Andreas Möller soll der neue Chef des Nachwuchsleistungszentrums von Eintracht Frankfurt werden. Das schrieb der

Ultra-Protest

Frankfurt-Fans wollen Andreas Möller nicht als NLZ-Chef

19. September 2019, 19:02 Uhr

Foto: firo

Andreas Möller soll der neue Chef des Nachwuchsleistungszentrums von Eintracht Frankfurt werden. Das schrieb der "kicker" am Donnerstag. Die Ultras der Frankfurter sind mit dieser Entscheidung gar nicht einverstanden.

Mit zahlreich aufgehängten Flugblättern taten die Frankfurter Ultras am Donnerstagabend unmittelbar vor dem Europa-League-Spiel gegen FC Arsenal ihren Unmut kund. Unter dem Titel "Nein zu Möller!" erklärten sie, warum der gebürtige Frankfurter und ehemalige Eintracht-Profi keine gelungene Wahl als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums darstelle.


"Eine solche Verpflichtung darf noch nicht einmal ein Gedankenspiel sein. Für Andreas Möller ist bei der Eintracht kein Platz!", heißt es in der Stellungnahme. Begründet wird das mit seiner Vita - obwohl Möller seine ersten fußballerischen Schritte bei der Eintracht absolvierte und dort im Herrenbereich Fuß fasste.

"Lügen, gebrochene Absprachen und distanzierende Aussagen"

So sei Möller danach "nur noch durch Lügen, gebrochene Absprachen und distanzierende Aussagen", aufgefallen. Schon 1987 hatte sich der spätere Welt- und Europameister zur Eintracht bekannt, um schließlich in der Winterpause doch zu Borussia Dortmund zu wechseln. Als Möller 1990 nach Frankfurt zurückkehrte, hätte er verkündet, im Herzen Borusse zu sein. 


Als die Eintracht 1992 die mögliche Deutsche Meisterschaft verspielte, hätten die um Möller und dessen Berater entstandenen Querelen eine entscheidende Rolle beim Scheitern gespielt. Trotz vorheriger Treuebekenntnisse wechselte der Mittelfeldspieler im Sommer zu Juventus Turin. "Eine damals vereinbarte Strafzahlung im Falle eines Wechsels wollte er nicht zahlen, stattdessen traf man sich vor Gericht wieder", schreiben die Frankfurter Ultras weiter.

Nicht verziehen haben die Frankfurter Fans dem heute 52-Jährigen zudem eine Aussage, die er kurz vor dem DFB-Pokalfinale 2017 zwischen dem BVB und den Frankfurtern in einem Interview tätigte: "Zur Eintracht habe ich keine Verbindung, mit Frankfurt habe ich nichts zu tun".

Am Ende des Statements stellen die Ultras zudem die Frage, was einen Mann wie Möller fachlich als Leiter eines Jugendleistungszentrums befähigt und ob er ernsthaft als Vorbild für junge Spieler dienen soll. "Unabhängig davon, ist er aber vor allem moralisch schon lange bankrott. Wer zur Eintracht keine Verbindung und mit Frankfurt nichts zu tun hat, der sollte dann auch keinen Posten bei uns bekommen", heißt es abschließend.

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21.09.2019 - 18:19 - Ruhrperle

Gerade im Kohlenpott düfte Möller mit seiner Jahrhundertschwalbe - auch Mutter aller Schwalben genannt - reichlich bekannt sein. Zudem zettelte der scheinheilige und hinterhältige Möller auch Hitzfelds Degradierung zum Sportdirektor an (neuer Trainer war Scala).
Sammer war einer der wenigen ,die nicht auf Möller reinfielen.
Als Sammer Trainer beim BVB wurde, zog es Möller vor, bei Nacht und Nebel aus Dortmund abzuhauen und in Schalke 04(!) anzuheuern !
Jawoll , ein Supertyp , ein ganz integre Persönlickeit , ein Vorbild für die Spieler im NLZ ! Passt auch wunderbar zu der DFB-Führung...

