Der VfL wieder mittendrin im Abstiegskampf. Das 1:2 (1:1) gegen Eintracht Frankfurt war die vierte Niederlage in Folge. Ansätze, die Mut machen, gab es wenig.

VfL - Frankfurt 1:2

"Jeder muss sich an die eigene Nase fassen"

Jörg Mebus (sid)/RS
26. März 2010, 22:40 Uhr

Der VfL wieder mittendrin im Abstiegskampf. Das 1:2 (1:1) gegen Eintracht Frankfurt war die vierte Niederlage in Folge. Ansätze, die Mut machen, gab es wenig.

Vor den Spielen der Konkurrenz beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang nur vier Zähler - vor knapp einem Monat waren es noch neun Punkte gewesen.

Die Eintracht verbuchte sechs Tage nach dem 2:1-Coup gegen Bayern München den ersten Sieg in Bochum seit 1995 und ist auf Rang sieben vorläufig nur noch drei Punkte von einem internationalen Startplatz entfernt. Den Siegtreffer für die Gäste erzielte vor 24.221 Zuschauern der Brasilianer Caio in der 64. Minute mit einem Flachschuss aus 20 Metern.

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Lewis Holtby hatte die vor allem spielerisch klar unterlegenen Bochumer, die nur eins von neun Heimspielen unter Trainer Heiko Herrlich gewonnen haben, in der zehnten Minute in Führung gebracht. Marco Russ (29.) gelang mit seinem dritten Saisontor der Ausgleich. Danach verpassten es die Gäste vor allem vor der Pause, bei klarer Überlegenheit weitere Treffer zu erzielen. "Bei uns muss sich jetzt jeder an die eigene Nase fassen. Nächste Woche in Freiburg wird die Aufgabe nicht einfacher, aber auswärts sehen wir im Moment besser aus", sagte VfL-Keeper Philipp Heerwagen nach dem Abpfiff und einem gellenden Pfeifkonzert der eigenen Fans. Gute Laune herrschte dagegen auf Frankfurter Seite. "Die erste Halbzeit haben wir trotz des Rückstands ganz stark gespielt. Am Ende haben wir aber verdient gewonnen und können sehr zufrieden die Heimreise antreten", sagte Torschütze Russ.

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Mit dem Selbstvertrauen aus dem Sieg gegen die Bayern bestimmte die Eintracht das Spiel von Beginn an klar. Ball- und kombinationssicher hielten die Hessen den VfL Bochum unter Kontrolle, doch auch einige gute Aktionen über beide Außenpositionen brachten den Gästen zunächst keine guten Chancen. Die Bochumer Führung in der zehnten Minuten fiel wie aus heiterem Himmel. Vahid Hashemian setzte sich mit etwas Glück auf der rechten Außenbahn durch, den präzisen Flachpass des Iraners brauchte Lewis Holtby nur noch einzuschieben.

Doch das Team von Heiko Herrlich blieb unsicher, kam mehrfach minutenlang nicht in Ballbesitz und überließ der Eintracht weiter die Initiative. Ein erster Warnschuss kam von Caio (24.), danach wurden die Frankfurter schnell mit dem 1:1 belohnt. Einen Freistoß von Benjamin Köhler verlängerte Marco Russ per Kopf ins Tor (29.). Nach der Pause kam Bochum zunächst deutlich besser und energischer ins Spiel, ohne sich allerdings gute Chancen erarbeiten zu können. Caio machte dem VfL mit seinem Tor einen weiteren Strich durch die Rechnung, denn mehr als ein paar Bemühungen und eine gute Chancen durch den eingewechselten Dedic sprang für die harmlosen Bochumer nicht heraus.

[i]Die Trainerstimmen:

Heiko Herrlich: "Das ist enttäuschend und schade. Es ist für mich völlig unverständlich, dass wir so viele Ballverluste hatten. Das ist unerklärlich. Wir sind nur noch hinterher gelaufen. Eigentlich hätte uns die Führung Sicherheit geben sollen."

Michael Skibbe: "Unsere Spielstärke ist unsere Qualität. Damit können wir gegen viele Mannschaften gut aussehen. Heute haben wir das von der ersten bis zur letzten Minute durchgehalten. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Spiele weiter Punkte sammeln können. Ich denke, die Mannschaften vor uns werden uns nicht mehr rankommen lassen. Es ist unrealistisch, dass wir Platz sechs angreifen können."[/i]

Autor: Jörg Mebus (sid)/RS

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