SG WATTENSCHEID: Finanz-Modell noch ohne Zustimmung

tt
20. Januar 2006, 10:20 Uhr

Drei Stunden diskutierte Prof. Dr. Rüdiger Knaup, Präsident der SG Wattenscheid, mit VdV-Anwalt Frank Rybak sowie VdV-Geschäftsführer Jörg Albracht, wie es in Zukunft an der Lohrheide weitergehen soll

Drei Stunden diskutierte Prof. Dr. Rüdiger Knaup, Präsident der SG Wattenscheid, mit VdV-Anwalt Frank Rybak sowie VdV-Geschäftsführer Jörg Albracht, wie es in Zukunft an der Lohrheide weitergehen soll. Die SG-Spieler verzichten seit November auf die Hälfte ihres Salärs, die Beträge sind dem Verein gestundet worden.

Knaup bezeichnete die Zusammenkunft als "konstruktiv" und vergaß beim Wirbel der letzten Wochen auch nicht das professionelle Verhalten der Fußballer: "Das nötige Engagement war den Jungs in keiner Phase abzusprechen, es verdient allerhöchsten Respekt, wie sich die Mannschaft präsentiert hat." Das erarbeitete Finanz-Modell für die Zukunft muss von den Kickern noch abgesegnet werden.

Leistungsträger Lars Toborg: "Die VdV hat uns den Vorschlag vom Verein herangetragen, aber von unserer Seite wurde noch nicht komplett zugestimmt. Unsere Truppe hätte auf jeden Fall eine vernünftige Lösung verdient. Wir sind kein Abzocker-Team, aber man muss auch verstehen, dass wir unseren Standpunkt vertreten."

Der ehemalige Siegener streicht heraus: "Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine andere Mannschaft, die seit November mit der Hälfte des Einkommens auskommen muss, so aufgetreten wäre wie wir. Von uns hat zu keinem Zeitpunkt jemand angedeutet, dass die Finanz-Situation ein Alibi sein könnte, alle haben sich reingehangen. Trotzdem kann man diese wesentlichen Dinge nicht einfach wegdiskutieren, die Unsicherheit muss aus den Köpfen raus."

Damit aus dem unerquicklichen Winter-Thema kein noch belastenderes Dauer-Thema wird, pocht Toborg auf eine rasche Klärung. "In der Rückrunde müssen alle Kräfte gebündelt werden, das ist Vereins-Sache, damit die Angelegenheit vom Tisch kommt. Vor dem ersten Meisterschaftsspiel gegen RWO muss bei uns klar Schiff herrschen. Das wäre auch das richtige Zeichen vom Club." Toborg ergänzt: "Wir wollen alle Ruhe und das Thema erledigt haben. Mit dem Kampf um den Klassenerhalt haben wir noch genug Arbeit vor uns, das erfordert alle Reserven."
Ganz gleich, ob Chrisso Anagnostou, der momentan mittrainiert, nachverpflichtet wird oder nicht, sieht "Turbo Toborg" genug Power in der Truppe, um das rettende Ufer zu erreichen. "Wir müssen ans Limit gehen", stellt er fest, "jeder muss noch einen Tick mehr machen. Ich sehe bei uns einige Spieler, die noch nicht am Limit sind, die sicherlich noch mehr abrufen können. Es gibt für uns noch viele Punkte zurückzuholen. Auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass wir uns nicht nur mit guten Leistungen begnügen dürfen. Es ist mehr Effizienz erforderlich, die Anzahl der Gegentore muss minimiert werden."

Autor: tt

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