Familie, aber dafür habe ich mir die Erlaubnis meiner Frau geholt. Sie wird mich auch begleiten und wir lassen unser beiden Kinder bei meinen Eltern."

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