Abpfiff! Am Samstag jettete die Zebra-Bande nach siebentägigem Aufenthalt aus Portugal zurück nach Deutschland.

MSV: Bommer kontert Meinungsmache gegen Chef

tt
15. Januar 2007, 10:14 Uhr

Abpfiff! Am Samstag jettete die Zebra-Bande nach siebentägigem Aufenthalt aus Portugal zurück nach Deutschland.

Abpfiff! Am Samstag jettete die Zebra-Bande nach siebentägigem Aufenthalt aus Portugal zurück nach Deutschland. „Wir haben sensationelles Wetter gehabt, Essen und Hotel waren gut, der Trainingsplatz hätte zwar etwas härter sein können, aber unter dem Strich war es eine positive Woche. Es gab kaum Verletzungen, wir sind gut durchgekommen. Die Mannschaft hat ausgezeichnet gearbeitet“, bilanzierte MSV-Coach Rudi Bommer.

So ganz ruhig und harmonisch verlief das Camp in Albufeira nicht. Die Entmachtung von Georg Koch als Kapitän, übrigens schon Mitte Dezember bei einer Aufsichtsrats-Sitzung beschlossen und am 8. Januar schließlich im schimmernden Sheraton-Ambiente an der Algarve von Boss Walter Hellmich offiziell verkündet, war Thema Nummer eins. Bommer: „Belastet hat mich das nicht. Ich bin lange genug dabei, das war eine Begleiterscheinung.“ Was den ehemaligen Frankfurter allerdings stört, ist die Sündenbock-Schiene, auf die Walter Hellmich bugsiert wird. „Der Chef wird in eine Ecke bewegt, die nicht richtig ist“, erklärt der Trainer, „schließlich ist etwas gewesen, eine Abmahnung erfolgt. Das macht Herr Hellmich keineswegs aus Spaß und Laune. Es gab eine Verfehlung, das sollte man nicht einseitig bewerten.“

In der Anonymität diverser Foren, wo sogenannte Insider als Brunnenvergifter auftreten, geht es ebenso rund, wie per Leserbrief-Absendung Richtung Print-Medien. Bommer: „Was da abgeht, finde ich nicht richtig. Ich habe einen ausgesprochenen Gerechtigkeits-Sinn. Wenn es bei mir im sportlichen Bereich passiert wäre, hätte ich genauso gehandelt. Dann hätte ich wahrscheinlich die Schelte abbekommen.“

Der Coach schließt das Kapitel ab: „Georg wurde für sein Fehlverhalten bestraft, damit hat es sich dann auch. Es muss normal weiterlaufen.“ Auch Spekulationen über eventuelle Änderungen auf der Keeper-Position sind völlig aus der Luft gegriffen. Duisburg unterliegt finanziellen Auflagen und hat den DFL-Punkt, 750.000 Euro Ablöse für einen Jung-Hwan Ahn zu erzielen, überhaupt nicht erfüllt. Durch die Vertragsauflösung kam für den extravaganten Ex-Star kein Cent in die Kasse, folglich sind die Hände gebunden. Georg Koch bleibt zwischen den Pfosten, zumal sein sportlicher Wert für die Truppe unbestritten ist. Generell wird der MSV im Gegensatz zur Konkurrenz ohne Blut-Auffrischung ins Rückrunden-Rennen starten. Bommer: „Das kann ein Vorteil sein. Wenn es gut geht, haben wir alles richtig gemacht. Fallen ein paar Leute aus, heißt es: Warum habt ihr nicht nachgelegt? Fakt ist: Vom Finanziellen können wir nicht viel machen, weil wir im Sommer an unsere Grenzen gegangen sind. Ich glaube aber, dass wir trotz des Ausfalls von Stefan Blank einen ausgewogenen Kader haben.“

Was sich der einstige Aschaffenburger wünscht, ist mehr Phonstärke auf dem Platz. „Die Mannschaft muss insgesamt lauter werden. Es läuft mir noch zu ruhig ab, die Hilfestellung findet nicht so statt, wie ich mir das vorstelle. Letztlich ist das aber Typ-Sache. Ich fordere es zwar ein, doch bei leisen Leuten ist es schwierig. Du wirst einen Björn Schlicke, der ruhig und sachlich seine Meinung äußert, nicht so umkrempeln, dass er mit dem Vorschlaghammer durch die Reihen geht.“

Autor: tt

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