20.09.2019 - 12:58 - Lokutus

Also aus persönlicher Erfahrung heraus kann ich über Horst Hrusbesch sagen, dass man vor der person, aber auch vor dem Trainer
Hrubesch den Hut ziehen muss. Aus einfachen Verhältnissen aufgestiegen, hervorragende Erfolge als Fußballer UND als Trainer erzielt,
aber vor allem menschlich immer Topp und hat sich vor allem auch unheimlich als Mensch weiter entwickelt. Bei Mannschaftsansprachen
vor 30 Jahren gab es mit Sicherheit Leute, die sich das Grinsen manchmal nicht verkbeifen konnten, aber wenn man ihn heute reden hört
ist das nicht mehr vergleichbar !
Olaf Thon war als Jugendfußballer auf dem Platz arrogant bis sonst wohin, dabei ist noch nicht mal seine Ausdrucksweise mit gemeint.
Matthäus hat gerne schon mal hyperventiliert wenn er sich benachteikligt fühlte, aber so lange er ruhig geblieben ist war er immer bauernschlau
und clever. Gut, ein Andreas Brehme entzieht sich einer Beurteilung, dasrüber sind sich wahrscheinlich alle einig und Labbadia muss auch irgendwas
haben, sonst würden nicht bei allen ehemaligen Vereinen die Spielerfrauen hinterher weinen !

20.09.2019 - 09:36 - Anton Leopold

Tomas24
In Ordnung. Da kam aber noch ein Satz dahinter, der sich auf ihren Text bezog. Lassen wir es dabei.
Ihren Adressaten kenne ich natürlich auch, bemühe mich aber, ihn nicht mehr wahrzunehmen.
Ihnen einen schönen Tag.

20.09.2019 - 09:24 - Tomas24

@20.09.2019 - 09:04 - Anton Leopold
"@Thomas24
"warum adressieren Sie Ihren Kommentar an Thymian und mich?"
Weil ich Ihnen zustimme, dass das, was von Journalisten als "Intellekt" zum Standard erhoben wird, überbewertet wird, wenn es um Fußballer geht."

Sie sollten etwas genauer nachlesen. Davon steht in meinem Kommentar kein Wort.
Ich habe mich bezogen auf Kommentator Julius.Oppermann, der hier "bekannt" ist, sich in diesem Falle als Bewerter der Intelligenz von Fußballspielern aufspielt und sich in dieser unwürdigen und unterirdischen Liste erdreistet, z.B. einen Horst Hrubesch auf eine Stufe zu stellen mit einem Kasalla Legat.
Und hierbei ging es mir darum, dass in jeglicher Liste von cerebral unterentwickelten Personen nie der der Name Julius.Oppermann fehlen darf.....

20.09.2019 - 09:04 - Anton Leopold

@Thomas24
"warum adressieren Sie Ihren Kommentar an Thymian und mich?"
Weil ich Ihnen zustimme, dass das, was von Journalisten als "Intellekt" zum Standard erhoben wird, überbewertet wird, wenn es um Fußballer geht. Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und die gezeigten Leistungen als Sportler sind ebenso wichtig. So sehe ich das auch. Als Sportler war Möller ein Riese. Als Mensch sagte er über sich selbst, ein "guter Gastgeber" zu sein. Das ist doch auch was. Die Schärfe in ihrem Text verstehe ich nicht ganz. Wenn ich Ihnen mit irgendetwas zu nahe getreten bin, tut mir das leid.

"Sie halten Andreas Möller also für den richtigen Mann in einem NLZ (NACHWUCHS-Leistungs-Zentrum)"
Das kann ich nicht beurteilen. Was mir aber auffällt: Es gibt sehr wenige, die unter den vielen Talenten im NLZ den Rohdiamanten erkennen können. Wer so einen hat, hat es als Verein gut. Beispiele dafür gibt es ja einige.

Ganz generell würde ich Leuten wie Möller aufgrund der Berufserfahrung eine Chance geben, das Experiment aber abbrechen, wenn er es nicht kann. Bei der Eintracht wird das aber nichts.

