Knapp 30 verletzte Polizisten beim Pokalspiel zwischen Lok Leipzig und Erzgebirge Aue II. Spiele vor leeren Rängen in Italien, wegen Gewaltorgien einiger unverbesserlicher Hooligans. Die Aufzählung könnte wohl beliebig lang fortgesetzt werden. Nicht nur zuschauen, sondern handeln, lautet die Devise beim Bezirksligisten VfB Waltrop. Auf Anregung von Manfred Wilhelm, erster Vorsitzender beim VfB, zieren seit einiger Zeit drei Plakate mit der Aufschrift

Waltrop: VfB kämpft mit Plakaten gegen die Gewalt auf Fußballplätzen

„Es ist doch nur ein Spiel“

Thomas Ziehn
20. Februar 2007, 13:21 Uhr

Knapp 30 verletzte Polizisten beim Pokalspiel zwischen Lok Leipzig und Erzgebirge Aue II. Spiele vor leeren Rängen in Italien, wegen Gewaltorgien einiger unverbesserlicher Hooligans. Die Aufzählung könnte wohl beliebig lang fortgesetzt werden. Nicht nur zuschauen, sondern handeln, lautet die Devise beim Bezirksligisten VfB Waltrop. Auf Anregung von Manfred Wilhelm, erster Vorsitzender beim VfB, zieren seit einiger Zeit drei Plakate mit der Aufschrift "Gewalt auf Sportstätten - nicht mit uns!" die Banden des Waltroper im Waldstadion.

Anlass war die mehrwöchige Sperre eines VfB-Spielers wegen Schiedsrichterbeleidigung. „Ich konnte diese Aktion unseres Spielers einfach nicht gutheißen. Hinzu kamen noch die Vorkommnisse bei unserem Hallenturnier. Da mussten sich etliche Schiedsrichter Sprüche gefallen lassen, die ich hier nicht wiederholen möchte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich die Plakataktion bereits im Kopf und wenig später haben wir den Plan in die Tat umgesetzt“, erinnert sich der 67-jährige Rentner und ergänzt: „Die großen Transparente sind so aufgehängt, dass die Spieler immer wieder die Aufschrift lesen.“

Stolz ist Manfred Wilhelm darauf, dass alle Gästemannschaften die Aktion positiv aufgefasst haben. „Ich habe noch keinen getroffen, der unsere Banner nicht gut gefunden hat. Auch aus unserer eigenen Mannschaft kam nur positive Resonanz“, so der VfB-Boss. Eine Diskussion über Sinn oder Unsinn der Plakate lässt Wilhelm nicht aufkommen. „Ich weiß nicht genau, ob es an dem Schriftzug liegt, aber seitdem die Plakate da sind, ist auf unserem Sportplatz nichts mehr passiert“, freut sich Wilhelm.

Seit knapp acht Jahren führt Manfred Wilhelm die Geschicke des VfB Waltrop. Nicht ohne Sorge blickt er in die Zukunft. „Mir sind in der Vergangenheit bei vielen Spielen Dinge aufgefallen, die mit Fußball nichts mehr zu tun haben. Das Ganze nimmt teilweise maßlose Züge an. Bei den Spielern treten häufig ungeheure Aggressionen gegen Schiedsrichter und Gegenspieler auf. Ich habe meinen Jungs gesagt, dass sie sich nur auf den Ball konzentrieren sollen. Alle sollten sich wieder daran erinnern, dass Fußball nur ein Spiel ist“, fordert Manfred Wilhelm.

Autor: Thomas Ziehn

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