Fabio Capello fordert eine Liberalisierung des Dopings im Fußball. Da die Kontrollen unzureichend seien, könne man Chancengleichheit nur durch eine Legalisierung der Mittel herstellen, konstatiert der Trainer des AS Rom.

Capellos eigenwillige Dopingtheorie

bb
17. November 2003, 12:57 Uhr

Fabio Capello fordert eine Liberalisierung des Dopings im Fußball. Da die Kontrollen unzureichend seien, könne man Chancengleichheit nur durch eine Legalisierung der Mittel herstellen, konstatiert der Trainer des AS Rom.

Auch Fabio Capello hat sich Gedanken gemacht, wie man das Dopingproblem im italienischen Fußball vom Tisch bekommt. Allerdings sorgt der Ex-Meistertrainer mit seinen Ansichten für Aufsehen auf dem Apennin. Der Coach des Serie-A-Klubs AS Rom forderte, die Einnahme von Dopingsubstanzen in Italien zu liberalisieren.

"Es ist extrem schwer, Doping zu bekämpfen. Die Anti-Doping-Kontrollen hinken Meilen hinterher. Damit wieder Chancengleichheit herrscht, würde es sich lohnen, Doping zu liberalisieren", sagte Capello im Interview mit der Mailänder Tageszeitung Il Giornale (Montag-Ausgabe).

"Die Gesundheit interessiert keinen"

Der 57 Jahre alte Coach bemängelte, dass sich niemand wirklich um die Gesundheit der Spieler kümmere. "Die Gesundheit interessiert weder die Spieler, noch die Ärzte, die bestimmte Mittel verschreiben", kritisierte der Trainer. Er gab zu, dass nur die gleichzeitigen Urin- und Bluttests zu Resultaten bei der Dopingbekämpfung führen könnten. "Das Problem ist, dass es sich um äußerst kostspielige Tests handelt", meinte der Fußball-Lehrer.

Seit Oktober wurden drei Spieler in Italien - Manuele Blasi vom italienischen Serie-A-Klub AC Parma, Mohammed Kallon von Inter Mailand und der Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi, Al-Saadi, Stürmer bei AC Perugia, - des Dopings überführt.

Autor: bb

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