Wer sich am Sonntag das Spitzen-Duell zwischen Germania Gladbeck und Westfalia Herne angeschaut hat, war verwundert. Aber nicht die Geschehnisse auf der Asche sorgten für Aufregung. Vielmehr die

GLADBECK: Nach "Bikern" nun "Fremdenlegionäre"?

tr
14. Oktober 2004, 11:08 Uhr

Wer sich am Sonntag das Spitzen-Duell zwischen Germania Gladbeck und Westfalia Herne angeschaut hat, war verwundert. Aber nicht die Geschehnisse auf der Asche sorgten für Aufregung. Vielmehr die "dunklen Gestalten", die am "Krusenkamp" für Ordnung sorgten.

Wer sich am Sonntag das Spitzen-Duell zwischen Germania Gladbeck und Westfalia Herne angeschaut hat, war verwundert. Aber nicht die Geschehnisse auf der Asche sorgten für Aufregung. Vielmehr die "dunklen Gestalten", die am "Krusenkamp" für Ordnung sorgten. Eine 25 Mann starke "Bikertruppe", die "Freeway Riders", sorgten in ihren Kutten für einen reibungslosen Ablauf des Revier-Derbys. "Die sind bei uns immer für Sicherheit zuständig", war nur das große Aufgebot für Gladbecks Co-Trainer Guido Naumann, der den Kontakt zu der Gruppe herstellte, etwas Besonderes.

"Sonst haben wir fünf Mann, beziehungsweise drei Männer und zwei Frauen, im Einsatz. Aber dieses Duell gehörte einer anderen Kategorie an, so dass wir aufgerüstet haben", erklärt Naumann und kann die internen Querelen und Rücktritte nicht verstehen. Jürgen Walkowitz (stellvertretender Vorsitzender des Gesamtvereins), trat aufgrund des "fragwürdigen Erscheinungsbildes" der Biker bereits im Vorfeld der Partie zurück, Heinz und Monika Jasiak (Kassierer der Fußball-Abteilung) legten ihr Amt nach dem Match wegen Streitigkeiten mit der Gruppe nieder. "Man hat doch in der letzten Saison bei Buer gegen Erkenschwick gesehen, was passiert, wenn nur zehn Rentner als Ordner fungieren - dann knallt's. Wir haben noch nicht einmal Zäune. Bei uns ist trotz 800 Zuschauern nichts passiert." Der Ex-Remscheider berichtet weiter: "Es wurde gegen die Westfalia auch kein Flaschenbier, sondern nur in Plastikbecher ausgeschenkt."

Anders als in der Lokalpresse verbreitet haben die "Freeways" keine Reichskriegs-Fahne auf ihre Jacken gestickt. "Es ist nachgewiesen, dass es ein Herne-Fan war", distanziert sich Naumann von den Anschuldigungen. "Zudem überlegen die 'Freeways', rechtliche Schritte gegen die Zeitung einzuleiten. Die haben einen Anwalt in ihren Reihen."

Naumann steht voll hinter dieser Maßnahme. Natürlich sehen sie furchterregend aus. Aber zum einen halten sie sich nur im Hintergrund auf. Zum anderen wollen wir diesen Effekt. Der Erfolg gibt uns recht. Hagen und Hordel haben bereits angefragt, ob sie die Jungs auch haben könnten." TuS-Manager Jörg Versen weiß davon aber nichts: "Ich finde es schade, wenn man immer einen oben drauf setzen will. Wenn beispielsweise die Herner noch brutaler auftreten, was ist dann? Werden dann Fremden-Legionäre engagiert?" Naumann schüttelt den Kopf: "Es ist wie im Fußball. Nur das Ergebnis zählt. Wenn etwas passiert wäre, hätten uns alle verurteilt. So ist es ruhig geblieben und es gibt immer noch Leute, die meckern. Das verstehe ich nicht." Hernes Trainer Frank Schulz zuckt nur mit den Schultern: "Ich fand die Zahl von 25 Mann schon sehr erschreckend, aber es ist nichts geschehen, wir sind vernünftig behandelt worden. Aber das unsere Anhänger vor dem Match als 'Pöbler' bezeichnet wurde, stört mich. Jeder Verein ist doch froh, wenn wir mit unseren Fans kommen. Da werden die Kassen richtig gefüllt."

Bleibt die Frage, ob ein Aufgebot von "Rockern" mehr der Abschreckung oder Provokation dient? Nach dem ersten Einsatz gilt wohl das Erste.

Autor: tr

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