Werder Bremen zu Gast in Bochum, das bedeutete in der Vergangenheit für den VfL meist nichts Gutes.

Bochum: Pop-Ikone Grönemeyer als "13. Mann"

gp
13. Oktober 2006, 10:41 Uhr

Werder Bremen zu Gast in Bochum, das bedeutete in der Vergangenheit für den VfL meist nichts Gutes.

Werder Bremen zu Gast in Bochum, das bedeutete in der Vergangenheit für den VfL meist nichts Gutes. In 29 Begegnungen im Ruhrstadion konnte der VfL gerade neun Mal als Sieger den Platz verlassen. Zuletzt gab es 1998 einen 2:0-Erfolg. Doch auf Negativserien will Marcel Koller keine Rücksicht nehmen: "Das interessiert mich nicht." Und auch die Mannschaft hat sich vorgenommen: "Wir machen dem Spuk ein Ende!" Und plötzlich gibt es bei den VfL-Fans sogar Hoffnung. Bemerkenswert: Bis gestern waren mehr als 25.000 Karten verkauft. Und außerdem bekommen die Blau-Weißen noch prominente Unterstützung. Denn ausgerechnet zum Tabellenletzten kommt am Samstag Bochums Pop-Ikone Herbert Grönemeyer zum Spiel gegen Bremen. Nicht nur das, schon zu Wochenbeginn hat er um Unterstützung für den Klub gebeten, will sich vor dem Spiel auch auf dem Rasen präsentieren und Flagge zeigen. Philipp Bönig: "Normalerweise sonnen sich Promis nur im Erfolg von Spitzenmannschaften. Da ist es schon bemerkenswert, dass er gerade jetzt kommt, um uns als 13. Mann den Rücken zu stärken."

Doch darauf allein mag sich Marcel Koller nicht verlassen. Gestern, am trainingsfreien Tag, saß er an seinem Schreibtisch, ließ den DVD-Player glühen und tüftelte am idealen Konzept, um gegen Werder bestehen zu können. Koller: "Werder wird nicht anders spielen als zu Hause. Sie wollen bei uns gewinnen, und das werden sie auch zeigen." Doch ebenso sicher wie die Werder-Offensive ist für Koller, dass seine Mannschaft gegen die risikofreudigen Norddeutschen Möglichkeiten bekommt. Dass seine Mannschaft gegen einen der Top-Favoriten als Tabellenletzter nur mitspielender Außenseiter ist, lässt der Trainer nicht gelten: "Wir haben bisher wirklich nicht wie ein Letzter gespielt. Und das werden wir auch am Samstag unter Beweis stellen."

Aus dem Vollen schöpfen kann der Schweizer aber noch nicht. Tommy Bechmann, Benjamin Auer, Martin Meichelbeck, Oliver Schröder und Dariusz Wosz stehen definitiv nicht zur Verfügung. Unklar ist auch noch, in welcher Verfassung "Zwetschge" Misimovic sich nach seiner Rückkehr von der Nationalmannschaft beim morgigen Abschlusstraining (15 Uhr) präsentieren wird. Der Spielmacher klagte schon vor seinem Einsatz in Moldawien über Wadenprobleme. Dass er gestern Abend aber geschont wurde, erschien eher unwahrscheinlich. Koller: "Da muss ich mir erst mal ein Bild machen."

Weniger Sorgen bereitet dagegen Theofanis Gekas, der zwar für die beiden Länderspiele nominiert wurde, aber beim Sieg der Griechen gegen Norwegen nicht mal zum 18er-Kader gehörte und wohl auch gestern Abend in Bosnien nicht dabei war. Kommen die zwei gesund zurück, gibt es für Marcel Koller eigentlich nichts zu ändern: "Ich habe meiner Mannschaft deutlich vor Augen geführt, dass 80 gute Minuten wie in Aachen gegen Werder Bremen nicht ausreichen. Deshalb müssen wir ihnen aggressiv auf den Füßen stehen, ihnen keine Luft zu atmen lassen." Wie ernst es dem Bochumer Coach damit ist, bewiesen die Trainingsspiele zur Wochenmitte, als Koller immer wieder unterbrach, um die Konzentration zu schärfen. Koller im Rückblick auf Aachen: "Wenn der Schiri pfeift, geht es los. Nicht zwei oder drei Minuten später."

Autor: gp

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