Starke 30 Minuten, zwei Tore und ein verdienter 
Erfolg - dennoch ist Bayern München die Versöhnung mit den eigenen 
Fans nach den jüngsten Enttäuschungen in Bremen und im Pokal nur 
bedingt geglückt.

Magath trotz Sieg verstimmt: Kritik an Pizarro, Lob für Makaay

28. Oktober 2006, 19:12 Uhr

Starke 30 Minuten, zwei Tore und ein verdienter
Erfolg - dennoch ist Bayern München die Versöhnung mit den eigenen
Fans nach den jüngsten Enttäuschungen in Bremen und im Pokal nur
bedingt geglückt.

Starke 30 Minuten, zwei Tore und ein verdienter
Erfolg - dennoch ist Bayern München die Versöhnung mit den eigenen
Fans nach den jüngsten Enttäuschungen in Bremen und im Pokal nur
bedingt geglückt. Drei Tage vor dem Champions-League-Spiel gegen
Sporting Lissabon sorgte eine schwache Schlussphase gegen Eintracht
Frankfurt, das die letzte halbe Stunde in Unterzahl spielen musste,
vielmehr für Verstimmung bei Trainer Felix Magath.
`Mich stört, dass wir nach der Gelb-Roten Karte gegen
Frankfurt das Spiel nur noch nach Hause bringen wollten, anstatt
nachzulegen, um sich selbst zu zeigen, dass wir auch in der
Bundesliga mehr Tore schießen können. Das war zu wenig´, moserte
Magath nach dem 2:0 (2:0) gegen die bis dahin noch ungeschlagenen
Hessen.

Der Bayern-Coach wollte nach dem Platzverweis gegen Aleksandar
Vasoski (64.) auch nicht als Ausrede gelten lassen, `dass man in
der letzten halben Stunde vielleicht schon das Spiel gegen Lissabon
im Hinterkopf gehabt hat´. Allerdings blickte auch Magath nach dem
glanzlosen Pflichtsieg gegen die Eintracht schon mal auf den
kommenden Dienstag: `Wir wollen selbstverständlich mit einem Erfolg
den Einzug ins Achtelfinale klar machen. Das werden wir vehement
versuchen.´

Optimistisch stimmten ihn dabei nicht nur die bisher
souveränen Auftritte in der Königsklasse, sondern auch die
Darbietung seiner Elf über weite Strecken in der ersten und zu
Beginn der zweiten Halbzeit gegen Frankfurt. Da habe man sehr gut
gespielt, lobte Magath, der besonders am Auftritt von Roy Makaay
Gefallen fand: `Ich bin überzeugt, dass wir jetzt wieder den alten
Roy hier sehen. Ich traue ihm die Torjägerkanone zu.´
Doch der Niederländer glänzte nicht nur wegen seines fünften
Saisontreffers (24.), der vor 69.000 Zuschauern zum 1:0 des
Rekordmeister geführt hatte. Makaay überzeugte auch als Ideengeber
und Vorbereiter, wie beim 2:0 durch seinen ebenfalls guten
Landsmann Mark van Bommel (29.). Entsprechend zufrieden war der
Bayern-Torjäger. Er sprach von einem `souveränen Sieg´, von einem
Spiel, `das wir locker nach Hause gebracht haben´.

Allerdings wurde Makaay von seinem Sturmkollegen Claudio
Pizarro wohl um einen weiteren Treffer gebracht: Der zuvor gefoulte
Peruaner hatte sich in der 44. Minute beim Elfmeter den Ball
geschnappt, Makaay weggeschickt - und verschossen. Bei den Kollegen
und auch bei Magath kam der Eigensinn Pizarros nicht gut an. `Roy
ist unser Elfmeterschütze. Da gibt es nichts zu diskutieren´,
stellte der Coach klar und schickte süffisant hinterher: `Wir
hatten zuletzt wenig Elfmeter, da kann es schon sein, dass dies der
ein oder andere vergessen hat.´
So verpassten die Bayern einen durchaus höheren Sieg, was auch
die Spieler monierten. `Wir hätten mehr Tore machen müssen´, meinte
van Bommel stellvertretend. Wenigstens konnte Magath zufrieden
konstatieren, `dass wir keinen Treffer zugelassen haben, das
spricht für die Defensive´.

Immerhin war die Eintracht bis zur Partie am Samstag in der
Bundesliga noch ungeschlagen. Doch inzwischen fehlt dem Team von
Trainer Friedhelm Funkel durch die Belastung in Liga, DFB- und
UEFA-Pokal die `geistige Frische´, wie Vorstandschef Heribert
Bruchhagen eingestand. Auch Funkel blieb nach der ersten
Saisonniederlage nur die Erkenntnis, `dass wir alles versucht und
aufopferungsvoll gekämpft haben. Aber mehr war für uns nicht drin.´

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