Während Kleves Trainer Kreß den Klassenerhalt feierte und eine Bierdusche kassierte, saß 09-Coach Lesniak noch Minuten nach dem Abpfiff regungslos auf der Bank.

Kleve - SGW 4:1 (3:1)

Lesniak: "Nur der liebe Gott kann noch helfen"

Christian Pozo y Tamayo
16. Mai 2010, 19:43 Uhr

Während Kleves Trainer Kreß den Klassenerhalt feierte und eine Bierdusche kassierte, saß 09-Coach Lesniak noch Minuten nach dem Abpfiff regungslos auf der Bank.

Die Bilder hätten unterschiedlicher kaum sein können. Fast schon ohnmächtig wirkte der ehemalige Klasse-Stürmer nach den Eindrücken, die seine Elf in Kleve hinterlassen hatte. „Das war einfach nichts. Wir haben nach zehn Minuten komplett aufgehört, Fußball zu spielen“, schüttelte Lesniak den Kopf.

In genau diesen zehn Minuten besorgte Dimitrios Ropkas die frühe Führung (5.), Dennis Pachutzki hätte nur wenige Sekunden später sogar noch erhöhen müssen. Das tat er nicht, und so begnügten sich die 09er über weite Strecken des Spiels mit einer Statistenrolle – und ließen die Gastgeber schalten und walten. „Drei oder vier haben sich reingehangen, da ist man letztendlich chancenlos“, fasste Lesniak die restlichen 80 Minuten zusammen.

[infobox-right]1. FC Kleve: Horsmann – Wilhelm, Behrendt, Versteegen, Buttgereit – Akpinar, Roemgens – Mahr, Klimczok (82. Dehnen) – Sowislo (73. Sommer), Koep (80. Klunder)
SG Wattenscheid 09: Kunz – Schütze, Adade, Bartsch, Marco Manske – Baum (70. Öztürk), Toku – Pachutzki, Wienecke, Erdmann – Ropkas (84. Kemler)
Tore: 0:1 Ropkas (5.), 1:1, 2:1 Sowislo (14., 24.), 3:1, 4:1 Roemgens (28., 63.)
SR: Stefan Glasmacher (Alsdorf)
Z: 350[/infobox]Erst besorgte Marius Sowislo den Ausgleich nach einer Flanke des starken Marek Klimczok per Kopf (14.), zehn Minuten später war Sowislo mit dem Fuß zur Stelle und stellte nach der flachen Hereingabe von Klimczok die Weichen auf Sieg (24.). „Danach haben wir uns gefangen und die Ordnung gefunden. Auch wenn uns hinten ab und zu die Stabilität fehlte, so viele Tore hätten die Wattenscheider gar nicht schießen können, um uns nochmal gefährden zu können“, befand Georg Kreß.

Simon Roemgens sorgte für das dritte (28.) und gleich auch für das vierte Tor der Klever (63.) – jeweils nach feinem Zuspiel aus dem spielstarken Mittelfeld. „Da haben wir die Quittung bekommen. Wir haben es scheinbar komplett vergessen, den Gegner zu stören. Und wenn man nicht in die Zweikämpfe kommt, dann kann man froh sein, wenn man nicht völlig abgeschossen wird“, fluchte Lesniak, bei dem langsam aber sicher die Hoffnung schwindet. „Sieht man die Ergebnisse der Konkurrenz, dann kann uns eigentlich nur noch ein Wunder helfen. Oder der liebe Gott.“ Oder Fortuna Düsseldorf II, die in der Regionalliga West noch alle Chancen auf den Klassenerhalt haben. „Das ist wie Lotterie. Wir haben es jetzt jedenfalls nicht mehr selbst in der Hand. Das ist bitter“, zuckte Lesniak mit den Schultern.

Der Rückstand auf den aktuell rettenden Platz 15 beträgt nun wieder fünf Zähler – bei zwei zu spielenden Partien (Sprockhövel, RW Essen II). „Die Mannschaft hat jetzt erstmal bis Mittwoch Pause. Die müssen den Kopf frei bekommen. Die Jungs jetzt noch zu motivieren, wird extrem schwer“, kündigte Lesniak an. Von Kreß, der nun mit der Planung der kommenden Klever NRW-Liga-Spielzeit beginnen kann, ist den 09ern Zuspruch sicher: „Ich hoffe, dass mein Ex-Verein sich noch irgendwie retten kann. Auch wenn es jetzt unvorstellbar eng wird.“

Autor: Christian Pozo y Tamayo

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