Auch nach der Absetzung von Sepp Maier als Bundestorwarttrainer und der Übernahme durch Andreas Köpke kehrt im Torwart-Streit bei der Nationalmannschaft keine Ruhe ein. Nun übte Maier erneut Kritik an Jens Lehmann.

Keine Ruhe im Torwart-Streit

as
22. Oktober 2004, 11:43 Uhr

Auch nach der Absetzung von Sepp Maier als Bundestorwarttrainer und der Übernahme durch Andreas Köpke kehrt im Torwart-Streit bei der Nationalmannschaft keine Ruhe ein. Nun übte Maier erneut Kritik an Jens Lehmann.

Er ist zwar nicht mehr in Amt und Würden, aber auch als Ex-Bundestorwarttrainer kann Sepp Maier das Sticheln gegen seinen ehemaligen "Schüler" Jens Lehmann nicht lassen. "Eines kann ich versichern: Lehmann wird nie die Nummer eins im deutschen Tor. Der Jens muss aufpassen, wenn er so weitermacht. So ist er bald nur noch die Nummer drei in Deutschland", lästerte Maier in der Münchner AZ, nachdem der Keeper von Arsenal London in der Champions League am Mittwoch gegen Panathinaikos Athen (2:2) zweimal gepatzt hatte.

Auch Magath gibt Kahn Rückendeckung

Auch Bayern Münchens Trainer Felix Magath sieht Kahn, der allerdings beim 0:1 in Turin auch nicht sicher gewirkt hatte, im Vorteil. "Die Torwart-Rotation von Jürgen Klinsmann irritiert Lehmann wohl mehr als Kahn", meinte Magath. Kahn würde die Situation überhaupt nicht belasten, er sei in Topform und den Druck gewohnt. "Lehmann wird nervös."

Dagegen verteidigte Lehmann, der zuvor schon von der englischen Presse verspottet worden war, seine zwei Patzer in Athen. "Beim 1:1 bin ich rausgekommen, wie ich das im Spiel hundertmal mache. Dummerweise hat Gonzalez den Ball so perfekt getroffen und ihn über mich gelupft, dass ich als Torwart dumm aussehe", sagte der 35-Jährige der Bild-Zeitung.

Beim 2:2 habe er nicht hochspringen können, so Lehmann weiter, "weil ich abgeblockt wurde. Ich weiß leider nicht, ob von einem Mitspieler oder Gegner. Es wäre sonst ein klarer Ball für mich gewesen". Grundsätzlich müsse er aber als Torwart damit leben, "nach solchen Situationen im Mittelpunkt zu stehen". Über die Leistung seines Kontrahenten Kahn bei Juventus Turin verlor Lehmann kein Wort: "Das habe ich nicht gesehen und dazu würde ich mich auch nicht äußern."

Der frühere Schalker und Dortmunder wird beim nächsten Länderspiel am 17. November (20.40 Uhr/live in der ARD) in Leipzig gegen Kamerun erneut im Tor stehen. Darauf hatte sich Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit den Nationalkeepern verständigt. Bereits im Iran hatte der Arsenal-Keeper eine Bewährungschance erhalten, nachdem er bei der Asienreise vom 13. bis 22. Dezember fehlen wird.

Köpke erstmals vor Kamerun-Spiel im Einsatz

Beim Länderspiel in Leipzig werden Kahn und Lehmann erstmals von Andreas Köpke trainiert werden. Der Europameister von 1996 hatte am Donnerstag einen Vertrag bis nach der WM 2006 unterschrieben und löste damit Maier ab. "Andreas Köpke ist ein sehr wichtiger Zugang für uns. Er hat die gleiche Wellenlänge und Philosophie wie wir. Wir versprechen uns sehr viel von ihm und von seinem Input. Er ist der vierte Baustein zusammen mit Oliver Bierhoff, Jogi Löw und mir", sagte Klinsmann zur Verpflichtung von Köpke.

Autor: as

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