Der Heilsbringer hat sich in einen Kurzurlaub verabschiedet, der Präsident kann sich alleine feiern lassen.

Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln: Overath kann sich für Daum-Coup feiern lassen

20. November 2006, 12:33 Uhr

Der Heilsbringer hat sich in einen Kurzurlaub verabschiedet, der Präsident kann sich alleine feiern lassen.

Der Heilsbringer hat sich in einen Kurzurlaub verabschiedet, der Präsident kann sich alleine feiern lassen. Mit der spektakulären Verpflichtung von Christoph Daum hat der Vorstand des dreimaligen deutschen Fußball-Meisters 1. FC Köln praktisch in letzter Sekunde den Zündstoff aus der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend (19.00 Uhr) in der Rheinparkhalle 3 herausgenommen. `Es ist gar nicht so einfach, einen Christoph Daum in die 2. Liga zu holen. Ich denke, es ist schon eine Leistung, dass uns das gelungen ist´, sagte der zuvor heftig in die Kritik geratene Präsident Wolfgang Overath voller Stolz der Bild-Zeitung. Am Sonntag hatten die Geißböcke überraschend verkünden können, dass der Wunschkandidat nach seiner medienwirksam inszenierten vorherigen Absage sogar einen Dreieinhalbjahres-Vertrag bis 30. Juni 2010 beim FC unterschrieben hat. Für Brisanz dürfte bei der Versammlung dennoch gesorgt sein, obwohl keine Neuwahlen auf dem Programm stehen.

Denn nach der 1: 2-Pleite gegen 1860 München und dem Sturz auf dem zehnten Tabellenplatz in Liga zwei muss sich der Traditionsklub anstatt mit dem angestrebten sofortigen Wiederaufstieg ins Oberhaus zunächst mal mit dem Abstiegskampf im Unterhaus beschäftigen. `Wir stehen vor einer sehr schweren Aufgabe. Wir können die Ziele nur gemeinsam schaffen. Jetzt muss ein Ruck durch die Stadt gehen, damit wir den Aufstieg noch schaffen´, forderte Daum nach der neuerlichen Heimpleite im Express-Interview. Der 53-Jährige, der wegen der Nachwirkung seiner Halsoperation erste Ende November, Anfang Dezember offiziell seinen Dienst bei seinem ehemaligen Klub antreten wird, war aber schon am Sonntag in neuer Mission für die Rheinländer unterwegs, was zu neuen Spekulationen rund um den Dom führte. Denn Daum hatte gemeinsam mit Ex-Nationalspieler Jürgen Kohler auf der Suche nach möglichen Verstärkungen das Match des französischen Erstliga-Absteigers FC Metz gegen Ajaccio (2:0) besucht, ehe er noch ein paar Tage Kraft tanken wollte.

Welche Rolle dem früheren Kölner Profi Kohler, der angeblich nach der ursprünglichen Absage von Daum in der vergangenen Woche ebenfalls als Kandidat gehandelt worden war, zukommt, ist noch unklar. Zu den Spekulationen, dass der ehemalige Leverkusener Sportdirektor mit in den Trainerstab einbezogen wird, wollte sich der FC bislang nicht äußern. Klar dürfte dagegen sein, dass Overath und Geschäftsführer Michael Meier den Mitgliedern Nachbesserungen des Kaders in der Winterpause ankündigen werden. `Er möchte im Winter personelle Änderungen vollziehen. Das können und werden wir auch tun´, kündigte Meier bereits an, dass man dem Wunsch von Daum entsprechen werde. Die Mittel für Verstärkungen sind zumindest verhanden, wie der FC bereits frühzeitig bekannt gegeben hatte.

Denn Köln hat in der Saison 2005/2006 einen Rekordumsatz von 48 Millionen Euro erzielt, allerdings die Spielzeit zum 30. Juni mit einem Minus von 166.000 Euro abgeschlossen. Da in dieser Bilanz aber der Erlös aus dem Transfer von Stürmer Lukas Podolski im Sommer zu Rekordmeister Bayern München (angeblich 10 Millionen Euro) noch nicht eingerechnet ist, stehen wohl ausreichend Mittel zur Verfügung. Sollte das Saisonziel Wiederaufsteig dennoch verfehlt werden, würde der Klub nicht in einen finanzielle Schieflage geraten. `Wir sind mit den Zahlen zufrieden. Auch wenn uns am Ende der laufenden Saison der Aufstieg nicht gelingen sollte, werden wir das wirtschaftlich überleben´, meinte Hauptgeschäftsführer Claus Horstmann.

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