Die DFL plant bei der spätestens Ende des Jahres beginnenden Ausschreibung der Bundesliga-Rechte ab 2013/2014 mit einer Internet-Sportschau als Alternativmodell.

Sportschau im Internet

Fußball-Fans ohne Scheu

sid
22. April 2011, 10:48 Uhr

Die DFL plant bei der spätestens Ende des Jahres beginnenden Ausschreibung der Bundesliga-Rechte ab 2013/2014 mit einer Internet-Sportschau als Alternativmodell.

Die deutschen Fußball-Fans haben offenbar keine Scheu vor einer möglichen Internet-Sportschau: Wie eine durch das Institut Promit im Auftrag von Sponsors durchgeführte Meinungsumfrage ergab, würde die Bundesliga durch einen Wechsel von der ARD- zur Internet-Sportschau keine Zuschauer verlieren. Das Bundeskartellamt prüft deshalb derzeit unter anderem, ob auch genügend Haushalte in Deutschland Internet-Fernsehen empfangen können, um nicht vom "Allgemeingut Fußball-Bundesliga" ausgeschlossen zu sein.

"Es gibt Gespräche mit dem Kartellamt, die wir als konstruktiv ansehen. Es ist kein Geheimnis, dass wir ein zweites Szenario mit einer Ausstrahlung der Highlights nach 20.00 Uhr anstreben", hatte zuletzt DFL-Chef Christian Seifert erklärt: "Das kann niemanden überraschen. Auch die ARD nicht. Es geht uns aber nicht darum, die Sportschau abzuschaffen, um mehr Geld zu erhalten. Jeder Bieter kann durch sein Angebot seine Präferenz unterstreichen."

Kommen die Privatsender wieder ins Geschäft?

Konkurrenz belebt das Geschäft. Deshalb plant die Deutsche Fußball Liga (DFL) bei der Ende des Jahres beginnenden Ausschreibung der Bundesliga-Rechte ab der Saison 2013/2014 auch mit einem Alternativmodell, das dem Pay-TV-Partner Sky mehr Exklusivität und der Liga damit mehr Geld als die bislang insgesamt 412 Millionen Euro pro Jahr sichern soll.

Anstelle der Free-TV-Highlight-Verwertung in der ARD samstags um 18.30 Uhr soll bei dem Alternativmodell ab der Saison 2013/2014 eine Art Web-Sportschau um 19.00 Uhr den frei empfangbaren Markt bedienen. Im Free-TV soll die Zusammenfassung des Spieltags dann erst ab 21.45 Uhr zu sehen sein. Das könnte das ZDF-Sportstudio aufwerten, oder aber das Interesse von RTL oder Sat.1 wecken. Vielleicht bewegt sich aber auch die ARD und zahlt für den Samstag mehr als die bislang 75 Millionen Euro im Jahr.

ARD kritisiert Sportschau nach 20 Uhr

Der öffentlich-rechtliche Sender hatte zuletzt aber angekündigt, seinen Sportetat deutlich senken zu wollen. Zudem lehnt die ARD mit Nachdruck eine Berichterstattung erst ab 21.45 Uhr ab. "Die Bundesliga ist nach 20 Uhr bereits einmal grandios gefloppt, und sie wird wieder floppen. Aber nicht in der ARD, denn daran haben wir kein Interesse", sagte Steffen Simon, als WDR-Chef verantwortlich für die Sportschau.

Ein Teil der Fans steht der Internet-Sportschau dagegen äußerst positiv gegenüber. So würden eine Free-TV-Erstverwertung über den Übertragungsweg "Web- und Mobile-TV" 38,4 Prozent der Deutschen anschauen, obwohl derzeit nur 36,5 Prozent der Interessierten regelmäßig die ARD-Sportschau am Samstag um 18.30 Uhr verfolgen. Das sind knapp zwei Prozent weniger als eine Web-Übertragung zum heutigen Zeitpunkt an Zuschauern erreichen könnte. "Wir schauen uns alle möglichen Übertragungswege an, also auch die Internet-Rechte", sagte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, dem SID.

Im Vergleich zum klassischen Fernsehen ist die Internet-TV-Nutzung derzeit noch relativ gering. Nach Meinung von Medienexperten wird die Online-Nutzung von Fernsehinhalten allerdings bis zum Beginn der neuen Rechteperiode im Jahr 2013 deutlich zulegen. Ob allerdings das Gros der derzeitigen Sportschau-Seher dann auch eine Web-Ausgabe verfolgen können, ist fraglich.

Web-TV hat interessanterweise seinen Nutzungsschwerpunkt zwischen 18.00 und 21.00 Uhr. Die Internet-Sportschau soll um 19.00 Uhr laufen. Neben den internationalen Angeboten von Google TV, Apple TV oder Amazon stehen zudem auch in Deutschland neue deutsche Anbieter vor dem Start.

Autor: sid

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren