BVB ausgezeichnet

08.06.2016

Ehren-Award der Solidarfonds Stiftung

BVB ausgezeichnet

Foto: Bernd Wolsing

Bundesligist Borussia Dortmund wurde am Dienstagabend in Herten für sein soziales und gesellschaftliches Engagement mit dem Ehren-Award der Solidarfonds Stiftung NRW ausgezeichnet.

BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball nahm den Preis aus den Händen von Stiftungsvorstand Roland Kaiser im Revuepalast Ruhr entgegen. „Das Thema Nachhaltigkeit ist die leitende Zielstellung von Borussia Dortmund für die kommenden Jahre. Damit ist natürlich in erste Linie das Kerngeschäft Fußball gemeint. Aber dazu gehört es auch, dass man sich über diejenigen Gedanken macht, denen es in unserer Gesellschaft nicht gut geht“, begründete der Schlagersänger die Wahl.

Schon immer habe Borussia Dortmund seine gesellschaftliche Verantwortung wahrgenommen und soziale Einrichtungen finanziell und ideell unterstützt. Kaiser hielt vor 150 geladenen Gästen die Laudatio auf den BVB: „Der Fußball bringt die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Damit kann er einen maßgeblichen Einfluss auf unser Zusammenleben geben. In den vergangenen Jahren wurde Borussia Dortmund zunehmend als gesellschaftlich relevante und sozial handelnde Organisation wahrgenommen. Borussia Dortmund ist ein Verein für alle Alters- Bildungs- und sozialen Schichten.“ Kaiser nannte das Handeln in der Stiftung „leuchte auf“ vorbildlich. „Der BVB sorgt dafür, dass sozial benachteiligte Kinder fit gemacht werden, um bessere Perspektiven zu haben und steht für Weltoffenheit und Inklusion. Rassismus, extremistische politische Orientierung oder intolerante Einstellungen haben in einer offen Gesellschaft und natürlich auch im Stadion von Borussia Dortmund nichts zu suchen.“

Erwähnt wurden unter anderem das BVB-Lernzentrum mit dem Lernort Stadion und das Projekt Kinder- und Jugendakademie am Borsigplatz. „Es hat keinen Zweck, wenn wir in unseren Reden in den Vordergrund stellen, wie wichtig es ist, die gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu leben. Wichtig ist, dass wir es tun. Und dass wir es an der Basis tun“, bedankte sich Rauball. „Wir sind sehr stolz auf diesen Preis. Aber wir glauben, dass wir an dieser Stelle weiter machen müssen.“

Die Solidarfonds Stiftung NRW sei auf diesem Weg ein toller Partner. „Sie hat eine wertvolle Aufgabe in der Betreuung von benachteiligten jungen Menschen und im Bereich der Integration von Migranten übernommen. Unsere Tür steht für gemeinsame Projekte immer offen.“

Am Rande der Veranstaltung attackierte der Präsident des Ligaverbandes des DFB den Politiker Alexander Gauland von der AfD. „Das war eine furchtbare Entgleisung. Dafür, dass so etwas in Deutschland überhaupt nochmal so möglich war und - was noch viel schlimmer ist - auch noch gerechtfertigt wird, fehlen mir die Worte“, erklärte Rauball. „Solche Dinge werden wir immer bekämpfen. Wir müssen hier Überzeugungsarbeit leisten. Im Gegensatz zu vielen Politikern bin ich der Meinung, Menschen, die so denken, nicht auszugrenzen. Ich bin der Meinung, dass man mit ihnen diskutieren muss, um dieses Thema auch transparent zu halten.“ Gauland war in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit dem Satz zitiert worden: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“

Ohnehin würde auf diesem Feld bereits viel geleistet. „Wir haben uns in der DFL beispielsweise auch das Thema Willkommenskultur auf unsere Fahnen geschrieben. Das setzen die Vereine, nicht nur der BVB, bundesweit zusammen mit den lokalen Trägern um. Aber wir wollen auch nicht immer von einem Thema zum anderen hüpfen. Wir sehen unsere Aufgabe als eine Gesamtaufgabe für all jene, die aus der Gesellschaft eine Unterstützung benötigen und wollen das nicht nur auf eine Gruppe beziehen. Die Flüchtlinge gehören natürlich dazu.“

Rauball will die vorhandene integrative Kraft des Fußballs nutzen, ohne diese zu zerreden. „Integration über den Fußball hat gerade im Ruhrgebiet doch schon immer funktioniert. Ich selbst spiele zum Beispiel noch in einer Altherrenmannschaft meines Ursprungsvereins Eintracht Dortmund. Da spielen ein Iraner, zwei Türken, ein Grieche, ein Italiener, ein Tunesier, ein Montenegriner, ein Ukrainer und zwei Spanier. Und in der ganzen Zeit ist noch nicht einmal das Wort Integration gefallen. Sie wird einfach gelebt.“ Das zeichne den Fußball aus. „Vielmehr muss man dazu auch gar nicht sagen. Denn was natürlich ist, soll auch natürlich bleiben.“

Autor: Stefan Bunse

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