Schiebung gehört zum
Fußball wie Lederball

SV SODINGEN: Golicki und Sadin vor dem Abflug

01. Februar 2005, 11:45 Uhr

Schiebung gehört zum
Fußball wie Lederball"

SV SODINGEN: Golicki und Sadin vor dem Abflug
"Schiebung gehört zum
Fußball wie Lederball"
Herne (RS).
Die neuestens Erkenntnisse im Schiedsrichter-Skandal um Robert Hoyzer schocken die Öffentlichkeit. Nicht aber den "alten" Trainer-Fuchs Jürgen Wellmann. Der Coach des SV Sodingen ist seit rund 30 Jahren im Geschäft, hat fast alles erlebt. "Die Höhe der Zuwendungen spielen doch keine Rolle", kommentiert Wellmann nüchtern. "Manipulationen hat es schon immer gegeben. Früher ging es um eine Kiste Bier, heute um Euro-Millionen."

Der 56-Jährige verfügt selbst über persönliche Erfahrungen. "Ich habe einmal gesagt, dass im Abstiegs-Kampf geschoben wird. Ich musste mich damals sofort vor der Verbandsspruchkammer verantworten", erinnert sich Wellmann. "Das Gremium bestand aus Herrschaften zwischen 70 und 85 Jahren. Als die mich fragten, ob ich konkrete Sachen wüsste, habe ich nur gelacht und bin gegangen. Jeder weiß doch, dass Spiele auch verkauft werden. Schiebung gehört zum Fußball wie der Lederball."
Wellmann, bekannt für seine offene Art, nimmt auch im Bezug auf sein Team kein Blatt vor den Mund.
Die Langzeitverletzten Dennis Golicki (Versenspron) und Erdil Sadin (Muskelfaserrisse im Oberschenkel) lösen bei Wellmann Unverständnis aus. "Erdil hat seit Jahren Probleme, wird nie richtig fit. Wir müssen uns zusammen setzen und entscheiden, ob es überhaupt mit ihm weitergeht." Wellmann zu Golicki: "Ich bin sehr skeptisch, ob er noch einmal zurück kommt. Zum einen neigt er zu Übergewicht. Zum anderen hat er nicht die richtige Einstellung. Es gibt Akteure, die mit einer Verletzung zwei Wochen pausieren, andere benötigen für die gleiche Blessur fünf Monate. Auch bei ihm fürchte ich um eine weitere Zusammenarbeit."

Während die Youngster Christian Pflüger, Andreas Kluy, Maik Stocker und Murat Köker noch längerfristig an den SV gebunden sind, laufen momentan die Gespräche mit dem aktuellen Kader sowie potenziellen Neuzugängen. "Aber das darf die Jungs nicht interessieren, denn wir müssen uns auf das Derby gegen die Westfalia vorbereiten. Wer weiß, wie lange es diesen Schlager noch geben wird", spielt Wellmann auf die finanzielle Schieflage des SCW an: "Allen Clubs geht es nicht gut, aber den Schloss-Herren anscheinend am bescheidensten." tr

BU
Nimmt kein Blatt vor den Mund: Sodingens Coach Jürgen Wellmann

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