Nach elf Spieltagen steht die SG Wattenscheid mit 13 Zählern relativ gut da, der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt fünf Punkte.

WATTENSCHEID: Kreß zieht seine Zwischen-Bilanz

tr
30. September 2005, 10:05 Uhr

Nach elf Spieltagen steht die SG Wattenscheid mit 13 Zählern relativ gut da, der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt fünf Punkte.

Nach elf Spieltagen steht die SG Wattenscheid mit 13 Zählern relativ gut da, der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt fünf Punkte. Am Wochenende müssen die Lohrheide-Kicker allerdings tatenlos zusehen, die Konkurrenz könnte also ziemlich nahe heranrücken. "Die Pause", sagt SG-Trainer Georg Kreß, "tut uns in der jetzigen Phase gut, da können wir neue Kräfte tanken, um in den verbleibenden Begegnungen bis zum Hinrunden-Ende noch fleißig Punkte zu sammeln." Im Gespräch mit RevierSport zieht der 42-jährige Fußball-Lehrer eine Zwischen-Bilanz.

Georg Kreß, Sie sind ein Typ, der äußerst ungerne verliert. Normalerweise müsste Ihre Laune nach drei Pleiten ziemlich im Keller sein, oder?
Nein, ist sie nicht.

Warum?
Trotz des Frustes, der sich natürlich ansammelt, ist die Grund-Tendenz positiv. Ich sehe, dass meine Mannschaft kontinuierlich Fortschritte macht, dass die Dinge, die wir im Trainer-Stab sehen möchten, auch umgesetzt werden. Auch, wenn die letzten Partien nicht erfolgreich verliefen, bin ich als Coach nicht sauer auf die Jungs.

Ein Satz zur Ausbeute.
Wir liegen mit 13 Punkten ganz gut im Soll und haben vor allem gesehen, dass wir als Aufsteiger in der starken Regionalliga Nord mithalten können. Vor drei Monaten hat man noch überlegt: Hoffentlich reicht es vom Potenzial.

Ihre Truppe wurde im Monat September nicht gerade vom Glück geküsst, es gab mehrere haarige Entscheidungen...
Stimmt, aber deswegen stellen wir keine Verfolgungs-Theorie auf, sondern suchen grundsätzlich zu erst bei uns nach Fehlerquellen. Beim 0:1 in Jena wurde ein Treffer von Rino Matarazzo nicht gegeben, gegen Kiel entstand das 1:2 nach einem Handspiel, beim 1:2 in Osnabrück hätte es für den VfL eine dunkelrote Karte geben müssen, der Unparteiische hat sich aber anders entschieden. So ist das eben. Dafür haben wir zuhause gegen Chemnitz in der letzten Minute das 2:1-Siegtor erzielt. Bei allem muss man die Kirche im Dorf lassen.

Spüren Sie Unruhe oder Rumoren an der Lohrheide?
Nein, ganz im Gegenteil, hier im Verein ist alles ruhig. Wir schlafen aber deswegen nicht ein und reden auch keineswegs alles schön. Die Zeit von Ende Oktober bis Anfang November muss unser Monat werden, da treffen wir auf Köln, St. Pauli, Hamburg und Bremen.

Wie soll das Punkte-Konto bis zum Ende der Vorrunde aussehen?
Wir wollen über die 20-Zähler-Marke kommen, das wäre dann ungefähr die Hälfte der Ausbeute, die man zum Klassenerhalt benötigt.

Wie bewerten Sie Aufwand und Ertrag Ihrer Kreativ-Abteilung, die zwar unheimlich rackert, sich aber auch häufig in Zweikämpfen zermürbt?
Zunächst einmal muss ich sowohl Mike Terranova als auch Orhan Özkaya loben, sie bringen sich voll ein. Auf der anderen Seite sehe ich aber auch, dass sie schneller abspielen müssen, dazu müssen wir vorne noch viel kaltschnäuziger auftreten.

In der Angriffs-Abteilung klaffen gravierende Unterschiede, oder?
Lars Toborg ist sicherlich ein Spieler, der bisher beeindruckende Leistungen abgeliefert hat, der unheimlich viel für die Mannschaft arbeitet. Zusammen mit Rino Matarazzo, Karsten Baumann und Dirk Caspers, der mittlerweile auch ganz stark spielt, ist Toborg ein Volltreffer. Bei Abdul Iyodo könnte mehr kommen, das muss man einfach feststellen.

Und Miguel Pereira?
Miguel trainiert gut, zeigt Biss. Aber in den Punkt-Spielen hat er sich bislang nicht aufdrängen können.

Autor: tr

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