Lehmann kämpft bei seinen Fans um Anerkennung

dit
15. Januar 2004, 11:24 Uhr

Jens Lehmann hat es bei seinem Klub FC Arsenal weiterhin schwer, sich Akzeptanz bei seinen Fans zu verschaffen. "Ich bin ein schwieriger Spieler, den man nicht so mag", sagte er in einem Interview.

"England-Legionär" Jens Lehmann hat es schwer, sich in die Herzen der Fans seines derzeitigen Kubs FC Arsenal zu spielen. Der National-Torhüter, der derzeit in der englischen Premier-League zwischen den Pfosten steht, kämpft weiter um Akzeptanz in der Öffentlichkeit. In einem Interview mit den Ruhr-Nachrichten sagte der Ex-BVB-Profi: "Ich bin ein arroganter Fußballer. Ein schwieriger Spieler, den man nicht so mag. Das ist bei mir so drin. Damit wird man zwar kein Publikumsliebling, aber überall, wo ich gespielt habe, haben wir gute Abwehrarbeit geleistet. Da habe ich meinen Teil beigetragen. Es ist mein Weg, erfolgreich zu spielen."

So fiel er auch kurz vor dem Jahreswechsel negativ auf der Insel auf. Lehmann wurde vom englischen Verband FA wegen unsportlichen Verhaltens angeklagt. Der Vize-Weltmeister hatte nach dem Liga-Spiel beim FC Southampton (1:0) am 29. Dezember dem gegnerischen Stürmer Kevin Phillips den Ball von hinten an den Körper geworfen.

Lehmann fühlt sich in London wohl

Sportlich läuft es bei Lehmann aber ansonsten rund. Mit den "Gunners" aus Highbury ist er Tabellenzweiter der Premier League, nur einen Punkt hinter Meister Manchester United. In 21 Spielen wurde Lehmann nur 14 Mal bezwungen, und sein Team ist immer noch ungeschlagen. Außerdem steht die Elf von Teammanager Arsene Wenger im Achtelfinale der Champions League, als die Londoner mit einer tollen Aufholjagd in den letzten Gruppenspielen doch noch die Qualifikation für die Runde der letzten 16 schafften.

Der gebürtige Essener ist begeistert von der Qualität und vom Potenzial, aber auch vom Umgang bei Arsenal: "Wir haben eine fantastische Truppe. Selbst die großen Stars wie Thierry Henry und Patrick Vieira sind sehr nett, sehr kollegial. Der Teamgeist ist sehr groß."

Anspruch auf ersten Platz in der Nationalelf

Sorgen könnte Lehmann somit nur sein Status als Dauer-Nummer-zwei hinter Kapitän Oliver Kahn in der deutschen Nationalmannschaft bereiten. Allerdings meldet der Ex-Borusse Ansprüche auf einen Stammplatz ausgerechnet bei der Euro 2004 in Portugal (12. Juni bis 4. Juli) an. Lehmann: "Ich habe gesagt, dass ich gerne bei der EM spielen möchte. Und ich bin auch überzeugt, dass ich dort im Tor stehe. Ob es wirklich so kommt, weiß ich nicht. Aber wenn ich die Absicht dazu nicht hätte, hätte ich meinen Beruf verfehlt."

Autor: dit

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