Die Zukunftspläne der "Reds"

bb
10. November 2003, 14:47 Uhr

In drei Jahren soll der FC Liverpool in einer 60.000 Zuschauer fassenden Arena im Stanley Park auflaufen, ob Torjäger Michael Owen dann aber immer noch für die "Reds" spielt ist allerdings fraglich.

Spätestens 2006 werden wohl die Tore des legendären Stadions an der Anfield Road endgültig geschlossen werden. Die Planungen der Verein-Bossen sehen vor, dass der FC Liverpool in drei Jahren seine Spiele in einer 60.000 Zuschauer fassenden Arena für knapp 120 Millionen Euro im Stanley Park austrägt. Auch wenn die derzeitige Situation des Rekordmeisters in der Premier League anderes vermuten lässt, blickt die Klub-Führung optimistisch in die Zukunft.

Nach der 1:2-Niederlage bei Meister Manchester United stellt Liverpool in der Premier League nur noch Mittelmaß dar. Der viermalige Europapokalsieger der Landesmeister liegt mit 13 Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Arsenal London nur auf dem achten Tabellenplatz. Und auch in der Champions League haben Arsenal, "ManU" und neuerdings auch der FC Chelsea durch die Finanzspritze des russischen Öl-Milliardärs Roman Abramowitsch dem Traditionsklub längst den Rang abgelaufen.

Houllier in der Kritik

Kein Wunder, dass auf Teammanager Gerard Houllier ungemütliche Zeiten zukommen. Bei den Fans und in den Medien steht der Franzose, der 1998 den Dienst in der Hafenstadt angetreten hatte, bereits schwer in der Kritik. Die Rückendeckung der Chefetage ist Houllier aber noch sicher, auch die Spieler stehen hinter dem Coach, wie Nationalspieler Steven Gerrard betont: "Über den Trainer zu reden, ist Schwachsinn. Es sind wir Spieler, die schlechte Leistungen bringen."

Trotz des neuerlichen Rückschlags will Houllier seinen Weg fortsetzen und der Mannschaft eine aggressivere und attraktivere Spielweise verpassen: "Unser Spiel hat sich bereits verbessert. Wir erarbeiten uns viele Chancen, allein im Abschluss zeigen wir noch Schwächen." Und da wird vor allem Stürmerstar Michael Owen besonders vermisst. Der Torjäger fällt ähnlich wie der deutsche Nationalspieler Dietmar Hamann (Operation am Knöchel) bereits seit Wochen aufgrund einer Schienbeinverletzung aus.

Owen umworben

Möglicherweise muss Houllier bald komplett auf Owen verzichten. Der Nationalspieler, der in Liverpool noch einen Vertrag bis 2005 besitzt, wird von den spanischen Renommierklubs Real Madrid und FC Barcelona umworben. Sollte für die "Reds" auch in der kommenden Saison nur ein Platz im weniger lukrativen UEFA-Cup übrig bleiben, ist der 23-Jährige kaum mehr zu halten.

Houllier hat die Qualifikation für die europäische "Königsklasse" noch nicht abgeschrieben: "Zumindest der vierte Platz ist noch möglich. Momentan sieht es nach einem Dreikampf aus, aber Arsenal, Chelsea und Manchester spielen noch in der Champions League. Es wird eine interessante zweite Saisonhälfte." So sieht es auch Gerard: "Wir werden die Saison nicht abhaken. Wir können jede Mannschaft schlagen."

Sir Alex lobt Houllier

Unterstützung erhielt der angeschlagene Houllier, unter dessen Regie Liverpool in den vergangenen Jahren fünf Titel holte, ausgerechnet von seinem Rivalen Sir Alex Ferguson von Manchester United: "Liverpool hat mit einem Selbstbewusstsein gespielt, wie ich es selten gesehen habe. Wir hatten viele Probleme damit."

Autor: bb

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