20.09.2019 - 08:45 - Außenverteidiger

Schön zu sehen, wie sich an den Menschen Möller erinnert wird. Kommt von Fanseiten oftmals viel zu kurz. Als Profi ein guter Spieler und wie Anton Leopold schon sagte ein echter Pioneer. Naja, ist jetzt DFL kram und ein Business Model. Danke noch einmal an alle Sky, Dazn Kunden usw. die solche Spieler unterstützen.

Stimme Anton Leopold fast komplett zu. Gerade Hrubesch verkörpert doch den Arbeitertyp am Rande des Ruhrgebiets. Solche Typen wird es nicht mehr geben. Welcher Spieler tut sich eine Ausbildung noch an? Oder sie wird im Diesntleistungsbereich stattfinden. Wie bei Steilmann gibts die IHK Abschlussprüfung in den eigenen vier Wänden. ;)

Ein Großteil der Leser will von den Sportjournalisten, welche klar von investigativen Journalisten getrennt werden müssen, lediglich unterhalten werden. Beispielsweise stört ein Rafael Buschmann den Zirkus und hat hier auch keine nennenswerten Erwähnungen gefunden. Wie in vielen Bereichen müsste man nachdenken und die feine kleine heile Welt wäre kaputt.

Mal was witziges: Hrubesch macht seine Lehre, bleibt in Deutschland und zahlt seine Steuern. Ein ehrlicher Arbeiter ohne Showcharakter. Lionel Messi setzt seinen Verein unter Druck, zahlt in zwei relativ armen Ländern weniger Steuern und wird gefeiert.

20.09.2019 - 08:45 - Tomas24

@20.09.2019 - 08:13 - Anton Leopold

Da haben Sie sich aber richtig Mühe gegeben. "Gerne bescheinigen wir Anton Leopold, dass er stets bemüht war....."
Zwei Fragen:
warum adressieren Sie Ihren Kommentar an Thymian und mich?
Sie halten Andreas Möller also für den richtigen Mann in einem NLZ (NACHWUCHS-Leistungs-Zentrum)?

20.09.2019 - 08:13 - Anton Leopold

@Thymian und Thomas24
Horst Hrubesch hat überall Erfolg gehabt. Was er anfasste, wurde zu Gold. Als RWE-Fan habe ich einen anderen Blick auf ihn. Mit dem HSV wurde er Meister und Europapokalsieger, 1980 mit sehenswerten Toren Europameister. Seine Erfolge als Trainer sind besonders beeindruckend. Sie werden keinen Weltmeister von 2014 finden, der dem Jugendtrainer Hrubesch seinen Anteil am Erfolg absprechen würde.
Wieso eigentlich werden jemandem, der eindeutig Führungsqualitäten hat, intellektuelle Fähigkeiten abgesprochen? Weil er Dachdecker ist? Heute macht fast jeder Abitur, in den Sechzigern und frühen Siebzigern nur eine Minderheit. Wer in der Lage ist, ein eigenes Urteil zu treffen, würde sich nie eine Position anmaßen, um auf ihn herabzusehen.

Labbadia genießt in Darmstadt hohes Ansehen. Man mag ihn dort und schätzt ihn sehr. Warum der Sohn italienischer Einwanderer verhöhnt wird, ist rätselhaft.

Ich habe auch nie verstanden und werde es nie verstehen, warum Lothar Matthäus als Depp gilt. Er hat eine Schwäche für einen bestimmten Frauentyp, für Püppchen, die ein wenig sub rüberkommen und gerne teuer angezogen werden wollen - schön und gut. Aber viele Jungs denken eher mit Unterleib, wenn es um Frauen geht. Das betrifft nicht nur Matthäus. Die Natur hat das so eingerichtet, um unsere Art zu erhalten. Seine Leistung und seine Erfolge stehen für sich selbst. Als Spieler sowieso. Was er als Trainer mit den Ungarn geleistet hat, war nicht wenig. Ich erinnere an das 2:0 gegen Deutschland, als unsere nicht den Hauch einer Chance hatten. Was sich Sportjournalisten früher rausgenommen haben, wenn sie ihn zum "Loddar" gemacht haben - eine Unverschämtheit. Worin liegt eigentlich die Lebensleistung eines Sportjournalisten? Mit welchem Recht haben sich solche Menschen jahrzehntelang über Sportler erhoben? Damit meine ich nicht nur die BILD, sondern auch die frühere waz oder - ganz schlimm - die Süddeutsche, das Zentralorgan des feministischen Studienrats.

