Angekündigt, Wort gehalten! RWE komplettierte unter der Woche seinen Trainerstab, der anvisierte Fachmann für Fitness- und Rehabilitationsfragen heißt Stefan Mücke, wurde bis zum 30.Juni 2007 unter Vertrag genommen.

RWE: Sie nannten ihn Mücke! - Afrika-Cup-Sieger klar

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17. Juni 2006, 14:14 Uhr

Angekündigt, Wort gehalten! RWE komplettierte unter der Woche seinen Trainerstab, der anvisierte Fachmann für Fitness- und Rehabilitationsfragen heißt Stefan Mücke, wurde bis zum 30.Juni 2007 unter Vertrag genommen.

Angekündigt, Wort gehalten! RWE komplettierte unter der Woche seinen Trainerstab, der anvisierte Fachmann für Fitness- und Rehabilitationsfragen heißt Stefan Mücke, wurde bis zum 30.Juni 2007 unter Vertrag genommen. Kein Unbekannter, schließlich ist Mücke bundesweit unterwegs, bekannt für seine dezidierte Ausarbeitung von Laktwertmessungen, außerdem nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Rennfahrer. Auch die Essener mussten bei ihm - Nomen est Omen - schon Blut lassen. Der 51-Jährige, der seit 1986 auch Inhaber der Fußball-Lehrer-Lizenz ist, war bei Borussia Mönchengladbach Co-Trainer von Holger Fach, der auch einmal drei - gewonnene - Matches bei RWE das Sagen hatte. Unter Chefcoach Winfried Schäfer trimmte Mücke die Nationalmannschaft Kameruns, vorab war er bei TB Berlin (Cheftrainer Mirko Slomka), bei AEK Athen (Cheftrainer Dragoslav Stepanovic) und TSV 1860 München, wo bekanntlich auch einmal Essens Sportlicher Leiter Olaf Janßen als "Co" wirkte (Chef war Falco Götz).
"Wir sind froh, zum ersten Mal bei RWE einen Konditions- und Reha-Verantwortlichen einstellen zu können. Diese Position schließt die letzte Lücke im Trainer- und Funktionsteam und sorgt für eine weitere Verbesserung unserer professionellen Strukturen", erläutert Janßen, der unterstreicht: "Wir haben mit Stefan einen der besten Deutschen in diesem Fach, der über viel Erfahrung, großes Fachwissen und einen Trainerschein verfügt. Auch menschlich passt er sehr gut zu uns." Chef-Trainer Uwe Neuhaus hatte bereits mehrfach mit Mücke im Bereich Laktattest und -analyse zusammengearbeitet. Auch mit Bernhard Peters, supererfolgreicher Trainer der Hockey-Nationalmannschaft und Wunschkandidat von Jürgen Klinsmann für den Posten des Sportdirektors beim DFB, kooperiert Mücke im Hockey-Damen und Herrenbereich. Mücke, unverheiratet, aber seit über 20 Jahren fest gebunden, verfasste 1983/84 als Diplomsportlehrer seine Abschlussarbeit über die Laktatwerterhebungen. "Früher wurde sowas alles auf dem Laufband im Labor erledigt, um Vergleichbarkeit zu sichern. Wir haben nachgewiesen, dass man das auch alles gut draußen realisieren kann, 25 Leute in zwei Stunden." RS sprach mit Mücke.

Stefan Mücke, wie kam es zur Zusammenarbeit?
Die leistungsdiagnostischen Untersuchungen habe ich schon die ganze Zeit bei RWE gemacht, wir waren ständig in Gesprächen, man hat mich gefragt, ob ich Interesse hätte, dann haben sich die Dinge so entwickelt.

Arbeiten Sie jetzt exklusiv für RWE?
Ich bin vollzeit bei RWE, werde aber weiter mit Bernhard Peters zusammenarbeiten. Letztendlich profitieren wir alle davon.

Stichwort Interdisziplinarität?
Richtig, ich habe eine ähliche Absprache auch noch mit den Kölner Baskeballern von Rhein-Energy...

