Bei Borussia Dortmunds Reserve absolvierte Sahr Senesie als einziger Akteur alle 19 Spiele der Hinrunde. Die Notenbesten unter den Stammkräften waren Uwe Hünemeier und Sören Pirson.

Die Spieler von Dortmund II in der Einzelkritik zur Hinrunde

tt
01. Januar 2007, 16:15 Uhr

Bei Borussia Dortmunds Reserve absolvierte Sahr Senesie als einziger Akteur alle 19 Spiele der Hinrunde. Die Notenbesten unter den Stammkräften waren Uwe Hünemeier und Sören Pirson.

Bei Borussia Dortmunds Reserve absolvierte Sahr Senesie als einziger Akteur alle 19 Spiele der Hinrunde. Die Notenbesten unter den Stammkräften waren Uwe Hünemeier und Sören Pirson.

Sahr Senesie (19 benotete Einsätze/Notenschitt: 3,00): Der Heimkehrer kann getrost in die Kategorie "Volltreffer" eingruppiert werden. War beim BVB oft die Alleinunterhaltung im Angriff, weil kein einziger seiner Mitstreiter auch nur annähernd seine Trefferquote einbringen konnte. Neun Tore sprechen eine deutliche Sprache. Die Rolle als einer der Führungs-Spieler schmeckt dem ehemaligen Züricher offenbar gut. Trotzdem muss ihm angekreidet werden, mitunter noch zu viele Groß-Chancen (Leverkusen, Emden) ungenutzt verstreichen zu lassen.

Nico Hillenbrand (18/3,33): Seit vier Jahren trägt der 19-Jährige das schwarz-gelbe Trikot – und wird es bei ähnlichem Leistungs-Verlauf wohl noch einige Zeit tun. Perspektivisch könnte er den Sprung nach oben schaffen. Starke Dynamik, bissiges Zweikampfverhalten auf der rechten Abwehrseite, dazu immer wieder mutige Antritte Richtung gegnerischen Strafraum. Sicherlich eine der positivsten Erscheinung in der Auswahl von Trainer Theo Schneider.

Michael Parensen (15/3,27): Der defensive Allrounder, der teils im Mittelfeld in der Abfangjäger-Rolle, teils in der Verteidigung operierte, lebt von seiner Physis. Im Zweikampf-Verhalten mit starken Sequenzen, dafür im taktischen Bereich und beim Balltransport noch mit Defiziten.

Kosi Saka (15/3,72): Bringt technisch alles mit, hat dazu Schnelligkeit und Spielwitz. Doch unter dem Strich war der ambitionierte Angreifer eine ziemliche Enttäuschung. Viel zu ballverliebt und inkosequent im Abschluss. Müsste viel mehr daraus machen, mit einem starken Partner wie Sahr Senesie zu wirbeln.

Uwe Hünemeier (15/2,93): Den Titel des "Mister Zuverlässig" hat sich der Abwehrspieler durchaus verdient, auch wenn er zum Beispiel gegen Magdeburg (1:3) eher einen schwächeren Tag erwischte und sich zumindest ein Tor selbst ankreidete. Seine Qualitäten liegen im Stellungs- und Kopfball-Spiel, dazu immer wieder bemüht, Power nach vorne zu entwickeln.

Patrick Kohlmann (15/3,06): In der Rolle des Spielführer gilt der frühere U21-Nationalspieler Irlands als wichtiger Eckpfeiler im Borussen-Team. Übernimmt Verantwortung auf und außerhalb des Platzes, gilt als sachlicher Analytiker. Recht stabil in seiner Leistungs-Kurve, allerdings in der Absicherung deutlich stärker, als in der Spiel-Eröffnung, so dass sich bei den Dortmundern mitunter eine gewisse Rechtslastigkeit nach vorne entwickelt.

Marc Heitmeier (13/3,15): Nutzte seine Chance in der Innen-Verteidigung, wo er mit hoher Konzentration und starkem Zweikampf-Verhalten so manchen Brandherd löschte. Muss allerdings hundertprozentige Fitness in die Waagschale werfen können, andernfalls kann er seinen Level nicht halten.

Mehmet Akgün (13/3,07): Der Mittelfeldspieler zeigte insgesamt eine ordentliche Leistung in den vergangenen Monaten. Wurde zwischendurch durch eine Bänderverletzung etwas zurückgeworfen, meldete sich aber gerade in den Partien vor der Winterpause eindrucksvoll zurück. Manko: Müsste sich aus der zweiten Reihe noch öfter ein Herz fassen und die Kugel Richtung Tor jagen.

Sören Pirson (13/2,77): Keine Frage, das einstige Talent hat bei den Borussen einen Riesen-Sprung nach vorne gemacht. Zunächst als fester Bestandteil der zweiten Mannschaft eingeplant, rückte der St. Pauli-Sympathisant aufgrund der Verletzungs-Misere beim Bundesliga-Team nach oben auf. Im DFB-Pokal kam er nach dem Platzverweis für Roman Weidenfeller gegen Hannover 96 (0:1) zum Einsatz, konnte das Aus aber nicht verhindern. Insgesamt ein Mann mit Perspektive.

David Solga (12/3,42): Musste einige Male als offensiver Strippenzieher draußen bleiben, weil Profi-Alternativen den Vorzug erhielten. Hohe Veranlagung, technisch versiert, dazu äußerst schussstark. Die Frage, die sich auch Trainer Schneider stellte, war: Warum macht "Solle" nicht mehr aus seinen Möglichkeiten? Erst nach medialer Kritik und der Einforderung von Tor-Geilheit mit eigentlich gewohnt starken Auftritten.

