Er galt als das größte Schalker Talent seit Olaf Thon. Mike Hanke, ehemals Torschützen-König in der S04-A-Jugend und gleich mit einem Profi-Vertrag ausgestattet, sieht im Moment eher die Schattenseiten des Fußballer-Lebens.

SCHALKE "U23": Warum Mike Hanke wieder bei der U 23 spielt

hb
19. September 2003, 10:57 Uhr

Er galt als das größte Schalker Talent seit Olaf Thon. Mike Hanke, ehemals Torschützen-König in der S04-A-Jugend und gleich mit einem Profi-Vertrag ausgestattet, sieht im Moment eher die Schattenseiten des Fußballer-Lebens.

Er galt als das größte Schalker Talent seit Olaf Thon. Mike Hanke, ehemals Torschützen-König in der S04-A-Jugend und gleich mit einem Profi-Vertrag ausgestattet, sieht im Moment eher die Schattenseiten des Fußballer-Lebens.

In der vergangenen Serie zwischen den Oberliga-Amateuren und der Bundesliga-Truppe pendelnd, schien es nur eine Frage der Zeit, ehe bei Hanke der große Durchbruch klappen sollte. Immerhin kam der gebürtige Hammer unter Frank Neubarth und Marc Wilmots auf zehn Erstliga und drei UEFA-Cup-Einsätze, schoss beim 4:0 gegen den FC Gomel seine ersten Europapokal-Tore. In der laufenden Saison gesellten sich zwei weitere Auftritte in der deutschen Eliteklasse sowie ebenfalls zwei im UI-Cup (mit Treffer gegen Chisinau) dazu.

Zahlen, die Mike Hanke aktuell nicht interessieren. Statt weiter seinen Traum von der großen Karriere verwirklichen zu dürfen, wurde der 19-Jährige von Schalkes Chef-Coach Jupp Heynckes nicht mehr für das Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart berücksichtigt. Statt in der Arena vor über 60.000 aufzulaufen, hieß die Wirklichkeit für den in seiner Kindheit in S04-Bettwäsche schlafenden Youngster Regionalliga-Allltag mit der „U 23“ beim KFC Uerdingen. „Ich muss mich weiter im Training anbieten, dann erhalte ich sicherlich wieder meine Chance“, gibt sich Hanke nach Außen hin moderat.

Innerlich aber brodelt’s in dem Skorpion. Nicht nur wegen der Verpflichtung von Edi Glieder, mit der Schalke einem hoffnungsvollen Nachwuchs-Stürmer einen 34-Jährigen vor die Nase setzte, sehen Hankes Karten auf Schalke derzeit nicht gut aus. Nun hat der beim TuS Wiescherhöfen groß gewordene Angreifer in Michael Delura (siehe Text Seite 7!) Konkurrenz in der eigenen Altersklasse bekommen. „Michael hat oben mittrainiert, als Ebbe und ich bei der National-Mannschaft waren“, weiß der „U 21“ – Auswahlspieler und betont: „Ich glaube nicht, dass er an mir vorbei prescht.“

Doch während Delura am Samstag in Freiburg erstmals in seiner Karriere Bundesliga-Luft schnuppern darf, muss Hanke zusehen, dass er wieder auf die Beine kommt. Am Dienstag musste der Blondschopf wegen 40 Grad Fieber beim Freundschafts-Spiel der Profis in Bad Oeynhausen passen. Eine willkommene Gelegenheit, sich bei einem Wald- und Wiesen-Kick für höhere Aufgaben zu empfehlen, ging Hanke durch die Lappen. Gestern Vormittag weilte der junge Mann mit der Nummer 26 zwar wieder auf Schalke, suchte aber lediglich die medizinische Abteilung auf, um sich zu stärken. „Ich habe eine Infusion bekommen und Medikamente mitgenommen“, wirkte Hanke gestern noch reichlich verschnupft.

Heute will der noch bei Mama in Pelkum wohnende Teenager wieder ins Training der Profis einsteigen. Sicher ist jetzt schon, dass Hanke morgen nicht mit nach Freiburg fahren wird, sondern zu Hause bleibt, um am Sonntag den freien Fall der Schalker „U 23“ aufzuhalten. „In der Regionalliga zu spielen, ist für einen 19-Jährigen bestimmt nicht das Schlechteste“, hält der Strafraum-Spezialist vorerst still.

Lange will sich Hanke aber mit der dritten Klasse nicht begnügen. Am 30. Juni 2004 läuft sein Vertrag auf Schalke aus, die Zukunft danach ungewiss. „Ich habe mehrere Angebote aus der Ersten und Zweite Liga. Bis Anfang nächsten Jahres möchte ich mir die Entwicklung ansehen. Schalke ist mein Traum-Verein, aber ich will spielen. Wenn nicht hier, dann woanders!“

Autor: hb

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