Das Wechsel-Hick-Hack nervt. Neun Spieler meldeten sich in Sundern ab, zwei kommen nun wieder zurück. Und das, obwohl sie eigentlich schon bei anderen Vereinen zugesagt hatten. Ein Bericht über Chaos und Ärgernisse.

SUNDERN/OESTRICH/HERNE: Transferchaos und Vorstands-Kritik

hg / tr
09. Januar 2004, 11:00 Uhr

Das Wechsel-Hick-Hack nervt. Neun Spieler meldeten sich in Sundern ab, zwei kommen nun wieder zurück. Und das, obwohl sie eigentlich schon bei anderen Vereinen zugesagt hatten. Ein Bericht über Chaos und Ärgernisse.

Das Wechsel-Hick-Hack nervt. Sunderns Trainer Marco Szczygiel kann über das Chaos der letzten Wochen nur noch lachen: "Wir sind der ideale Zeitvertreib in der Winterpause. Ständig gibt es von uns Schlagzeilen."
In der Tat. Sundern deformiert sich selbst. Die Fakten: Neun Spieler haben sich beim TuS abgemeldet, Gehälter konnten nicht gezahlt werden, von Auflösungs-Erscheinungen war die Rede.

Jetzt aber die Kehrtwende: Einige "Flüchtlinge" sollen nach ihrem Abgang wieder zurück geholt werden. "Die Jungs haben einfach schlechte Berater", stellt Verwaltungsrat-Mitglied Ferdinand Pott klar: "Die meisten denken, sie können ablösefrei wechseln. Aber wir lassen niemanden umsonst gehen." Übersetzt: Ohne die Zustimmung des abgebenden Klubs kann kein Akteur Sundern ohne Auslöse verlassen. Folglich setzten die Verantwortlichen den frei bestimmbaren Betrag derart hoch, dass Herne oder Oestrich nicht bereit sind, die Rechnung zu begleichen. Damit müssten sich die Wechselwilligen wieder dem TuS anschließen.

Doch der Verein will längst nicht alle "Abtrünningen" wieder aufnehmen. Denn durch die gesparten Bezüge und externen Spenden konnte das finanzielle Überleben bis zum 30. Juni gesichert werden. Am kommenden Montag sollen die "Rückkehrer" präsentiert werden. Wie RevierSport bereits jetzt erfuhr, handelt es sich lediglich um zwei Akteure: Goalgetter Christian Spielmann (Oestrich) und Michael Erzen (Herne).
SCW-Trainer Frank Schulz ist erstaunt über die neue Situation: "Das ist ärgerlich. Wir wollen Michael sehr gerne haben und sind auch davon ausgegangen, dass wir ihn umsonst bekommen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir für ihn bezahlen werden." Der Coach grantelt weiter: "Gerade im Amateur-Bereich sollten sich die Vereine eigentlich an ihre Zusagen halten. Es ist traurig, dass Sundern so reagiert." Keine Probleme hat der SCW mit der Freigabe des Sundern-Duos Benjamin Bresser und Thorsten Garbe. "Benjamin hat es sich schriftlich bestätigen lassen", berichtet Schulz. Und Garbe dürfte beim Tabellen-Dreizehnten wohl unter die Kategorie "nicht mehr erwünscht" eingestuft werden.

In Oestrich ist man über den Verlauf noch gar nicht informiert. Rainer Schmitt, erster Vorsitzender der Sportfreunde, hat erst durch RS von der Ablöse erfahren: "Die Info ist mir neu. Ich bin davon ausgegangen, dass Spielmann für uns auflaufen wird." Mit hochrotem Kopf poltert der Funktionär weiter: "Wir haben ihn fest eingeplant, deshalb haben wir Dominik Buchwald auch nach Schwerte ziehen lassen. Die können aber maximal 2.500 Euro von uns fordern und nicht irgendeine utopische Summe nennen. Ob wir diese allerdings bezahlen, steht auf einem anderen Blatt."
Zurück zum TuS: "Wir hatten eine Sitzung", erklärt Szczygiel die Entwicklung: "Dort habe ich gemerkt, dass die Spieler längst nicht aufgegeben haben. Ich mache Erzen und Spielmann auch keine Vorwürfe, schließlich habe ich auch selbst zwischenzeitlich daran gedacht, die Brocken in Sundern hinzuwerfen. Bei den vielen Abmeldungen fühlte ich mich im Stich gelassen."

Einziger Vorwurf, den sich der Physiotherapeut im Zuge der ganzen Ereignisse während der Winterpause macht: "Wir hätten früher reden sollen. Dann wäre uns einiges erspart geblieben. Doch der Vorstand sah scheinbar keinen Grund dazu."
Deshalb wird in Sundern auch offen über die Neuwahl des Gremiums gesprochen. "Wir wollen seriöse Leute aus unserem Umfeld", greift Pott die amtierende Führungs-Etage an und ergänzt: "Es ist ein wesentlicher Aspekt für die Zukunft des Vereins, dass wir endlich fähige und kompetente Leute im Vorstand sitzen haben."

Autor: hg / tr

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