Coach mit weiterer Bestandsaufnahme! RWEs Jürgen Gelsdorf dürfte beim Match gegen Bocholt so einige Male den Notizblock gezückt haben, unter der Woche wird es Gesprächsstoff geben. Bayern-Keeper Olli Kahn würde martialisch sagen:

RWE: Gelsdorf will Persönlichkeit

og
23. Februar 2004, 13:28 Uhr

Coach mit weiterer Bestandsaufnahme! RWEs Jürgen Gelsdorf dürfte beim Match gegen Bocholt so einige Male den Notizblock gezückt haben, unter der Woche wird es Gesprächsstoff geben. Bayern-Keeper Olli Kahn würde martialisch sagen: "Wir brauchen Eier!" Gelsdorf spricht eher über "Strukturen und Persönlichkeiten."

Coach mit weiterer Bestandsaufnahme! RWEs Jürgen Gelsdorf dürfte beim Match gegen Bocholt so einige Male den Notizblock gezückt haben, unter der Woche wird es Gesprächsstoff geben. Bayern-Keeper Olli Kahn würde martialisch sagen: "Wir brauchen Eier!" Gelsdorf spricht eher über "Strukturen und Persönlichkeiten." Allerdings meint der Fußball-Lehrer dasselbe. Gelsdorf erläutert: "Über die Fitness der Jungs soll sich keiner den Kopf zerbrechen, über die fußballerischen Qualitäten auch nicht, das ist alles in der Spur. Jetzt will ich sehen, dass sich auch gezeigt wird, ich will, dass Verantwortung übernommen wird." Der VfR Neumünster hat sich bereits angekündigt, kommt mit Team-Chef und Spieler Antoine Hey, Trainer Gelsdorf hatte den Akteur bereits in Osnabrück, bei Fortuna Köln und in Düsseldorf in seinem Kader. Mit Hey-Vater Jonny spielte der Ex-Profi selbst noch zusammen bei Arminia Bielefeld (1972-74). Grund genug, sich mit mit dem 51-Jährigen zu unterhalten.

Jürgen Gelsdorf, wer sich einbildete, Bocholt einfach abfrühstücken zu können, wurde eines Besseren belehrt - wie erwartet?
Ich bin froh über die beiden späten Tore. Das war für uns eine undankbare Aufgabe, Bocholt ist ein mehr als ordentliches Oberliga-Team. Wir kamen überhaupt nicht in unseren Rhythmus. Die Zuschauer fingen natürlich zurecht an zu murren.

Sechs Tage noch bis zum Restrundenstart der Regionalliga Nord am Samstag, 28.Februar, zuhause an der Hafenstraße gegen das Schlusslicht VfR Neumünster. Noch greifen nicht alle Rädchen ineinander - korrekt?
Gegen den VfR darf das nicht so ablaufen, wir müssen unsere Linie 90 Minuten lang durchziehen. Ich war erleichtert, dass wir diesen letzten Härtetest gegen Bocholt hatten, das war ein wichtiger Wettkampf. Zwei unangenehme Aufgaben nach der Winterpause, die erste haben wir erfolgreich über die Bühne gebracht.

Wird es am kommenden Samstag Parallelen geben?
Der Spielverlauf wird gegen den VfR ähnlich sein. Neumünster wird mit dem Motto nach Essen kommen, sich einen schönen Tag zu machen. Wir müssen geduldig agieren, Hektik darf nicht auftreten. Wir dürfen einfach nicht die Linie verlieren, auch wenn der Druck immer größer werden wird, die drei Zähler müssen einfach her.

Große Möglichkeiten wurden gegen Bocholt vergeben!
Wenn wir gegen Bocholt die Chancen genutzt hätten, wäre die Messe schnell gelesen gewesen. An einem guten Abend hätte es auch 6:1 für uns enden können. Andererseits hätten wir auch ein 1:2 fangen können.

Rhythmusstörungen im spielerischen "RWE-Herz" - richtig?
Insgesamt muss sich im Mittelfeld gesteigert werden, in Durchgang zwei war die Zweikampfstärke nicht ausreichend. Außerdem müssen wir schneller umschalten. Wir dürfen nicht erst am eigenen Strafraum die Zweikämpfe gewinnen, im Mittelfeld muss zugepackt werden. Keiner darf denken, hinten wird schon alles aufgehalten. In Durchgang zwei kamen immer wieder Leute frei auf die Kette zu.

Welchen Eindruck machten die defensiven "Perlen"?
Die Organisation der Kette war hinten schon in Ordnung. Den Jungs muss aber die Möglichkeit gegeben werden, Anspiele ins Mittelfeld machen zu können. Wir agieren mit einer Mehrheit von offensiven Akteuren, das erfordert eine hohe Laufbereitschaft und kämpferisches Dagegenhalten. Für Tore sind wir dann immer gut.

Kapitän Heiko Bonan saß 90 Minuten auf der Bank!
Es geht darum, dass mein Team Heiko, wenn er außen vor ist, nicht nur als Akteur ersetzt, sondern vielmehr als Persönlichkeit. Viele haben sich vorher hinter ihm versteckt. Es war in der Vergangenheit doch immer Heiko, der deutlich wurde, auf dem Feld und auch abseits des Platzes. Schlimm, wenn die Mannschaft dazu nicht in der Lage wäre. Ich will, dass insbesondere Leute, die schon andere Stadien gesehen haben, Verantwortung übernehmen.

These: Insbesondere von einem Bjarne Goldbaek muss mehr Dominanz kommen!
Er hatte seine Schwierigkeiten, genau wie auch Sven Lintjens seinen Lauf noch nicht hat, er zeigte tolle Pässe wie vor dem Tor, allerdings auch Aussetzer. Ich hatte mich vorher entschieden. Auch Heiko hätte spielen können, obwohl er leichte muskuläre Probleme hatte. Heiko trägt das voll mit, obwohl ich mir sicher bin, es fällt ihm gerade aufgrund seiner schon 38 Jahren um so schwerer.

Ohne Persönlichkeit wird der Aufstieg schwer - Widerspruch?
Das habe ich auch mit der Mannschaft deutlich besprochen, wir haben doch einige Leute, die vorhaben, höher zu spielen. Jetzt sind sie herzlich eingeladen, uns allen das zu beweisen. Jeder muss sich einbringen, jeder muss jetzt mit den Anforderungen umgehen.

Die Neuzugänge Sebastian Schoof und Hilko Ristau standen in der Startelf - wie lautet Ihr Fazit?
Sebastian war nach dem Match ziemlich enttäuscht. Ich habe ihm aber klar gemacht, dass das nur gerechtfertigt wäre, wenn er lediglich eine Chance gehabt hätte. Er hat sich seine Möglichkeiten aber erarbeitet, das ist für mich entscheidend. Klasse auch, wie sich Hilko durchgebissen hat, das waren zweimal 90 Minuten in einer Woche für ihn, super nach seiner langen Verletzungspause, das war sehr überzeugend.

Autor: og

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