Schiedsrichter Frank im Focus des Niederrhein-Derby

09. Februar 2005, 10:57 Uhr

Im Niederrhein-Derby stand Schiedsrichter Thomas Frank besonders im Blickpunkt. Die nach dem Wettskandal ohnehin verschärften Blicke in Richtung der Unparteiischen wurden verschärft durch die vielen strittigen Szenen, die der Mann in Schwarz zu entscheiden hatte.

Schiedsrichter Frank im Focus des Niederrhein-Derby
Strittig, aber stets korrekt
Im Niederrhein-Derby stand Schiedsrichter Thomas Frank besonders im Blickpunkt. Die nach dem Wettskandal ohnehin verschärften Blicke in Richtung der Unparteiischen wurden verschärft durch die vielen strittigen Szenen, die der Mann in Schwarz zu entscheiden hatte.

Zwei Platzverweise, ein Elfmeter, ein umstrittenes Tor, alles gegen RWO entschieden. Klar, die Emotionen kochten über. Zurecht? Nein, denn mit etwas Abstand muss eindeutig festgehalten werden, Frank hat eine astreine Partie abgeliefert. Der Referee erklärt: "Ich bin schon einige Jahre dabei, am Freitag war es mit Sicherheit kein leichtes Match, es gab viele brenzlige Szenen. Generell sind es aktuell keine schönen Stunden, die ganze Situation macht mich sehr betroffen."

Aber der Reihe nach: Es begann mit der roten Karte gegen Ralf Keidel, die Fernsehbilder brachten den Beweis, der ehemalige Duisburger verpasste Abdelaziz Ahanfouf eine Kopfnuss, richtige Entscheidung. Nach dem Match soll Keidel einen Kommentar abgegeben haben, der zu dem momentanen Skandal passt. Frank: "So etwas lasse ich unkommentiert stehen, wir müssen gerade mit so einer Pauschalkritik leben und umgehen können."

Dann die am meisten diskutierte Szene. Vor dem 2:1 prallen RWO-Keeper Oliver Adler und Gerd Wimmer zusammen, der Österreicher bleibt zwei Meter vor der Linie liegen. Die Duisburger spielen weiter, Thomas Baelum flankt, Pavel Drsek legt mit dem Kopf vor, trifft Wimmer, den Abpraller versenkt Markus Kurth. Wurde der Fair-Play-Gedanke hier mit Füßen getreten? Frank: "Ich hätte mir gewünscht, das der Ball ins Aus gespielt würde. Das wäre eine faire Geste gewesen." Aber warum hat er das Spiel nicht unterbrochen? "Ich habe den Akteur am Boden liegen sehen. Die Regel sieht vor, dass ich ddie Partie nur abpfeife, wenn ich unmittelbar erkenne, ob eine schwerwiegende Verletzung vorliegt. Nur dann darf ich unterbrechen. Da dies nicht der Fall war, ließ ich weiter spielen und gab den Treffer."

Die nächste Szene war der Elfmeter für den MSV: Auch hier wurde klar, Oberhausens André Izepon Astorga trifft Ahanfouf, eine berechtiger Strafstoß. Es folgte die Ampelkarte für Keeper Oliver Adler. Nach dem Rempler gegen Ahanfouf konnte der Oldie froh sein, bei der zweiten Notbremsen-Aktion nicht glatt des Feldes verwiesen worden zu sein. Auch hier lag Frank richtig." Schiedsrichter-Beobachter Jürgen Weber nach dem Spiel: "Es war, vor allem nach dem ersten Platzverweis, eine schwer zu leitende Partie. Vor dem Anpfiff bin ich in die Kabine und habe gesagt: Leute, konzentriert euch, lasst euch auch von den Rängen nicht beirren.
" Am liebsten würde Weber nach dem ganzen Skandal selber noch einmal zur Pfeife greifen.

"Die Herausforderung würde ich gerne annehmen. Jetzt vertraue ich den Jungs, die ihren Job machen. Fehler passieren immer, damit kann man leben, mit Manipulation nicht." Wobei Frank am Freitag alles richtig entschieden hat, zudem hat er sich nach dem Match den Fragen rund um die 90 Minuten bereitwillig gestellt. Für das Auftreten hat sich der Unparteiische sicherlich ein dickes Kompliment verdient.

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