Auswärts schwach, zu Hause stark. RWE-Trainer Jürgen Gelsdorf such nach Gründen. Und er macht sich heftige Gedanken über mögliche Zu- und Abgänge.

RWE: Gelsdorfs Gedanken über Kader!

cb+og
12. Dezember 2003, 13:47 Uhr

Auswärts schwach, zu Hause stark. RWE-Trainer Jürgen Gelsdorf such nach Gründen. Und er macht sich heftige Gedanken über mögliche Zu- und Abgänge.

Überflüssig wie ein Pickel am Hintern! Keine Frage, die finale 0:2-Schlappe von RWE bei den Amateuren des SV Werder Bremen passt nicht in die Winterpausen-Atmosphäre des Traditionsvereins, der mittlerweile satte sieben Punkte hinter Spitzenreiter Wuppertaler SV liegt. "Ich habe mich schon geärgert. Klar, wir fuhren zu einer der heimstärksten Truppen und verlieren mit 0:2, was im Rahmen des Möglichen war", bilanziert RWE-Trainer Jürgen Gelsdorf grübelnd. Was den Fußball-Lehrer mächtig fuchst: "Es waren zu viele Auswärtsspiele, die wir unter dem Strich auch zurecht verloren haben, es war in den Matches einfach zu wenig drin."

Bei seiner Amtsübernahme kündigte Gelsdorf an, eine Bestandsaufnahme seiner Eindrücke zu formulieren, genau die wird er jetzt mit den Verantwortlichen - federführend der Sportliche Leiter Frank Kontny - haarklein diskutieren. "Das betrifft alle Bereiche, mit Frank bin ich auf einer Linie, wir haben das auch schon thematisiert. Wir sind dabei, uns ganz konkret über den Kader Gedanken zu machen, das bleibt nicht aus", nickt Gelsdorf ab.

Die Ansatzpunkte dürften kein großartiges Geheimnis sein, ein eklatanter Unterschied zwischen den Auswärtsfahrten und den Heimauftritten blieb niemandem verborgen - Ursachenanalyse! Gelsdorf: "Ich mache mir Gedanken darüber, woran es liegt, Widerstände wie einen Rückstand nicht überwinden zu können. Es kommt in solchen Momenten wenig vom Team. Das Manko ist einfach zu sehen."

Personalfragen werden auf dem Tisch liegen. Gelsdorf: "Das kommt hoch, das ist auch in Ordnung. Mit meinem Urteil über den Gesamtkader bin ich schon ziemlich weit. Nach einem Kassensturz hat man die Fakten." Die Torhüter-Diskussion ist schon länger im Gange, ein Sascha Kirschstein wird gehen, Favorit ist und bleibt - wie RS bereits früh vermeldete - der Bundesligist Wolfsburg, wo insbesondere der ehemalige 1860er Simon Jentzsch keine große Lobby hat. "Kirsche" dementiert bislang hartnäckig das frühzeitige Kofferpacken in der Winterpause. Trotzdem hält sich diese Vermutung weiterhin - Geld würde für den im Sommer ablösefreien 23-Jährigen fließen. Eine Keeper-Lücke zu schließen, wäre ein vergleichbar geringes Problem. Dazu kommt, dass ein René Renno nicht mit einem Vertrauensdefizit bei einer potenziellen Amtsübernahme zu kämpfen hätte.

Logisch ist auch, die Situation in der Abteilung Attacke ist unbefriedigend. Auf der Besetzungscoach sitzen eigentlich nur Erwin Koen (acht Tore) und Kollege Benny Köhler (sieben Treffer). Ob ein Sascha Wolf (heftige Rückenprobleme, frühzeitig in die Winterpause geschickt) mit ausreichender Qualität überhaupt zurück kommt, darf diskutiert werden. Enttäuschend bislang auch, wie sich Ex-Profi Dirk van der Ven verkauft hat - der außerdem auch nicht die klassische "Spitze" ist. Konkurrenz-Druck durch einen Martin Hauswald oder einen Mark Komade bleibt komplett aus.

Kopfballstärke ist vorne eher ein Fremdwort. Fakt auch: Sven Lintjens ist kein Stürmer, wäre dort auch mit seinen Qualitäten verschwendet. Ein Ansatz dürfte auch die Mittelfeld-Konzeptionierung mit vielen ähnlichen Spielertypen sein. These: Die Restrunden-Option Sven Fischer (nach Kreuzbandriss nahezu wieder komplett fit) wird nicht ohne Bedeutung sein. Kontny wischt Bedenken vom Tisch: "Hut ab vor der Truppe, sie musste bisher einiges erleben, die Jungs sind auf einem guten Weg."

Autor: cb+og

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