BVB: Wieder Klartext von Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller

rk
26. November 2006, 20:40 Uhr

Auch in der Commerzbank-Arena gehörte Roman Weidenfeller wieder zu den herausragenden Akteuren.

Auch in der Commerzbank-Arena gehörte Roman Weidenfeller wieder zu den herausragenden Akteuren. Es gab aber nicht zum ersten Mal kaum einen anderen Borussen, der die gleiche Leistungsstärke wie der Ex-Pfälzer erreichte. Kein Wunder, dass der Schlussmann wieder ein Mal vor Wut schnaubte: "Das 1:1 ist ziemlich ärgerlich für uns."

Noch vor einer Woche hatte er gefordert, "wir brauchen auch Mal eine Dreckssau, die auch Mal zuschlägt." Das Zitat hätte "Weide" auch am Main wieder hervorkramen können, aber diesmal bezog er sich nicht auf eine Person, sondern ging kritisch mit der kompletten Mannschaft um. "Das Team muss sich ganz alleine helfen, von außen kann uns keiner unterstützen." Doch dafür müssen bestimmte Charakter-Eigenschaften ins Gegenteil verkehrt werden: "Wir sind zu brav, müssen ganz einfach erwachsener und auch professioneller werden. Da muss mehr Abgezocktheit her."

Entschlossen schiebt er nach: "Es ist ja schön, wenn man privat ein netter Typ ist, auf dem Feld müssen wir das aber nicht sein." Einer, der den Borussen in der jetzigen Phase helfen kann, ist seiner Meinung nach Sebastian Kehl. Der Nationalspieler fällt aber nach der Salihamidzic-Attacke vom ersten Match weiter aus: "Er ist ohne Frage eine Spieler-Persönlichkeit im Mittelfeld, eine ganz zentrale Figur, die den Takt angeben kann und die wir auch brauchen." "Kelly" ist auch jemand, der in der Luft abräumen kann und genau dort hat der BVB-Keeper weitere Schwächen ausgemacht: "Wir müssen uns auf jeden Fall in der Lufthoheit verbessern." Die fehlte in der zweiten Halbzeit mehrfach. Weidenfeller: "Das lag an etlichen Einzelfehlern, aber auch daran, dass wir mit aller Gewalt ein Tor schießen wollten. Letztendlich sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen."
Doch ein Veilchen reicht nicht, um den angestrebten UEFA-Cup zu verwirklichen.

Den hat "RW" aber noch nicht aus den Augen verloren: "Bis zur Winterpause sind sechs Punkte das absolute Minimum, über jeden weiteren Zähler können wir uns glücklich fühlen." Wie das Angestrebte verwirklicht werden soll, weiß er auch: "Zunächst ein Mal müssen wir unbedingt unsere zwei Heimspiele gewinnen. Alleine deswegen, um unsere vielen Zuschauer ein bisschen zu versöhnen. Und dann steht auch noch dieses grandiose Spiel in Schalke auf dem Programm. Da werden wir als Außenseiter anreisen. Diese Rolle hat uns gerade in der Arena immer gut gelegen."

Vorweihnachtliche Wünsche, ob seine Team-Gefährten diesmal zur Bescherung beitragen, bleiben noch offen. Und alleine kann "Nikolaus" Weidenfeller den Sack auf dem Spielfeld auch nicht zumachen.

Autor: rk

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