Im Spiel eins nach dem Rücktritt von Wolfgang Overath als Präsident der Geißböcke richten sich alle Augen auf Stürmer Lukas Podolski mit der Frage:

1. FC Köln

Spiel eins nach Overath-Rücktritt

sid
18. November 2011, 13:05 Uhr

Im Spiel eins nach dem Rücktritt von Wolfgang Overath als Präsident der Geißböcke richten sich alle Augen auf Stürmer Lukas Podolski mit der Frage:

Ist er auch bald weg? Das Spiel eins nach Wolfgang Overath steht an: In der ersten Meisterschaftsbegegnung nach seinem völlig überraschenden Rücktritt als Präsident des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln wird der Weltmeister von 1974 am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) gegen den FSV Mainz 05 möglicherweise nicht im RheinEnergie-Stadion sein. Nach der Demission des FC-Idols herrscht nach wie vor eine gewisse Unruhe, eine neue Zeitrechnung beginnt. Für zusätzlichen Wirbel sorgen die Wechselspekulationen um Galionsfigur Lukas Podolski.

"Der FC bleibt mein Verein", hatte Overath noch am vergangenen Sonntag auf der Mitgliederversammlung gesagt: "Ich werde weiter mitzittern und jubeln." Am Donnerstag stattete die 68 Jahre alte FC-Ikone dem Geißbockheim abends noch einen Besuch ab und trat aus Spaß mal wieder selbst gegen den Ball. Währenddessen ging der Verwaltungsrat um seinen Vorsitzenden Werner Wolf in Bezug auf die Overath-Nachfolge in Klausur.

Sportdirektor Volker Finke beschäftigt sich derweil vor allem mit der Personalie Podolski. Zwar verwies Finke die Spekulationen italienischer Medien über einen vorzeitigen Wechsel des 95-maligen Nationalspielers zu Lazio Rom "ins Reich der vorweihnachtlichen Fantasiewelt" und betonte: "Wir haben kein Interesse, ihn im Winter abzugeben."

Doch der Druck auf den FC nimmt langsam zu. Podolskis Vertrag läuft am 30. Juni 2013 aus. Damit bleiben den Geißböcken nur noch zwei mögliche Szenarien: Ein gewinnbringender Verkauf spätestens im Sommer 2012. Oder eine Vertragsverlängerung mit dem hochbezahlten 26-Jährigen. "Weil die Vertragssituation so ist, müssen wir sehen, dass wir ab Weihnachten Gespräche führen. Dann haben wir uns hoffentlich vor Beginn seines letzten Vertragsjahres geeinigt", sagte Finke.

Der Sportdirektor ist sich zudem sicher, "dass es möglich ist, den Fokus auf den Fußball zu richten. Der operative Bereich mit seinen Tagesabläufen ist nicht durch den Vorstand geprägt worden", sagte Finke.

Im "operativen Bereich" muss auch Trainer Ståle Solbakken gegen Mainz einige Abläufe ändern. Henrique Sereno ist nach seiner Roten Karten im Spiel bei Werder Bremen (2:3) gesperrt, für ihn könnte Kevin McKenna in die Startelf rutschen. Ebenfalls gesperrt ist Martin Lanig (5. Gelbe Karte). Um seinen Platz in der Schaltzentrale auf der "Doppel-Sechs" kämpfen Adam Matuschyk und Kevin Pezzoni.

Kein Thema ist dagegen weiterhin der angeschlagene Stürmer Milivoje Novakovic. "Dafür müsste er erst einmal eine komplette Woche mit der Mannschaft trainieren. Das ist im Moment nicht drin", sagte Solbakken.

Novakovic ist zudem immer noch geschockt über Overaths Rücktritt: "Ohne ihn wäre ich wohl nicht mehr in Köln", sagte der Slowene, der sich im Express zudem für einen Verbleib von Sturmpartner Podolski aussprach: "Ich will, dass Poldi bleibt. Aber er muss das alleine für sich entscheiden. Es ist nicht gut, wenn jetzt wieder alle Druck auf ihn ausüben." Weil er dann vielleicht genauso schnell weg sein könnte wie Overath.

Autor: sid

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