Das Jahr 2006 konnte für den Weseler SV schlechter kaum laufen. Zu Beginn des letzten Jahres mussten die Verantwortlichen die erste Mannschaft aus der Landesliga zurückziehen. Trainer Fikret Samhal hatte im Sommer nur wenig Zeit, eine schlagkräftige Bezirksliga-Truppe zusammen zu stellen. Die Folge: Der WSV ist mit null Punkten und einem Torverhältnis von 16:94 Tabellenletzter in der Bezirksliga 9 NR. Im ganzen Revier ist kein anderer Bezirksligist so schlecht. Eine Auflösung des ganzen Vereins wurde im Herbst 2006 nur knapp verhindert.

Bezirksliga: Weseler SV blickt ungern auf 2006 zurück – Neubeginn in der Kreisliga A fest im Blick

„Wir konnten den WSV nicht einfach sterben lassen“

Thomas Ziehn
30. Januar 2007, 13:08 Uhr

Das Jahr 2006 konnte für den Weseler SV schlechter kaum laufen. Zu Beginn des letzten Jahres mussten die Verantwortlichen die erste Mannschaft aus der Landesliga zurückziehen. Trainer Fikret Samhal hatte im Sommer nur wenig Zeit, eine schlagkräftige Bezirksliga-Truppe zusammen zu stellen. Die Folge: Der WSV ist mit null Punkten und einem Torverhältnis von 16:94 Tabellenletzter in der Bezirksliga 9 NR. Im ganzen Revier ist kein anderer Bezirksligist so schlecht. Eine Auflösung des ganzen Vereins wurde im Herbst 2006 nur knapp verhindert.

Dennoch steht ein abermaliger Rückzug der "Ersten" nicht zur Debatte. "Wir machen weiter", bestätigt Vorstandsmitglied Ulrich Bossmann, "wir wollen uns mit Anstand aus der Bezirksliga verabschieden." Und dafür wurde personell noch einmal nachgelegt. Andre Ferber (SV Millingen), Michael Tyrann (VfB Lohberg), Wadim Liske (SV Bislich II) und Oguz Celik (Anadolu Spor) sollen die Elf von Fikret Samhal ergänzen.

"Wir können uns finanziell keine großen Sprünge erlauben. Die Altlasten sind dafür zu groß. Die Spieler wurden bereits mit Blick auf die A-Liga geholt", erklärt Bossmann. Zwar ist bisher nur Celik für die erste Mannschaft spielberechtigt, die Verantwortlichen gehen aber davon aus, dass alle Neuverpflichtungen in der Rückrunde zum Einsatz kommen können.

Trotz der sportlichen Talfahrt gab es bisher nur vier Abgänge. Bilal Iyce (Anadolu), Robert Rowoldt (DJK Bocholt) und Hussein Baydoun (GW Flüren) kehren dem WSV den Rücken. Noch nicht ganz sicher ist die Zukunft von Mario Ostric. Womöglich bleibt er sogar beim Tabellenschlusslicht, sollte Ostric keinen neuen Verein finden. Außerdem wechselt Timur Sürek, der in der Hinrunde gar nicht für den WSV zum Einsatz kam, zum Aufstiegsaspiranten PSV Wesel-Lackhausen. "Fikret Samhal hat ein gutes Konzept für die nächste Saison vorgelegt. Die Perspektiven sind gut", lobt Bossmann die Arbeit des Trainers.

Trotzdem: Was den Klassenerhalt angeht, geben sich die WSV-Funktionäre keinen Illusionen hin. "Unsere Planungen laufen zu einhundert Prozent auf einen Neustart in der Kreisliga A hinaus. Der Verleib in der Bezirksliga ist bei 17 Punkten Abstand auf das rettende Ufer unrealistisch", so Bossmann.

Um einen Unterbau zu schaffen, wird zur kommenden Saison eine zweite Mannschaft aufgestellt. "Es sieht ganz gut aus. Die haben schon wieder 14 bis 15 Leute", bestätigt Ulrich Bossmann die Planungen, "wir haben lange Zeit zu wenig auf den eigenen Nachwuchs gebaut. Das wird sich jetzt ändern. Der Jugendbereich, allen voran die A-Jugend, ist gut aufgestellt. Jugendleiterin Diana Koop leistet da sehr gute Arbeit. Drei Spieler können in der nächsten Saison sicherlich in der 'Ersten' mitspielen."

Einen wichtigen Neuanfang gab es auch im Vorstand des Weseler Spielvereins. Nachdem lange Zeit nur Klaus ten Hoevel und Ulrich Bossmann die Geschicke des Weseler Vereins gelenkt hatten, drängten die Gerichte Ende 2006 auf eine Auffüllung des Vorstands. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde Hartmut Zimmermann zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Somit war die Chef-Etage wieder ordentlich beschlussfähig und das Fortbestehen des ganzen Vereins gesichert. "Der Verein wird bald 100 Jahre alt. Wir konnten ihn nicht einfach sterben lassen", so Bossmann.

Autor: Thomas Ziehn

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