Die Kritik war nicht zu überhören: Nach jedem Gegentor bei der 1:4-Pleite gegen Osnabrück verlangten die WSV-Fans nach Jean-Louis Tavarez. Zunächst verhalten, dann immer lauter.

WSV BORUSSIA: Fuchs-Druck beim Thema Tavarez

gri
11. August 2005, 13:25 Uhr

Die Kritik war nicht zu überhören: Nach jedem Gegentor bei der 1:4-Pleite gegen Osnabrück verlangten die WSV-Fans nach Jean-Louis Tavarez. Zunächst verhalten, dann immer lauter.

Die Kritik war nicht zu überhören: Nach jedem Gegentor bei der 1:4-Pleite gegen Osnabrück verlangten die WSV-Fans nach Jean-Louis Tavarez. Zunächst verhalten, dann immer lauter. So laut, dass auch Wuppertals Trainer Uwe Fuchs einräumen musste: „Wenn die U23-Regelung nicht wäre, hätte er im Kader gestanden." Das war in dieser Saison noch überhaupt nicht der Fall. „Tava ist in der Vorbereitung in ein ganz tiefes Loch gefallen. Er wird von Tag zu Tag fitter, wird seine Chance bekommen. Vielleicht schon am Freitag in Wattenscheid, wenn er sich weiter so entwickelt.“

Solchen Aussagen kann Horst Buhtz, der Wuppertal 1972 als Trainer in die Bundesliga führte, nicht viel abgewinnen: „Ich habe mir das Osnabrück-Spiel mit meinem Enkel Lukas im Stadion angeschaut. Tava kann gar nicht so schlecht sein, dass er nicht in diese Mannschaft kommt. Die geringsten Pässe im Mittelfeld kommen nicht an. Es ist mir ein Rätsel, warum er nicht spielt.“ Wohl auch für den Kicker selbst, der sich fit fühlt.

Gut möglich, dass sich Coach Fuchs dem Druck der Fans beugt und den 33-Jährigen in Wattenscheid aufstellt. So stand der 61-fache Regionalliga-Kicker am gestrigen Mittwoch nicht im Kader des Oberliga-Teams fürs Spiel in Bocholt, nachdem er am Sonntag noch 90 Minuten gegen Yurdumspor bestritt.

Die Frage ist nur: Auf welcher Position lässt Fuchs ihn ran? Denn auf Tavarez’ bevorzugter linken Offensiv-Seite spielt mit Michael Lejan einer der wenigen überzeugenden WSV-Akteure. Eine Variante: Der Mann mit der Nummer zehn rückt ins offensive Mittelfeld, der defensivere Markus Bayertz müsste Platz machen. Eine andere: Der Stammspieler der Vorsaison kommt als Joker. Und die letzte: Der Senegalese spielt nicht – und Volkes Seele kocht, wenn in der Lohrheide nicht gewonnen wird.

Auch ein anderer Spieler wird an der Wupper thematisiert: Mile Bozic, 23-jähriger Defensiv-Allrounder, der auch auf der rechten Abwehr-Seite eingesetzt werden kann. Nachdem sein Vertrag bei Fortuna Düsseldorf Ende April aufgelöst wurde, stellte er sich beim WSV vor. Und könnte nach den letzten Darbietungen der WSV-Hintermannschaft wieder aktuell werden.

Autor: gri

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