...frischgebackener Deutscher Meister...
Basketball-Bundestrainer Dirk Bauermann hat mich gefragt, ob ich die WM-Vorbereitung mit ihm mache, er kam etwas zu spät. Aber wir bleiben trotzdem in engem Kontakt. Es gibt viele sportartspezifische Trainingsmethoden, man kann immer etwas mit herüber nehmen.

Sie haben mit einer Kultfigur wie Dragoslav Stepanovic zusammen gearbeitet - Storys ohne Ende?
Er wird eher von den Medien in eine Richtung gedrängt, man versucht dann natürlich, diese Rolle zu spielen. Ich habe ihn ganz anders kennengelernt.

Nicht "Lebbe" geht weiter?
Nein, eher als akribischen Arbeiter, der weniger Bier trank als ich und nicht rauchte, vollkommen professionell.

Wie kriegt man eine schwarzafrikanische Nationalmannschaft wie die Kameruns dazu, diszipliniert zu arbeiten - Titanenarbeit?
Das war eine tolle Sache. Alles bestimmt durch Respekt, man muss den Jungs erklären, warum was wichtig ist, man muss sie mit ins Boot holen, sich nicht einfach vor sie hinstellen uns sagen: Arbeiten. Das sind sehr ehrlich Leute, die unsere Ironie nicht verstehen. Die Arbeit mit einem nicht Englisch oder Französisch sprechenden Trainer hat gut geklappt.

Nun weiß man, dass zum Beispiel in Kadern wie damals beim FC Schalke - der Holländer Huub Stevens - oder auch aktuell beim VfL Bochum - der Schweizer Marcel Koller - gerne einmal der Dialekt des Trainers imitiert wird.
Das wäre zum Beispiel damals nicht möglich gewesen, die Spieler hätten nie darüber gelacht. Sie haben gesehen, der Coach will das Beste, es war eine komplett andere Grundvoraussetzung da. Ich habe noch nie mit professioneller eingestellten Jungs zusammen gearbeitet wie mit denen aus Kamerun.

Dann war eine WM 2002 sicherlich eine riesige Sache - korrekt?
Naja, wir sind früh ausgeschieden, dafür sind wir aber beim Afrika-Cup ohne Gegentor durch gekommen. Vorab waren wir in Mali sechs Wochen kaserniert, mit einer deutschen Truppe wäre das undenkbar gewesen.

Wie Sie der Trainingsauftakt mit dem RWE-Kader aus?
Wichtig ist die Zusammenarbeit mit den anderen Coaches, Uwe Neuhaus wird mir sagen, was für ihn wichtig ist, ich werde meine Arbeit damit koordinieren.

Was ist heutzutage der wichtigste Aspekt für eine Fußballmannschaft?
Den größten Anteil hat immer noch die Ausdauer, auch wenn es andere Meinungen gibt, es bleibt dabei. Das muss man noch in aerob und anaerob...

...grob gesagt, das Arbeiten im Sauerstoffausgleich und in einer Sauerstoffschuld...
unterteilen. Dazu gibt es natürlich Schnelligkeit und Kraft, das sind aber Dinge, die man weniger beeinflussen kann. Wichtig ist, zu berücksichtigen, dass man im Fußball viele Höhepunkte hat, letztendlich gibt es jede Woche mindestens einen. Das ist für meine Arbeit der rote Faden. Man darf nicht nur auf die ersten vier Spiele achten, das Ankommen ist genauso bedeutungsvoll. Ziel ist, möglichst kontinuierlich und lange am Limit zu spielen.

Wer ist einfacher zu trainieren, eine Damen- oder Herren-Hockeymannschaft oder ein Fußball-Team?
Das ist nicht unbedingt vergleichbar, Hockey-Bundesligisten trainieren vielleicht maximal dreimal in der Woche zusammen, manche nur Dienstag und Donnerstag. Der Rest funktioniert über unsere Arbeit. Beim Hockey ist man auch auf das Individuelle angewiesen, Fußballclubs treffen sich bis zu sechsmal.

Sie waren selbst Verbandsligaspieler, damals die vierte Klasse.
Am Mittelrhein bei Berrenrath, bei den Amateuren des 1.FC Köln und bei Viktoria Köln, immer in der Abwehr oder im defensiven Mittelfeld.

Heute sagt man Staubsauger...
Sagen wir einmal so: Ich konnte immer gut laufen.

Autor: og

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