Die wenigsten Niederlagen plus die meisten Unentschieden macht die beste Hinrunde seit 15 Jahren.

Meyer entspannt, Hecking verärgert, Schäfer verletzt, Kind will Neue

16. Dezember 2006, 21:20 Uhr

Die wenigsten Niederlagen plus die meisten Unentschieden macht die beste Hinrunde seit 15 Jahren.

Die wenigsten Niederlagen plus die meisten Unentschieden macht die beste Hinrunde seit 15 Jahren. Die Remis-Könige vom 1. FC Nürnberg blickten nach dem 3:1 (1:1)-Sieg gegen Hannover 96 trotz einer wenig berauschenden Leistung zufrieden auf ein gelungenes Jahr 2006 zurück. `Wir haben in diesem Jahr insgesamt 53 Punkte geholt, darauf können wir stolz sein´, meinte Club-Sportdirektor Martin Bader. Auch Trainer Hans Meyer konnte sich bei der anschließenden Fragerunde angesichts der guten Vorrunden-Bilanz von vier Siegen, elf Unentschieden und nur zwei Niederlagen entspannt zurücklehnen. `Dieser Sieg war ein richtig schönes Weihnachtsgeschenk´, sagte Meyer, nachdem die Franken zum Ende der Vorrunde zuletzt in der Saison 1991/92 so gut platziert waren. Aber Grund, das Saisonziel (Platz 9 bis 12) zu revidieren, sah beim FCN trotzdem keiner, schon gar nicht Meyer:

`Wir können über jeden Punkt, den wir haben, richtig froh sein. Dadurch können wir den Spielen zu Beginn der Rückrunde gegen Stuttgart, Gladbach und Bayern etwas beruhigter entgegen sehen.´ Ein abschließendes Jahresfazit wollte der Nürnberger Coach noch nicht ziehen, zumal am Dienstag das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Zweitligist Unterhaching auf dem Programm steht. Erst ein Sieg sei `das I-Tüpfelchen und ein schönes Extra für Spieler und Verein.´ Für Hannover 96 könnte der Pokal am Mittwoch gegen den MSV Duisburg zur Frustbewältigung dienen, nachdem in Nürnberg die beeindruckende Auswärtsserie von zuletzt drei Siegen unnötig gerissen war. `Wir haben hier etwas liegengelassen. Das ist ärgerlich´, sagte Trainer Dieter Hecking. Sein Team war bereits in der 4. Minute durch den zwei Monate verletzten Thomas Brdaric in Führung gegangen, versäumte es aber vor 28.683 Zuschauern in der Folgezeit, gegen die verunsicherten Nürnberger für eine Vorentscheidung zu sorgen.

`Da hat uns die Entschlossenheit gefehlt´, bemängelte Hecking. Meyer stellte fest, `dass wir Hannover auf eine unglaubliche Art und Weise haben spielen lassen. So etwas habe ich in der Vorrunde noch nicht erlebt. ` Doch genauso wie Hannover nachließ, konnte sich der Club vor allem kämpferisch steigern und kam durch Ivica Banovic (32.) und Markus Schroth (56.) zur Führung. In der Nachspielzeit (90.+3) erzielte Jaouhar Mnari per Handelfmeter sogar noch das 3:1. Steven Cherundolo hatte einen Schuss von Iwan Sajenko mit der Hand von der Linie gekratzt und dafür von Schiedsrichter Peter Gagelmann die Rote Karte gesehen. Trotz des Rückschlags sah 96-Präsident Martin Kind eine `intakte Mannschaft, bei der die Handschrift des Trainers zu erkennen ist´. In der Winterpause wollte Kind dennoch `ein bis zwei Nachverpflichtungen´ nicht ausschließen.

Nächste Woche sollen bereits weitere Gespräche mit Werder Bremen über einen Wechsel von Leon Andreasen geführt werden. Der 1. FCN muss am Dienstag gegen Unterhaching auf jeden Fall auf Torwart Raphael Schäfer verzichten. Der Kapitän hat sich das linke Knie verdreht und musste in der 30. Minute durch Daniel Klewer ersetzt werden. Laut Meyer besteht Verdacht auf einen Innenbandanriss. Klewer hatte in der Schlussphase den Nürnberger Sieg festgehalten und sich ein Sonderlob seines Trainers verdient: `Wir haben gesehen, dass wir einen guten Keeper in der Hinterhand haben.´

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