Wer in der Lage ist, sich selbst eine Meinung zu bilden, schaut auf die Leistung, schaut auf den Lebensweg und lässt neunmalkluge Schreiberlinge links liegen, wo sie hingehören. Wer Meinungen von Sportjournalisten übernimmt, trifft eine Aussage über sich selbst.

Ich schaue seit Jahren keine Spiele der "Mannschaft" mehr. Das hat mehrere Gründe. Als Essener hat man zum "Manager" seine Meinung, als Fußballer, der Jahrzehnte selbst vor den Ball getreten hat, wenn auch auf niedrigem Niveau, zu Löw auch. Einer der Hauptgründe ist aber die Langeweile und das Auftreten heutiger Profis. Ich vermisse echte Fußballer wie Toni Schumacher, Lothar Matthäus, Horst Hrubesch (der ja zugleich Handballer war), schlitzohrige Typen wie Scholl und Littbarski. Die letzten waren Schweinsteiger und Podolski. Neuer, auch wenn er vom falschen Verein kommt, hat zumindest ein robustes Auftreten gezeigt, das an Toni erinnerte. Aber Draxler? Boateng, der sich selbst zum Kapitän berufen sah, weil sein Vater aus Afrika kommt und er allein deshalb die nötigen Kompetenzen habe.
Alles kleine Einsteins, oder?

Möller ist eigentlich der erste Prototyp heutiger Fußballer gewesen. Seine Wankelmütigkeit. Seine Wechsel, die Geschichte mit der Option. Das mögen die Fans nicht. Möller engagierte sich zwischendurch für Rot-Weiss Frankfurt. Schon darüber rümpfen viele Eintracht-Fans die Nase. Als Spieler war er mit seiner Rasanz und seiner Schusstechnik oft spektakulär.

Fachlich wird er allein aufgrund seiner Erfahrung einiges können. Mit der Eintracht wird das aber nichts.

19.09.2019 - 21:36 - Thymian

@Tomas24
Treffend formuliert. Bis auf Tatsache, ob alle aufgeführten Namen von Oppermann ihre Berechtigung haben.

...und an die Adresse von "Herrn" Oppermann und seinem angesprochenem Intellekt:

Die Frage aus März 2019 ist noch nicht beantwortet:

Nun denn Gajus Julius O.!!

Kleine Quizfrage:

"Oppermann", geh du voran!
Du hast die größten Stiefel an,
dass dich das Tier nicht beißen kann.

Abgewandeltes Zitat aus …. ???

19.09.2019 - 21:18 - Tomas24

@19.09.2019 - 19:31 - Julius.Oppermann
"...... Möller gehört in die Intellektuellen-Kategorie von Fußballern wie Thon, Brehme, Matthäus, Hrubesch, Legat, Labbadia etc. und ist somit nicht der Hellsten einer."

Da Sie ja als Maßstab nur den Intellekt hier anführen und offensichtlich keinerlei Unterscheidung in Richtung auf Ehrlichkeit, Charakter, sportliche Qualifikation und andere derartige Tugenden einbeziehen, kann ich mit Fug und Recht hier sagen, es fehlt ein Name: Julius.Oppermann

19.09.2019 - 20:10 - westkurver

Wo kommt "Uschi", die Extrawurst denn jetzt überhaupt her? Hat der so lange im Schrank gehangen?

19.09.2019 - 19:31 - Julius.Oppermann

Den wichtigsten Grund haben die Ultras gar nicht genannt. Möller gehört in die Intellektuellen-Kategorie von Fußballern wie Thon, Brehme, Matthäus, Hrubesch, Legat, Labbadia etc. und ist somit nicht der Hellsten einer.