Iserlohn Roosters: Platz zehn ganz weit weg

Allgemeine Ratlosigkeit - Brück schützt Mende

Michael Topp
04. Februar 2007, 00:43 Uhr

Die Fakten sind ernüchternd: Acht Auswärtsniederlagen in Serie, nur ein Sieg und vier Punkte aus den letzten neun Spielen, acht Punkte Rückstand auf Platz zehn. 13 Spiele vor dem Saisonende scheinen die Iserlohn Roosters ihr Saisonziel aus den Augen zu verlieren und drohen im Niemandsland der Tabelle zu versinken.

Sollen die Pre-Play-offs noch erreicht werden, müssen die Sauerländer mindestens drei Spiele mehr als die Krefeld Pinguine gewinnen, selbst zwei Erfolge in den beiden noch ausstehenden Derbys reichen nicht aus. Und Hamburg und Frankfurt als weitere Mitrivalen sind schon enteilt, nicht zuletzt auch, weil der IEC am Sonntag bei den Hessen enttäuschte. Bedenklich stimmt die Tendenz. Nach dem glänzenden Saisonstart zeigte die Formkurve nach unten, selbst gegen die schlechter postierten Teams sprang kein Sieg heraus. Und deshalb ist die Stimmung angespannter als im letzten Jahr.

Damals wurde es im November und Dezember unruhig, dann jedoch ging es aufwärts. Bei der Suche nach Lösungen macht sich fast schon Hilf- und Ratlosigkeit bemerkbar. Einen entscheidenden Grund für die Talfahrt gibt es aus Sicht der Verantwortlichen offenbar nicht, immer wieder sind es andere Ursachen: Mal sind es die Torhüter, dann die Stürmer, dann die Defensive, einzelne Spieler, Verletzungen, Pech, Unvermögen,
Formkrisen.

„Aktionismus, nur um etwas nach Außen zu dokumentieren, ist jetzt fehl am Platze”, denkt VorsitzenderWolfgang Brück keinesfalls an personelle Konsequenzen. „Es gibt zwar kritische Diskussionen, aber Karsten Mende stand und steht als sportlicher Leiter nicht zur Disposition”, nimmt er den durch den Artikel einer Fachzeitschrift in die Schusslinie gebrachten Manager in Schutz. Und auch Trainer Geoff Ward wird nicht vom Vorsitzenden in Frage gestellt. Brück: „Wir sind mit ihm zufrieden und werden weiter mit ihm planen.”

Ohnehin möchte der Vorsitzende die aktuelle Lage keinesfalls dramatisieren und von einer enttäuschenden Saison sprechen. Dabei verweist er auf das im Vergleich zum letzten Jahr bessere Abschneiden, räumt aber ein, dass man natürlich mit höheren Zielen in die Saison gestartet sei. „Selbstverständlich ist die aktuelle Phase unbefriedigend, denn unser Ziel sind die Play-offs. Aber wir zeigen doch kein desaströses Auftreten.” Außerdem: Trotz höherer Ziele hätten sich die Rahmenbedingungen nicht wesentlich geändert. Mangelnden Siegeswillen oder fehlende Einsatzbereitschaft sowie Team interne Probleme sieht er nicht. „Wir müssen versuchen, kleinere Dinge zu verändern”, sagt Brück. Sanktionen oder Denkpausen schließt er aus.

Was aber geschieht dann? „Nichts Spektakuläres.” Sachliche Diskussion, vielleicht Reizpunkte setzen, die auch aus der Mannschaft heraus kommen. Brück: „Wir dürfen nicht verkrampfen und müssen weiter hart arbeiten. Noch haben wir eine Chance, auch wenn sie mit jeder Niederlage immer kleiner wird.” Daher ist morgen ein Heimsieg gegen Augsburg Pflicht. Eine weitere Heimpleite würde die ohnehin nur noch vagen Play-off-Chancen weiter minimieren und die Unruhe im Umfeld verstärken. Weiterhin fehlen werden Kapitän Mark Greig und Martin Knold.

Ob Torhüter-Neuzugang Petr Franek im Kasten steht, ist offen. In Frankfurt feierte der Tscheche ein unglückliches Debüt und wurde nach dem vierten Gegentreffer ausgewechselt. Unterdessen deutet sich an, dass ein langjähriger Rooster den Klub zum Saisonende verlässt: Die Straubing Tigers buhlen um Nationalverteidiger Erich Goldmann.

Autor: Michael Topp

Kommentieren