Daniel Gordon (11/3,27): Der Mann mit den zwei Gesichtern: Schien zunächst überhaupt nicht in der dritten Liga anzukommen, nachdem er sich für den Wechsel aus Bochum nach Dortmund entschieden hatte. Nach viel Frust folgte das vielleicht entscheidende Gesprächs-Gewitter, an dem "Co" Ingo Preuß und sein Berater teilnahmen. Ab dem Herbst explodierte der kopfballstarke Allrounder förmlich, erzielte wichtige Tore, wie das 1:1 gegen Hertha BSC Berlin. Mit konstanter Leistungs-Kurve auf jeden Fall Stammplatz-Anwärter.

Christian Eggert (10/3,60): Als einer der "jungen Wilden" schlug er sich achtbar in der rauen Regionalliga-Luft. Nicht der Mann für die großen Akzente, sondern ein wichtiger Aufbau-Zerstörer im Mittelfeld.

Sebastian Tyrala (8/3,5): Der Nachwuchs-Akteur bekam seine Einsatz-Zeiten, gab kämpferisch immer alles und wurde auf verschiedenen Positionen eingesetzt. Was Abgezocktheit und Durchsetzungsvermögen angeht, muss er noch dazulernen.

Abdenour Amachaibou (7/3,71): Der Offensiv-Mann blieb in den bisherigen Regionalliga-Auftritten im Grunde alles schuldig. Im Gedächtnis ist nach wie vor der schwarze Auftritt, den er in Düsseldorf, als die Truppe auf acht Positionen verändert werden musste, zeigte. Diese Partie galt als große Empfehlungs-Chance für alle, die Ansprüche stellen. Ein Rollerball war alles, was vom abschlussschwachen Talent notiert werden konnte.

Marcel Großkreutz (6/3,5): Als Allzweckwaffe im Mittelfeld-Bereich keine Enttäuschung, große Einsatz-Freude, aber im taktischen Verhalten noch etwas unbedarft.

David Vrzogic (5/3,0): Der Newcomer wurde zu Saison-Beginn kontinuierlich berücksichtigt, anschließend schlug das Verletzungs-Pech zu. Sicherlich ein Spieler, von dem man noch aufgrund seiner hohen Qualität hören wird.

Jörn Neumeister (4/3,75): Das in der Oberliga überragende Duo Neumeister/Hünemeier wurde in dieser Saison gesprengt, da der Verteidiger oftmals bei den Profis dabei war, um die Verletzungs-Probleme abzufedern. In der Regionalliga deswegen nur mit wenigen Auftritten.

Andre Heitmeier (4/4,25): Vor Saison-Beginn stand er auf dem Wunschzettel der SG Wattenscheid 09, entschied sich aber trotz mäßiger Perspektive und Verletzungs-Seuche für einen Verbleib bei den Borussen. Bekam vier Mal die längere Gelegenheit, dem Offensiv-Spiel als "klassischer Zehner" seinen Stempel aufzudrücken. Doch man merkte ihm stets an, dass ihm viel Praxis fehlt, agierte mitunter zu umständlich, rieb sich unnötig auf.

Sascha Samulewicz (3/3,66): War von Muskelfaserriss-Pech geplagt, viel mehrere Wochen aus, so dass sogar Hilfe aus der A-Jugend erfragt werden musste. Stand bei undankbaren Partien, wie dem 0:4 in Düsseldorf oder dem haarsträubenden 0:2 in Leverkusen zwischen den Pfosten. Keine Aufritte, die "Torwart-Matches" waren.

Nuri Sahin (3/3,00): Der BVB-Jungstar lief unter anderem beim Sieg über Osnabrück auf, dort merkte man ihm an, dass er zu viel wollte und teilweise das Einzelspiel übertrieb. Trotzdem mit hundertprozentiger Leidenschaft dabei, wenn er "unten" aushilft.

Lars Ricken (2/2,5): Der "Held von München" war sich nicht zu schade, nach Reha-Programm erste Praxis-Schritte in er zweiten Mannschaft zu versuchen. Mit Erfolg: Durch einen beherzt-souveränen Auftritt führte das Dortmunder Urgestein die Talent-Gruppe zum 2:0 in Ahlen.

Fisnik Zejnullahu (2/3,5): Einer der ganz jungen Füchse bei den Borussen, als Konter-Spieler keine schlechte Option, trickreich und schnell, schwer zu packen. Dafür in Tornähe noch zu hektisch.

Christian Beer (2/3,5): Der 18-Jährige feierte sein Debüt ausgerechnet im Hexenkessel bei Union Berlin (0:2), lieferte dort eine coole Leistung ab. Sein Patzer gegen Wilhelmshaven (2:1) kostete ihn zwar Nerven, aber nicht den Sieg.

Sascha Rammel (2/3,00): Kam über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus, bei seinen Nominierungen mit zuverlässigen Defensiv-Auftritten.

Bernd Meier (2/3,0): Der Torwart wurde zwei Mal in die Regionalliga-Mannschaft abkommandiert, bewies bei seinen Auftritten Ruhe und Übersicht. Sein Einsatz im Match bei RW Ahlen hatte bittere Nachwirkungen. Bei einem Flankenball kam der Schlussmann so unglücklich auf, dass er sich einen Kreuzbandriss zuzog. Bleibt zu hoffen, dass er bald wieder auf die Beine kommt.

Martin Amedick (1/4,00): Half ein Mal beim BVB II aus, lieferte dabei allerdings einen eher schwachen Auftritt ab.

Markus Brzenska (1/3,0): Der Profi half ein Mal bei der Reserve aus, zeigte dabei eine solide Vorstellung im Abwehr-Zentrum.

Autor: tt

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