Man muss kein Mathematik-Genie sein, um ausrechnen zu können, wieviel Punkte der VfL Bochum aus den letzten verbleibenden elf Begegnungen noch braucht, um endgültig als Aufsteiger festzustehen.

VFL Bochum - Sieg über Offenbach wäre Meilenstein

03. März 2006, 10:28 Uhr

Man muss kein Mathematik-Genie sein, um ausrechnen zu können, wieviel Punkte der VfL Bochum aus den letzten verbleibenden elf Begegnungen noch braucht, um endgültig als Aufsteiger festzustehen.

Man muss kein Mathematik-Genie sein, um ausrechnen zu können, wieviel Punkte der VfL Bochum aus den letzten verbleibenden elf Begegnungen noch braucht, um endgültig als Aufsteiger festzustehen. Fünf Siege, das müsste es eigentlich schon sein. Den Anfang will das Team von Marcel Koller schon am morgigen Abend machen, wenn die Bochumer um 19 Uhr im Ruhrstadion die Offenbacher Kickers empfangen. Doch gerade das Team vom Bieberer Berg hat in den letzten Wochen deutliche Lebenszeichen gesetzt, auch oder gerade weil sie mit Momo Diabang einen Stürmer verpflichtet haben, der in den letzten beiden Spielen mit seinen Treffern entscheidenden Anteil daran hatte, dass die Kickers nicht mehr auf einem Abstiegsplatz rangieren.

Die Krux nur: Diabang ist im Januar von Bochum bis Sommer 2006 nach Offenbach ausgeliehen worden, hat anschließend wieder einen Vertrag bis 2007 an der Castroper Straße. Trifft Diabang morgen für Offenbach, könnte er den OFC dem Klassenerhalt ein gewaltiges Stück näher bringen, sich selbst aber die Rückkehr in Liga eins vermasseln. Eine pikante Note vor dem Rückspiel und wie schwer es gegen die Kickers wird, weiß der VfL seit dem torlosen Hinrunden-Remis.

Es hat sich ohnehin beim VfL zum Leidwesen von Koller einiges geändert. Nachdem der Cheftrainer zu Beginn der Rückserie keine Verletzten zu beklagen hatte, hat sich die Situation vor dem morgigen Match doch deutlich zugespitzt. So kam Zvjezdan Misimovic mit einem lädierten Knie vom Länderspieleinsatz in Dortmund zurück, konnte gestern ebenso nicht trainieren wie Pavel Drsek, der sich in Dresden eine Wadenbeinverletzung zugezogen hat. Für Misimovic wäre Dariusz Wosz eine Alternative, für die Innenverteidigung Heiko Butscher. Koller: "Wenn beide am Freitag dabei sein wollen, müssen sie sich heute im Training zeigen." So fällt frühestens am Nachmittag die Entscheidung, ob das Duo zur Verfügung steht. Einer ist definitiv nicht dabei – Filip Trojan (siehe Seite 15!). Der Tscheche wurde am Dienstag an der Leiste operiert, vielleicht die Chance für Dennis Grote, in die Anfangsformation zu rutschen. Doch der Schweizer Trainer machte dem Jungstar noch einmal deutlich, dass er ihm in der Trainingseinheit morgen noch einmal signalisieren muss, dass er unbedingt in die Startelf will. Koller: "Kriterium für die Aufstellung ist immer die Leistung. Er wird von mir nicht automatisch eingesetzt."

Lazarett-Sorgen

Eine mögliche Alternative: Daniel Imhof spielt auf der linken Seite, China auf der rechten. Doch die wahrscheinlichere Variante ist die Anfangsformation mit Grote, der noch nie Motivationsprobleme hatte und man sicher sein kann, dass er im Training seine Chance nutzen wird. Und ein weiterer Wechsel deutet sich an: Peter Skov-Jensen, der am Montag noch leicht erkrankt war, hat am Mittwoch trainiert und sitzt in den Startlöchern. Rückenwind erhält er dabei von seinem Trainer: "Wir haben seit Saisonbeginn eine Hackordnung bei den Torhütern. Peter ist gesund, ist die Nummer zwei nach dem verletzten Rein van Duijnhoven und wird deshalb auch Freitag zwischen den Pfosten stehen."

Gut möglich, dass Joris van Hout, der sich im Spiel gegen Dresden einen Zeh gebrochen hat, morgen ebenfalls zum Kader gehört. Gestern hat der Belgier mit einem Tape-Verband trainiert und in den Fußballschuhen fühlte er sich überraschend viel wohler als in seinen Straßenschuhen. Die erfreulichste Meldung kommt von Tommy Bechmann, der seine Verletzung gänzlich auskuriert hat und wieder seinen Platz im Angriff neben Fabio Junior einnehmen wird. Koller: "Das wird wieder 90 Minuten mit Haken und Ösen. Nico Michaty hat die Kickers beobachtet, ich warte immer noch auf die DVD, aber die werde ich heute Nachmittag sicherlich anschauen."

Offenbachs Spiel dürfte ähnlich strukturiert sein, wie das der meisten Teams, die in Bochum antreten. Am eigenen Strafraum ein Bollwerk aufbauen, um dann über die schnellen Diabang und Regis Dorn zu kontern. Koller: "Darauf sind wir vorbereitet." Der 45-Jährige hofft darauf, dass sich die guten Bedingungen im Stadion, der Rasen ist trotz des Dauerwinters immer noch in einem ausgezeichneten Zustand, für sein Team positiv auszahlen.

So wollen sie spielen:
Bochum: Skov-Jensen - Pallas, Drsek, Maltritz, Meichelbeck - Imhof, Zdebel, Misimovic, Grote - Bechmann, Junior
Offenbach: Thier - Yildirim, Schumann, Happe, Pinske - Mokhtari, Wörle, Sieger, Pospischil - Dorn, Diabang

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