08.07.2013

SC Kapellen: Trainer

Chiquinho kommt auf Empfehlung von Bonhof

Zwischen 1997 und 2000 schnürte Alexandre da Silva, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Chiquinho“, die Fußballschuhe für Borussia Mönchengladbach.

Ab der kommenden Saison betreut der 39-Jährige den SC Kapellen-Erft, Partnerverein seines ehemaligen Klubs. Während des Barcelona-Urlaubs bekam Chiquinho, der beim Landesligisten ASV Süchteln als Tabellenführer entlassen worden war, urplötzlich eine SMS, ob er denn nicht die erste Mannschaft von Kapellen-Erft übernehmen wolle.

„Da brauchte ich gar nicht lange zu überlegen“, erklärt der ehemalige Oberhausener Spielmacher. „Wie aus der Pistole geschossen, habe ich zugesagt. Kapellen hat einen guten Namen, ist zudem ein gesunder Verein.“ Die Katze im Sack wollten die Verantwortlichen von Kapellen allerdings auch nicht verpflichten. Bei keinem Geringeren als Gladbach-Legende Rainer Bonhof holte man Informationen ein, ob der Brasilianer der richtige Mann für die vakante Trainerposition sei. Auf das positive Feedback folgte die SMS.

Chiquinho kickt nur noch zum Spaß

In der kommenden Saison möchte der Brasilianer in der Oberliga mit einer jungen Mannschaft den Klassenerhalt schaffen. Selber dabei mithelfen, wird er aber wohl nicht mehr. „Mit dem Verein ist es so abgesprochen, dass ich nicht als Spielertrainer agieren werde. Ich werde bald 40. Meine Mannschaft hat einen Altersdurchschnitt von etwa 21 Jahren. Ich bin also fast doppelt so alt. Bei dem hohen Tempo ist es in meinem Alter schwierig, mitzukommen. Ich kann nicht von meinen Jungs etwas verlangen, was ich auf dem Platz dann selbst nicht mehr umsetzen kann“, sagt Chiquinho. Aufs Kicken ganz verzichten will er allerdings nicht: „Ich kicke ja nach wie vor in der ‚Hennes-Weisweiler-Elf‘. Aber da geht es ja hauptsächlich um Spaß.“

Kapellen ist eine Herausforderung

Die Kaderplanung für die kommende Saison sei schon weit vorangeschritten, wenn nicht sogar abgeschlossen. „Ich habe hier einen bereits fertigen Kader vom Verein zur Verfügung gestellt bekommen. Mit diesem Kader möchte ich auch sehr gerne arbeiten. Schießlich bin ich gerade erst angekommen“, stellt Chiquinho keine Ansprüche. Den Abgängen von Stammspielern wie Robert Niestroj (SC West) oder Benjamin Schütz (TuRU Düsseldorf) stehen überwiegend unbekannte Neuzugänge gegenüber. So kommt Philip Erkes von den A-Junioren des 1. FC Mönchengladbach oder Can Yücel von den A-Junioren TuRU Düsseldorfs nach Kapellen.

Die erfolgreiche letzte Saison zu bestätigen, als der Verein nach dem letzten Spieltag den vierten Platz belegte, wird also ein hartes Stück Arbeit – vielleicht sogar mehr. Chiquinho freut sich jedoch auf die Arbeit mit dem jungen Kader. „Es ist eine Herausforderung, aber die nehme ich mit großer Freude an.“

Autor: Julius Augustin

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