Gestern erschien Christoph Jacob nur in Zivil-Kleidung im Lohrheide-Stadion, sah sich das Meisterschaftsspiel gegen Holstein Kiel von der Tribüne aus an.

SG WATTENSCHEID: Schock für Christoph Jacob

tt
28. August 2003, 13:41 Uhr

Gestern erschien Christoph Jacob nur in Zivil-Kleidung im Lohrheide-Stadion, sah sich das Meisterschaftsspiel gegen Holstein Kiel von der Tribüne aus an. "Wahrscheinlich bin ich in den nächsten vier Wochen nicht dabei", erklärt der 25-Jährige.

Grund: Die im Test gegen Gaziantepspor erlittene Fußprellung stellte sich nach genauerer Untersuchung mittlerweile als Anbruch des Kahnbeins im rechten Fuß heraus. Außerdem wurde eine Teil-Fraktur im Großzehen-Grundgelenk diagnostiziert. "Der Radiologe meinte, in meinem Fuß hätte es richtig wüst ausgesehen. Um die Verletzung genau erkennen zu können, musste sogar Kontrastmittel genommen werden", schildert Jacob.

Der einstige Duisburger schleppte sich in den ersten vier Saisonspielen bislang durch. "Die Maßnahmen mit Akupunktur, Laser und Schmerztherapie sind nicht angeschlagen, bei Belastung sind die Beschwerden schlimmer geworden. In den Begegnungen habe ich teils mit Schmerzmitteln, teils mit schmerzstillenden Spritzen gespielt", erklärt Jacob.

Während die Mannschaft versucht, sich allmählich in höhere Sphären vorzutasten, muss sich der Keeper fast tatenlos zusehen. "Auf mich warten vier Wochen Krafttraining. Einfach zum Kotzen. Meine Situation ist total unbefriedigend, ich bin momentan ein bisschen down und deprimiert."

Doch Christoph Jacob wäre nicht Christoph Jacob, wenn er nicht kämpferisch die Torwart-Faust ballen würde: "Ich versuche, die Verletzung jetzt so schnell wie möglich auszukurieren. Wenn mein Vertreter Henning Schubert gut hält, bis ich wieder einsatzfähig bin, habe ich damit kein Problem. Hier geht es einzig und alleine um die Mannschaft, nicht um Einzel-Personen."

Mit dem schwachen Saisonstart, der durch das knappe 3:2 in Hamburg etwas abgedämpft wurde, zeigt sich Christoph Jacob verständlicherweise nicht zufrieden. "Bisher hatte ich nicht den Eindruck, dass wirklich jeder den Ernst der Lage richtig erkannt hat. Wir sind momentan nicht die Spitzen-Mannschaft, die wir eigentlich sein wollten. Teilweise fehlt einfach das Feuer auf dem Platz, wir müssen auch dahin kommen, den Gegner klar zu beherrschen." Der Schlussmann legt den Finger in die Wunde: "In Hamburg haben wir nur durch individuelle Fehler des Gegners gewonnen. Wir selbst mussten nach vier Begegnungen schon wieder mit die meisten Gegentore hinnehmen, obwohl da eigentlich der Hebel angesetzt werden sollte." Heißt im Klartext: Es gibt noch reichlich zu tun an der Lohrheide.

Autor: tt

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