Freudentänze in Rot und Weiß! Auch in der Hölle von Dormagen hat TUSEM Essen die Tabellenführung in der 2. Bundesliga Süd behauptet.

Starker Schütte bei Essener 28:28 in Dormagen

TUSEM behauptet den ersten Platz

gp
22. Februar 2007, 09:31 Uhr

Freudentänze in Rot und Weiß! Auch in der Hölle von Dormagen hat TUSEM Essen die Tabellenführung in der 2. Bundesliga Süd behauptet.

Freudentänze in Rot und Weiß! Auch in der Hölle von Dormagen hat TUSEM Essen die Tabellenführung in der 2. Bundesliga Süd behauptet. Vor 2.550 Zuschauern bedurfte es aber einer unglaublichen Energieleistung, um am Ende beim 28:28 (10:12) einen Zähler mit an die Margarethenhöhe zu nehmen.

Die Vorzeichen standen denkbar schlecht. Da wurmte zum einen die überflüssige Niederlage in Bittenfeld, zum anderen die lädierte Gesundheit von Halldor Sigfusson, Mark Dragunski und Sergio Ruiz Casanova. Und das ausgerechnet in Dormagen, wo die Gastgeber am 29. März 2005 ihre letzte Niederlage kassiert hatten.

Das TUSEM-Angriffsspiel in der ersten Halbzeit indiskutabel, nicht weniger als acht Minuten benötigte das Team von Ion Bondar, um zum 1:1-Ausgleich zu kommen. Regelmäßig gerieten die Essener in Rückstand, doch dann hatte das Schiri-Gespann manch düsteren Moment. Denn mit der Pausen-Sirene verloren die Essener nicht nur Eryk Kaluzinski (Rot), sondern kassierten auch eine Bankstrafe. Die Folge: Die Gastgeber zogen in doppelter Überzahl auf 15:10 davon.

Zu diesem Zeitpunkt lief Dragunski nur noch schleppend über das Parkett. Mit Knieproblemen ins Spiel gegangen, musste er auch noch fünf Minuten behandelt werden, erzielte im ersten Abschnitt keinen Treffer – eine Rarität. Doch TUSEM abzuschreiben, bedeutete, den Kampfgeist der Essener zu unterschätzen. Plötzlich traf Dragunski, und selbst die enorme Fehlerquote des ansonsten so sicheren Siebenmeterschützen Mark Schmetz (zwei Fehlwürfe) entmutigte die Essener nicht.

Dormagen konnte sich nie sicher sein, und das Match erinnerte an die Handball-WM. Ausgerechnet der Youngster Ben Schütte auf Linksaußen erzielte nicht nur den Anschlusstreffer zum 26:27 sondern auch den umjubelten Ausgleich zum 28:28, der zugleich der Endstand war. Schmetz, mit neun Toren erfolgreichster TUSEM-Werfer: "Das war ein unglaubliches Spiel, wir haben 60 Minuten gekämpft und uns den Zähler absolut verdient, wir haben alles weggesteckt. Toll, dass unser Youngster der Matchwinner war. Wir sind fix und fertig, jetzt müssen wir erst mal durchatmen." Mit dem Remis halten die Essener die Konkurrenz auf Distanz, nach Minuspunkten beträgt der Abstand zu Dormagen weiter vier Zähler, auf die Bergischen Löwen sind es immer noch drei.

Glück im Unglück hatte Casanova, der nach einem Kopfstoß seines Gegenspielers minutenlang behandelt wurde. "Ich glaube nicht, dass es Absicht war, aber man erwartet dann zumindest, dass sich der Gegner entschuldigt", ärgerte sich der Spanier. Seine Schmerzen dürfte der wichtige Zähler aber mit Sicherheit lindern.

Tore für TUSEM:
Schmetz (9/3), Dragunski (5), Schütte (4), Klesniks (3), Casanova (3), Sharnikau (2), Kaluzinski (2)

Autor: gp

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