Die Iserlohn Roosters haben ihre Talfahrt gestoppt und nach sechs sieglosen Spielen mit dem 3:2-Heimerfolg über den ERC Ingolstadt wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Innerhalb von 16 Sekunden schossen sie sich mit einem Doppelschlag nach einem 0:2-Rückstand aus der Depression.

ISERLOHN ROOSTERS – Doppelschlag sorgt für die ersehnte Wende

05. Januar 2007, 11:29 Uhr

Die Iserlohn Roosters haben ihre Talfahrt gestoppt und nach sechs sieglosen Spielen mit dem 3:2-Heimerfolg über den ERC Ingolstadt wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Innerhalb von 16 Sekunden schossen sie sich mit einem Doppelschlag nach einem 0:2-Rückstand aus der Depression.

Die Iserlohn Roosters haben ihre Talfahrt gestoppt und nach sechs sieglosen Spielen mit dem 3:2-Heimerfolg über den ERC Ingolstadt wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Innerhalb von 16 Sekunden schossen sie sich mit einem Doppelschlag nach einem 0:2-Rückstand aus der Depression. Ob damit auch die Krise beendet ist? Das Wochenende mit den beiden Auswärtsaufgaben in Straubing und Frankfurt wird die Antwort geben.

Und mit dem 3:2 endete eine weitere Negativserie: 17 Spiele lang war Michael Wolf ohne Torerfolg, gegen Ingolstadt konnte er wieder jubeln. Nur 16 Sekunden nach dem Anschlusstor durch Robert Hock war der Stürmer zur Stelle. Keine Frage: Dieses Tor wirkte wie ein Befreiungsschlag. Denn nach den Gästetreffern durch Christoph Melischko und Glen Goodall, die mit freundlicher Unterstützung der Hausherren zustande kamen, hätte wohl kaum einer der knapp 3.100 Zuschauer noch einen Pfifferling gegeben. Doch als der IEC eine 3:5-Unterzahl überstand und den Doppelschlag folgen ließ, war alles wieder gut. Wie befreit trumpften die Hausherren nun auf und wirbelten die favorisierten Gäste durcheinander. Spektakulär fiel dann der Siegtreffer durch einen irren Unterzahlkonter, bei dem Colliin Danielsmeier uneigennützig auf Brad Purdie passte und dieser den nicht sonderlich souverän wirkenden Jimmy Waite überwand. Diesen Vorsprung ließen sich die sehr konzentriert aufspielenden Roosters nicht mehr aus der Hand nehmen. "Das war ein gutes und sehr enges Spiel. Wir hatten viel Respekt vor Ingolstadt. Wir haben endlich einen Weg gefunden, dass drei Tore zum Sieg reichen. Nach der überstandenen 3:5-Unterzahl haben wir mit mehr Biss gespielt und die Tore gemacht", zeigte sich Iserlohns Coach Geoff Ward erleichtert.

Auch bei den Spielern war angekommen, wie bedeutsam dieses Match ist. Ward verdeutlichte das nach der Partie am Beispiel von Michael Wolf. "Er hat sich durchgebissen und war erfolgreich. Daran sieht man, dass auch ein Spieler ein Team mitreißen kann", lobte der Roosters-Coach.

Vor der Begegnung wurde aber die Bedeutungslosigkeit von Sieg und Niederlage deutlich, als Roosters-Kapitän Erich Goldmann seinem ERC-Kollegen Glen Goodall Genesungspräsente der Roosters und der Fans für den erkrankten Ingolstädter Coach Ron Kennedy überreichte. "Ich möchte mich im Namen der Mannschaft bedanken", freute sich Trainer Jamie Bartman über diese Geste der Sauerländer, aber weniger über den Auftritt seines Teams: "Wir hatten einen guten Start und haben ein Geschenk bekommen, was wir leider auch wieder zurückgegeben haben. Wir haben nur 26 Minuten mit Schwung gespielt. Bei uns fehlten Wille und Kampfgeist. Das war am Ende der Unterschied."

Die Roosters stehen morgen in Straubing wieder vor einer hohen Hürde, zumal sie erneut dezimiert antreten müssen. Denn Kapitän Mark Greig fällt nach einem Mittelfußbruch rund sechs Wochen aus, Matthias Potthoff spielt bei der U20-WM in Schweden. Wieder dabei ist der entsperrte Kirk Furey.

Und erstmals am Start sein soll der Anfang der Woche verpflichtete Torwart Petr Franek. Der 31-Jährige von Slavia Prag, der unter anderem eine Saison in Nürnberg DEL-Erfahrung sammelte, soll Nationalkeeper Dimitrij Kotschnew entlasten, der bislang alle DEL-Partien des IEC bestritten hat. "Franek ist uns immer wieder empfohlen worden", begründete Geoff Ward die Entscheidung für den Tschechen, der sich auch für die kommende Saison empfehlen kann. Ob Kotschnew eine weitere Serie in Iserlohn bleibt, ist damit ungewiss, Hamburg soll Interesse haben. Definitiv ist unterdessen die Vertragsauflösung mit Leo Conti. Der Keeper wechselt vermutlich zum EV Ravensburg in die Oberliga.

Kein Thema ist hingegen Lasse Kopitz. Der Nationalverteidiger aus Köln mit Wohnsitz im Iserlohner Stadtteil Letmathe und Schwiegersohn des Roosters-Gesellschafters Georg Böhm, war zuletzt Objekt etlicher Gerüchte. "Es wäre schön, aber Lasse ist nicht zu finanzieren", erklärte Manager Karsten Mende zu den Spekulationen, Kopitz sei für die nächste Saison verpflichtet worden. Michael Topp

Statistik
Tore: 0:1 (9:43) Melischko (Slavetinsky, Ficenec), 0:2 (18:50) Goodall, 1:2 (34:23) Hock (Wolf, Sulkovsky), 2:2 (34:39) Wolf (Sulkovsky, Hock), 3:2 (42:35) Purdie (Danielsmeier, Ready/4-5). Strafminuten: 16 – 8. Schiedsrichter: Looker (USA). Zuschauer: 3500.

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