RWO: Cichon: „Zur Not Vertrag auflösen“

cb
29. Oktober 2004, 12:41 Uhr

Oberhausens Abwehr-Chef Thomas Cichon stapfte nach der Pleite in Saarbrücken doppelt bedient aus der Kabine.

Oberhausens Abwehr-Chef Thomas Cichon stapfte nach der Pleite in Saarbrücken doppelt bedient aus der Kabine. Zum Spiel: „Der Elfmeter zum 0:1 war eine Frechheit, dadurch geraten wir in Rückstand. Dann schlafen wir auf der linken Seite, es steht 0:2.“ Weiter in der Analyse: „Wir müssen uns alle an die eigene Nase fassen. Wir sind gar nicht in die Partie gekommen, mussten viele lange Bälle spielen, weil wir uns schlecht bewegt haben.“ Sein Zusatz: „Saarbrücken war eigentlich auch nicht gefährlich. Jetzt will ich gar nicht auf die Tabelle schauen, wir haben nur acht Zähler, einfach viel zu wenig. Wir sind gestern leider erst ins Spiel gekommen, als wir einem Mittelstürmer hatten und Mike Rietpietsch dahinter agiert hat.“ Abseits der taktischen Umstellungen hatte man aber leider erneut das Gefühl, es tummeln sich Kicker im RWO-Kader, die von der Einstellung her nichts im Profisport zu suchen haben. Gemeint ist mit Sicherheit nicht Cichon, der abermals Nehmerqualitäten gezeigt, nachdem er bereits nach vier Minuten angeschlagen war, Gauthier Remacle schon spielbereit am Rand stand. „Ich hab einen auf den Knöchel bekommen“, erinnert sich Cichon, „der ist immer noch unglaublich dick.“
Genau wie der Hals des ehemaligen Kölners. Wobei die Domstadt ein gutes Stichwort ist. Cichon steht aktuell bei den RWO-Fans nicht hoch im Kurs. Grund ist eine Aussage bei RS, in der er das Umfeld in Köln und Oberhausen vor der Partie in Köln verglich. Seine Aussage: „Es liegen Klassen dazwischen.“ Sicherlich ein Fakt, den auch der größte RWO-Anhänger zugeben wird. Hier die WM-Stadt Köln, dort RWO, wo alles eine Nummer kleiner ist. Eigentlich keine schlimme Aussage, doch die Oberhausener haben sie dem Verteidiger übel genommen. Auch in Saarbrücken musste sich Cichon dumme Kommentare anhören. „Man kriegt es auch nachher mit, wenn man sich von den Fans verabschieden will. So etwas geht mir an die Nerven“, gibt der Blondschopf zu, „geht das so weiter, muss man sich zur Not was überlegen. Und wenn ich meinen Vertrag im Winter auflöse. So geht es nicht weiter.“
An die Zuschauer gerichtet: „Ich will hier mein Bestes geben, ich bin bemüht, aber man muss mich auch akzeptieren, so wie ich bin.“ Die Anschuldigungen betreffen auch die mittlerweile geschlossene Homepage von Cichon. „Es hieß, ich habe sie nur für Köln gemacht, ich wäre mit meinen Gedanken nur dort. Dabei wollte es auch RWO so haben, ich habe akzeptiert, da der Aufwand sehr groß wurde.“
Cichon, der mit lädiertem Knöchel aggressiver zu Werke ging als viele Kollegen, stellt klar: „Ich denke, ich habe bewiesen, ich gebe alles für den Verein. Solange ich hier angestellt bin, tue ich alles für den Club.“

Autor: cb

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