Frust im Doppelpack. Den sah man bei RWE-Kapitän Alexander Löbe und Keeper Karim Zaza.

RWE: Löbe und Zaza: Schmerzen und der Mauerfrust - Kein Verständnis für Keeper-Unmut

og/cb
18. September 2006, 09:05 Uhr

Frust im Doppelpack. Den sah man bei RWE-Kapitän Alexander Löbe und Keeper Karim Zaza.

Frust im Doppelpack. Den sah man bei RWE-Kapitän Alexander Löbe und Keeper Karim Zaza. Löbe machte den Anfang: "Die neutralen Beobachter waren alle ganz begeistert, ich dagegen super enttäuscht. Wenn du einen Rückstand umbiegst, über weite Strecken führst, darfst du zwei Punkte nicht liegen lassen. Das hätte uns entscheidend abgesetzt, leider haben wir das nicht geschafft."
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Besonders die schnellen Gegentore zum 2:3 und 3:4 wurmten den Routinier: "Wir standen nicht mehr so kompakt wie in den ersten Partien, wo uns genau das ausgezeichnet hat." Dann gab es aber auch anerkennende Worte in Richtung der Gäste: "Jena hat das gut ausgenutzt. Es verbietet sich fast, wenn man vier Tore auswärts erzielt, nicht von einem verdienten Punkt für den Gegner zu sprechen. Das 2:3 wurde wunderschön herausgespielt. Wir sehen da natürlich auch sehr alt aus, wie die schön hin und her passen. Und der Torschütze war ebenfalls dermaßen frei, der konnte ihn vor Freude mit jedem Körperteil reinmachen."
Wie Paulo Sergio beim 2:1, vorausgegangen war ein Duell Löbe gegen Keeper Christian Person, die Gäste forderten das Foul von Löbe, der erklärte: "Person ist ein großer Kerl. Es ist mein Job, da reinzurauschen. Das sind die berühmten Bälle, wo es weh tut. Tat es auch, aber ich sehe den ja nicht, daher kann ich kaum etwas dazu sagen."

Keineswegs sprachlos war nach dem Abpfiff Schlussmann Zaza, viel eher bedient, denn jeder Schuss war am Freitag ein Treffer. Und obwohl viele Zuschauer ihm seine Leistung vehement ankreideten, konnte der Torwart an den Gegentoren kaum etwas machen. Seine kritische Analyse: "Mir hat das keinen Spaß gemacht. Was mich ärgert, ist, dass wir nach dem 3:1 aufgehört haben, Fußball zu spielen. Es sah so aus, als hätten wir kaum noch gekämpft. Ich weiß nicht, was passiert ist. Hätten wir zehn Minuten länger gespielt, hätte es bestimmt noch eine Bude für Jena gegeben."
Denn in der Defensive stimmte nicht viel, wie Zaza am Freistoß zum 2:3 aufzeigt: "Ein Mann von uns ist in die Mauer gegangen, der da nicht hin sollte. Dadurch wurde mir die Sicht genommen und ich konnte den Ball in meine Torwartecke nicht erkennen. So was passiert leider, auch wenn das nicht sein darf." Daher die ehrlichen Worte von der Nummer eins: "Wir müssen mit dem einen Zähler leben, so eine Partie kann man schnell auch noch verlieren. Besonders, wenn man nach einem 3:1 mit allem aufhört. Darüber müssen wir reden."
Die Kulissen-Reaktion gegenüber Zaza ließen den Schweigeversuch von Coach Neuhaus ziemlich scheitern. "Ich habe lange überlegt, ob ich dazu etwas sage", grimmte der Fußball-Lehrer sichtlich: "Das geht mir auf die Nerven, das ist geradezu unverschämt."
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Und sein Vergleich: "Jenas Christian Person sah in diesem Match bestimmt nicht gut aus, soll der Club jetzt gleich mit ihm den Vertrag auflösen? Ich muss die Leute wirklich fragen, an welchem der Gegentreffer hat Karim wirklich etwas machen können?" Sein Fazit war deutlich: "Das ist eine Unart, ich werde das nicht akzeptieren." In der letzten Spielzeit war Dirk Langerbein Ziel einer Häme von den Rängen, in der Saison davor Robert Wulnikowski. Damals gab es null Reaktion vom Club, beide "Kicker-Karren" fuhren gegen die Wand - jetzt reagiert Neuhaus! Der Trainer: "Mensch, nur weil Karim einmal einen Ball faustete und nicht fing." Auch das Murren im Rund in Richtung Alex Löbe entlockt Neuhaus eher nur ein ziemlich genervtes Kopfschütteln. "Mein Gott, er haut sich doch rein, kommt wöchentlich mit Prellungen vom Platz." Diesmal mit erneutert Platzwunde. Neuhaus: "Klar, es fehlt ihm ein Treffer."

Autor: og/cb

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