SSV BUER: „Panzer und die GSG 9“

hb
14. November 2003, 09:38 Uhr

Es war ein Spiel, das die Beteiligten wohl ihr Leben lang nicht vergessen werden. Beim Duell der SSV Buer gegen die SpVg Erkenschwick gab es am vergangenen Sonntag Jagdszenen, die Fragen nach dem Sinn des Fußball-Sports aufwerfen.

Es war ein Spiel, das die Beteiligten wohl ihr Leben lang nicht vergessen werden. Beim Duell der SSV Buer gegen die SpVg Erkenschwick gab es am vergangenen Sonntag Jagdszenen, die Fragen nach dem Sinn des Fußball-Sports aufwerfen. „So etwas habe ich noch nicht und will ich auch in Zukunft nie wieder erleben“, zeigt sich Buers Vorsitzender Norbert Bauer auch vier Tage nach den schrecklichen Ereignissen an der „Löchterheide“ schockiert.

Was war geschehen? Kurz vor dem Ende der Partie sprach Schiedsrichter Volker Wilde aus Herne den Gästen einen Elfmeter zu, verwies zudem Buers Badr Batale wegen einer Tätlichkeit des Feldes. Nachdem Erkenschwicks Harry Schulze zum 1:1 verwandelt hatte, brach auf den Rängen das Chaos aus. Die SpVg-Fans bestürmten die Bueraner Ersatzspieler, von denen einer mit einem Stuhl nach dem tobenden Volk warf. „Das war so, das will ich gar nicht abstreiten. Aber unsere bösen Spieler sollen die lieben Erkenschwicker Fans provoziert haben. Da kann ich nur lachen“, fasst sich Bauer an die Stirn. „Die standen direkt hinter unserer Ersatzbank, die Jungs haben sich nur gewehrt. Einer von denen hat nachher sogar zu Protokoll gegeben, der mit der Nummer neun hätte den Stuhl geschmissen. Das ist Selim Yücel, der zu der Zeit auf dem Feld stand“, empört sich Bauer. „Diese Leute sind einschlägig bekannt. Deshalb habe ich schon Tage vor dem Spiel die Gelsenkirchener Polizei benachrichtigt“, geht Bauer der Name „Schwarz-Rote Ruhrpottmonster“ mit einem Schaudern über die Lippen.

Als die Schlägereien eskalierten, waren die vorhandenen Beamten und die wenigen ehrenamtlichen Kräfte schnell überfordert, mussten fünf weitere Streifenwagen ausrücken. „Wir stellen da keine abgewrackten Rentner hin, sondern schon Leute wie den Polizisten Klaus Pinkus, der für Ordnung sorgen kann. Das nächste Mal fordere ich die GSG 9 an und stelle ein paar Panzer da hin“, flüchtet sich Bauer in Sarkasmus.

In seiner Erregung überlegt Bauer nun, auf das Rückspiel am Stimberg zu verzichten. „Nicht nur die Mannschaft und ich, sondern vor allem die Eltern der jungen Spieler hatten richtig Angst. Man kann sich doch jetzt schon ausmalen, was uns da in fünf Monaten erwartet“, möchte der Funktionär in nächster Zeit das Gespräch mit den Erkenschwicker Verantwortlichen suchen. Können diese die Sicherheit der Bueraner nicht gewährleisten, kann Bauer sich vorstellen, „dass wir da nicht antreten werden.“

Autor: hb

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