Einer, der sich richtig freut, dabei zu sein: Michel Harrer!

RWE: Köstner landete auf der Mobilbox - Harrer als nächster Youngster

og
08. Januar 2007, 15:11 Uhr

Einer, der sich richtig freut, dabei zu sein: Michel Harrer!

Einer, der sich richtig freut, dabei zu sein: Michel Harrer! Der 19-Jährige verletzte sich als A-Junior noch während der letzten Spielzeit schwer am Knie, kam erst während der jetzigen Saison fit zurück, holte sich Praxiszeit bei der U23 - jetzt die Berufung für den bis zum 30. Juni 2007 gebundenen Allrounder nach oben. "Die Ansage kam schon überraschend für mich", gibt der 1,89-"Brocken" offen zu, "der Trainer rief mich selbst an." Allerdings landete Lorenz-Günther Köstner erst einmal auf der Mobilbox. Harrer erinnert sich grinsend: "Alles ein wenig schwierig, ich habe eine neue Nummer, die Mailbox habe ich dann etwas später erst abgehört." Und freute sich über die Nachricht. Der Vertragsamateur überzeugte bei seinen Auftritten für die U23. Mit deren Trainer Michael Kulm sich Köstner kurzschloss. "Ein unverbrauchtes Gesicht tut jeder Mannschaft gut, ich will ihn kennenlernen, sehen, dass er dabei ist."

Vor allen Dingen auch deshalb, weil der Fußball-Lehrer ein Defizit bei der Mittelfeldbesetzung herausgefiltert hat: Stijn Haeldermans hinkt unfit hinterher, Dimi Gramozzis (Wadenbeinbruch) fällt noch lange aus, Victor-Hugo Lorenzón (Knie) ist angeschlagen: Die Chance für Harrer, sich zu zeigen. Es muss vor der heftigen Knieverletzung (Kreuzband-, Innenband-, Bizepssehnen-riss, Außenmeniskus lädiert), die sich Harrer in einem Freundschaftsspiel vor ziemlich genau einem Jahr gegen Hertha BSC zuzog, mehr als einen Grund gegeben haben, den 85 Kg-Kerl - der noch zwei Brüder (beide bei Fortuna Düsseldorf) und zwei Schwestern hat - zu binden.

Harrer ist gebürtiger Düsseldorfer, genau wie auch Freundin Saskia (19), besucht dort noch bis zum Fachabi in diesem Sommer das Georg Büchner-Gymnasium, ist für das Trainingslager extra vom Schulbetrieb freigestellt. "Mein Ziel ist, jetzt in den Profibetrieb reinzuschnuppern, ich will das Programm durchhalten." Und die üble Periode des Krankenlagers endlich zu den Akten legen. Harrer bleibt offen: "Irgendwie ist ein Angstgefühl noch ein bisschen da, das war schließlich eine wirklich schlimme Zeit, in den ersten sieben Monaten musste ich immer damit rechnen, dass meine Karriere zu Ende ist." Dabei hatte sie noch nicht einmal angefangen, seine Comeback-Praxisminuten, nach dem die Ärzte wieder das Fitness-O.K. gaben, liefen beim Match in Bad Bentheim, ein vom DFB verlostes Spiel.

Harrer: "Das ist jetzt also mein erstes Trainingslager im Seniorenbereich." Und das soll gelingen. Klar, dass sich die Youngster auch in Paphos finden, so bleibt nicht aus, dass Harrer ständig zusammen mit Serkan Calik und Baris Özbek gesehen wird. Aus gutem Grund! "Das sind zurzeit sicherlich so was wie meine Vorbilder", erklärt Harrer, der genau verfolgt hat, wie das Duo seine Chance bei Köstner zuletzt nutzte. Was allerdings daneben ging, war die bisherige Freizeitplanung. Harrer schaut etwas schuldbewusst, er verbockte bislang die anvisierten Duelle an der Playstation, "weil ich das notwenige Scartkabel in Deutschland vergessen habe." Er wird für einen Ausgleich sorgen müssen, nicht nur für ein neues Kabel, für das in Paphos gerade so einige Hebel in Bewegung gesetzt werden.

Genau wie für seine Überzeugungsarbeit, den Trainer voll auf seine Seite zu kriegen. "Wo ich in Spielen agiere, ist eigentlich egal, naja, lieb wäre mir, ab Mittelfeld nach vorne, ich habe aber auch schon defensive Rollen übernommen." Wie gesagt, ein Multitalent, auch das wird Köstner nicht stören. Eine Rückzugsmöglichkeit hat Harrer aktuell - noch! Er belegt wie Alex Löbe (der Kapitän auf eigenen Wunsch) zurzeit ein Einzelzimmer, das bislang noch kalte zweite Bett ist für einen potenziellen Neuzugang vorgesehen. Vielleicht hat der ja gleich ein Scartkabel im Gepäck?

Autor: og

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