Zwischenzeitlich war es eine Demonstration der Stärke: In der Form von Donnerstagabend ist YEG Hassel ganz klar ein Aspirant auf die Gelsenkirchener Hallenkrone.

Halle Gelsenkirchen

Gardinenpredigt auf türkisch inklusive

06. Januar 2011, 21:43 Uhr

Zwischenzeitlich war es eine Demonstration der Stärke: In der Form von Donnerstagabend ist YEG Hassel ganz klar ein Aspirant auf die Gelsenkirchener Hallenkrone.

Ohne Punktverlust marschierte der Bezirksligist durch die Vorrundenspiele. Dabei zeigten die Grün-Weißen nicht unbedingt die feinen Kabinettstückchen, sondern überzeugten taktisch und vor allem läuferisch. Ahmet Özkaya sah's genauso: "Mit brotloser Kunst und 'Hacke, Spitze, 1-2-3' kannst du nichts gewinnen. Man muss kämpfen und arbeiten. Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung." Deshalb konnte der Spielertrainer als frischgebackener Gruppensieger schon auf den Sonntag blicken. "Das wird eine heiße Sache! Ich denke, wenn wir weiter so diszipliniert spielen, können wir auch in der Endrunde ein Wörtchen mitreden." Recht hatte er – vor allem, weil bei YEG dann auch wieder ein etatmäßiger Keeper im Kasten steht. Am Donnerstag hatte sich Linksverteidiger Cengiz Balci die Torwarthandschuhe angezogen, denn alle drei Schlussmänner der Senioren waren verhindert.

Hildebrandt schimpfte mit hochrotem Kopf

Leidtragener des Hasseler Durchmarschs war der SC Schaffrath. "Die Jungs tun mir schon ganz schön leid", erklärte Jochen Sauer, denn als bitteres Fazit stand: Knapp gescheitert, ist auch vorbei. "Schon im letzten Jahr haben wir nur wegen einem Tor die Endrunde verpasst." Dieses Mal war es nicht ganz so eng, trotzdem konnte man mit dem Vertreter von SC-Chefcoach Frank Grundmann mitfühlen als er sagte, dass "man wieder dran geschnuppert habe", und als er bemerkte, dass das junge Team den Traum von der Finalrunde nun wieder um ein Jahr aufschieben müsse. Am Ende fiel man sogar auf Rang drei zurück. Anders Erle 08 - in der Ferne konnten sich die "Forsthaus-Buben" über das Erreichen der Endrunde freuen, denn bester Gruppenzweiter aus Gruppe A und B war der ESV.

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Wenig angetan von der Leistung seiner Schützlinge war Thorsten Hildebrandt. Nach der 0:7-Packung gegen YEG Hassel konnte der Trainer von ETuS Gelsenkirchen nur noch mit dem Kopf - und zwar einem deutlich gerötetem! - schütteln: "Gegen YEG kannst du sieben Stück kriegen, aber unser Auftritt war insgesamt eine Katastrophe. Ich nehme das mit Galgenhumor." Der Coach der Eisenbahner hatte schon vorher geahnt, dass am Schürenkamp nicht viel gehen würde. "Wir sind überhaupt keine Hallenmannschaft, im Feld sieht das schon ganz anders aus." Die Süd-Städter "pöhlten" mehr als das sie "zockten", aber nicht nur das missfiel dem Chef: "Da waren auch fürchterliche Abspielfehler dabei. Da hätte ich mir schon gewünscht, dass wir uns etwas stilvoller verabschieden."

Der Namensvetter aus Bismarck stand von Beginn an unter Druck, hatte der ETuS doch direkt die erste Partie gegen den späteren Gruppensieger knapp mit 2:3 verloren. Ein vorgezogenes "Endspiel" stieg also gegen die junge Truppe vom SC Schaffrath. Dementsprechend ruppig ging es zur Sache. Irgendwann packten die Bismarcker dann aber doch noch den Doppelpass aus und gingen mit 1:0 in Führung – dumm nur, dass der Gegner die gute Idee kopierte und prompt den Ausgleich erzielte - am Ende war dieses Unentschieden genau das Ergebnis, was keinem nützte. Bismarcks Spielertrainer Thomas Adamzik nahm das Ausscheiden relativ gelassen zur Kenntnis: "Ich habe das von Anfang an als eine Laufeinheit gesehen und als Gelegenheit, ein bisschen vernünftigen Fußball zu spielen." Ehrlich gesagt war nur der erste Teil dieses Vorhabens zufriedenstellend erledigt worden.

Türkische Gardinenpredigt ganz zum Schluss

"Ich bin als Außenseiter hier hin gekommen, aber mit dem, was meine Mannschaft gespielt hat, bin ich nicht einverstanden", gab Dincer Erdogan schließlich zu Protokoll. Der Trainer von Anadolu Spor wollte sein hartes Urteil nicht konkretisieren, sondern die Mängel "intern besprechen". Dabei konnte sich der Coach des C-Ligisten zwar ein Grinsen nicht mehr verkneifen, aber genau so kam es: Als Tribüne und Halle sich schon völlig geleert hatten, las der Linienchef seiner Truppe noch einmal kräftig die Leviten - auf türkisch, also für die Presse nicht zu verstehen.

Die bisherigen Ergebnisse im Überblick:
[url]http://www.reviersport.de/135774---hallenstadtmeisterschaft-gelsenkirchen.html[/url]

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