Essen zieht Einspruch gegen Erfurt-Partie zurück

jt
23. Februar 2005, 13:08 Uhr

Nachdem Rot-Weiss Essen am Mittwoch seinen Einspruch gegen die Partie gegen Rot-Weiß Erfurt (0:0) zurückgezogen hat, fordert der Zweitligist nun eine Neuregelung des Abstiegskampfes in der 2. Bundesliga.

Am Mittwoch hat Rot-Weiss Essen den Einspruch gegen die Wertung der Partie gegen Rot-Weiß Erfurt (0:0) vom 27. August des vergangenen Jahres zurückgezogen. Im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals um Ex-Referee Robert Hoyzer fordert der Zweitligist nun eine Neuregelung des Abstiegskampfes in der 2. Bundesliga. Der RWE-Vorstand verfasste am Dienstag einen sieben Seiten langen Brief an den Vorstand der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH sowie an die übrigen 35 Erst- und Zweitligisten und schlägt darin vor, die vier Letztplazierten am Saisonende in einer Relegationsrunde gegeneinander antreten zu lassen.

Nur zwei Klubs würden absteigen

Damit würden nicht - wie in der Spielordnung der DFL vorgesehen - vier Vereine den Gang in die Regionalliga antreten, sondern lediglich zwei. In der kommenden Saison soll die 2. Bundesliga dann, wie auch bereits von Eintracht Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen gefordert, auf 20 Vereine erhöht werden.

Im Gegenzug sollen alle Zweitligisten auf ihre Einsprüche im Zuge des Fall Hoyzer verzichten, da laut RWE-Schreiben durch Spielwiederholungen sportliche Gerechtigkeit ohnehin nicht mehr zu erreichen wäre. Schließlich hätten sich mittlerweile die Kader der Klubs und auch die Voraussetzungen durch die Tabellenkonstellation verändert.

Hackmann: Keine Chance für Relegation

Die DFL sieht unterdessen keine Chance, die Absteiger der 2. Bundesliga durch Relegationsspiele zu ermitteln. Auch eine Änderung der Statuten bei dem für April geplanten außerordentlichen DFB-Bundestag scheint ausgeschlossen. "Man kann die Satzung auf einem außerordentlichen Bundestag nicht ändern. Die Statuten lassen eine Änderung der Auf- und Abstiegsregelung in der laufenden Spielzeit nicht zu", sagte Ligapräsident Werner Hackmann dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Auch der DFB-Sportgerichtsvorsitzende Rainer Koch (Poing) sieht auf Grund der bestehenden Satzungen in der Spielordnung der DFL derzeit keine Möglichkeit, die Relegations-Idee in die Tat umzusetzen. "Diese Idee hat mit den laufenden Verhandlungen nichts zu tun, da das Sportgericht nur anhand der bestehenden Grundlagen entscheiden kann. Anders wäre es, wenn man morgen die Liga auf 30 Vereine erhöht', sagte Koch dem sid.

Am Freitag wird sich Koch ab 15.30 Uhr in der Frankfurter DFB-Zentrale nur noch mit drei anstatt wie ursprünglich geplant mit sechs Einsprüchen befassen. Ihre Proteste zurückgezogen hatten bereits Bundesligist 1. FC Nürnberg sowie Zweitligist SpVgg Unterhaching.

Autor: jt

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