Ein paar Mal sah man Tommy Bechmann in den letzten Wochen schon mit einem Ball auf dem Rasen.

Bochum: Tommy Bechmanns - "Leidenszeit hat ein Ende"

gp
17. November 2006, 10:45 Uhr

Ein paar Mal sah man Tommy Bechmann in den letzten Wochen schon mit einem Ball auf dem Rasen.

Ein paar Mal sah man Tommy Bechmann in den letzten Wochen schon mit einem Ball auf dem Rasen. Doch das war meistens in Begleitung eines Physiotherapeuten und diente allein dazu, einmal zu testen, inwieweit das operierte linke Knie auf die neuen Belastungen reagiert. Inzwischen ist die Leidenszeit von Bechmann beendet. Am Sonntag startete er bereits einen leichten Versuch und gestern dann nahm er erstmals mit dem kompletten Kader am Mannschaftstraining teil - fast auf den Tag genau sechs Monate nach seiner schweren Knie-OP (Knorpelschaden).

Für Bechmann war es etwas besonderes, dass seine erste Einheit ausgerechnet im Stadion stattfand: "Hier will ich bald wieder spielen." Doch der Däne muss sich noch in Geduld üben, denn am Training teilnehmen ist eines, die Bestform zu erreichen, etwas ganz anderes. Bechmann: "Ich fühle mich zwar körperlich gut, aber natürlich fehlt mir jegliche Spielpraxis, das Ballgefühl ist einfach noch nicht da."
Wie auch, schließlich war der Shooting-Star der vergangenen Zweitliga-Rückrunde ein halbes Jahr weg vom Fenster, für den VfL ein herber Verlust. Denn "Kurt" fehlte den Bochumern in der Offensive doch sehr. VfL-Trainer Marcel Koller: "Ich hoffe jetzt, dass er an die gute Form vor der OP anknüpfen kann. Aber er hat Zeit, wir werden nichts überstürzen."

Während die Verantwortlichen darauf hoffen, dass Bechmann Ende Januar zum Start der Rückrunde wieder zu hundert Prozent hergestellt ist, hat sich der ehemalige Jugendnationalspieler ein anderes Ziel gesetzt: "Natürlich schaue ich erst einmal, ob es geht, aber ein paar Minuten würde ich gerne in der Hinrunde noch spielen." Dabei kommt ihm zugute, dass er die hartnäckige Verletzung gut überstanden hat: "Im Kopf ist alles okay, ich habe keine Angst vor Zweikämpfen." Da nach den Zwischenuntersuchungen immer alles im grünen Bereich war, wundert es nicht, dass der am Dienstag durchgeführte Laktat-Test vielversprechend verlief. Bechmann: "Meine Werte waren wohl ganz gut. Ich habe davon wenig Ahnung, aber das sagen die, die es wissen müssen."

Weil Bechmann verdammt ehrgeizig ist, wird er neben den normalen Einheiten auch noch einige Stunden in der Reha verbringen: "Ich werde zusätzlich alles tun, um die Stabilität im Knie zu erhöhen." Dann verrät der schnelle Angreifer, was ihm in den letzten Monaten am meisten genervt hat. "Am Anfang wusste ich, das braucht seine Zeit, aber die letzten zwei Wochen waren die schlimmsten überhaupt. Ich habe schon die Tage gezählt, bis ich endlich anfangen durfte. Da war ich unerträglich, aber jetzt bin ich einfach nur erleichtert." Dann merkt man dem 24-Jährigen an, dass er vor Ehrgeiz sprüht und der Mannschaft schon am liebsten morgen gegen Frankfurt helfen würde. Doch das kann er definitiv noch nicht bewerkstelligen.

Autor: gp

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