Mittwoch war beim VfL Bochum trainingsfrei. Für Daniel Ginczek die Chance, endlich auszuschlafen. Der Angreifer hatte in dieser Hinsicht einiges nachzuholen.

VfL Bochum

Daniel Ginczek in der Zwickmühle

24. November 2011, 17:07 Uhr

Mittwoch war beim VfL Bochum trainingsfrei. Für Daniel Ginczek die Chance, endlich auszuschlafen. Der Angreifer hatte in dieser Hinsicht einiges nachzuholen.

Zwar bevorzugt Ginczek ein frühes Zubettgehen, doch am Montag kam der Stürmer einfach nicht zur Ruhe. „Um halb vier war ich noch immer wach. Immer wieder gingen mir die Szenen des Cottbus-Spiels durch den Kopf. Man macht sich Gedanken, was man hätte besser machen können. Ich bin dann so aufgeladen und komme einfach nicht runter.“

Nach Siegen ist das freilich ganz anders. Doch die Gespräche mit Freundin Vanessa und seinem Berater hatten ihn zusätzlich aufgewühlt. „Ich bin sehr selbstkritisch. Ich habe viel zu viele Bälle verloren, habe sie nicht festmachen können und keine Standards herausgeholt. Das war wirklich nicht mein Spiel.“ Genau das bestätigte ihm auch sein engstes Umfeld und so kommt der U21-Nationalspieler zu folgendem Schluss: „Ein merkwürdiges Spiel, das kaum in Worte zu fassen ist. Jetzt gilt es, in Braunschweig wieder alles besser zu machen.“ Bei der Ursachenforschung ist er indes ein ganzes Stück weiter gekommen. „Wir spielen nach vorne oft zu ungeduldig. Dadurch entstehen riesige Lücken im Mittelfeld, die nicht immer von der Abwehr zu stopfen sind.“

Entscheidung fällt erst im Frühjahr

Für Ginczek, der für ein Jahr vom BVB ausgeliehen ist, ist es eine wichtige Saison mit offenem Ausgang. Geht er im Sommer zurück nach Dortmund oder bleibt er an der Castroper Straße? Dazu möchte sich der Angreifer derzeit nicht äußern. Zum einen, weil er zur Stunde nicht weiß, wohin die Reise für ihn geht. Zum anderen, weil er wegen Dortmund, wo er einen gültigen Anschlussvertrag besitzt, ein entscheidendes Wörtchen mitredet. „Mein Berater hat schon leise beim BVB angefragt, aber da wird frühestens im Februar oder März eine Entscheidung fallen“, erklärt Ginczek. Und so hütet sich der Torjäger logischerweise davor, sich verbal festzulegen. „Sage ich, ich möchte zum BVB, bekomme ich Ärger. Sage ich, ich möchte beim VfL bleiben, bekomme ich Ärger. Da befinde ich mich in einer echten Zwickmühle“, betont der 20-Jährige.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach zu erahnen, was der Stürmer will: Daniel Ginczek will Fußball spielen. Gibt man ihm beim BVB dazu eine Möglichkeit, wäre dies eine riesige Chance. Wenn nicht, dann ist der VfL für ihn auch über den Sommer hinaus die richtige Adresse. Eines verrät er schon: „Ich fühle mich in Bochum sehr wohl, es läuft prima. Meine Power und mein Fitnesszustand werden immer besser. Wir sind eine richtig gute Truppe. Das gefällt mir.“

Seitdem er mit seiner Freundin Vanessa in Bochum-Weitmar wohnt, sind die Kontakte zu den Teamkollegen intensiviert worden. „Wir verbringen viel Freizeit miteinander. Slawo Freier will mich demnächst mit zum Eishockey schleppen. Natürlich bin ich dann für Iserlohn, schließlich habe ich Wurzeln im Sauerland.“ Und die U21-Nationalmannschaft hat er natürlich auch im Auge. „Mit Lasogga, Beister, Mlapa, Holtby, Esswein und mir gibt es sechs Spieler für drei Plätze. Natürlich möchte ich im Herbst bei der Qualifikation zur EM ebenso dabei sein, wie 2013 bei den Europameisterschaften, die in Israel ausgetragen werden.“

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