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RWO: Tag der Schande
Spieler mussten geschützt werden

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RWO: Der Tag der Schande

Seit knapp zwei Jahren denkt man in Oberhausen, dass es nicht mehr schlimmer werden kann. Am Dienstagabend hat man einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Und das nicht nur sportlich, wo es den zweiten Offenbarungseid in vier Tagen zu bestaunen gab. Es war etwa 21.05 Uhr, als das Gerücht die Runde machte, sollten die Oberhausener das Pokalspiel gegen Hönnepel-Niedermörmter verlieren, dann gibt es einen Platzsturm der Fans. Um das zu bestätigen, machten sich kurz nach Beginn der zweiten Hälfte etwa 50 RWO-Anhänger auf den Weg zum Absperrzaun, der in Oberhausen nur etwa 1,40 Meter hoch ist und setzten die in der ersten Hälfte bereits begonnen Unmutsäußerungen gegen die eigene Mannschaft fort.

"Außer Terra könnt Ihr alle gehn", "wir sind Rot-Weiße und Ihr nicht". Es wurde die ganze Palette der verbalen Attacken bedient. RWO-Präsident Hajo Sommers tummelte sich zu dem Zeitpunkt mitten unter den Fans, um die Lage zu beruhigen. Allerdings ohne Erfolg. Spätestens als das 1:2 aus Sicht der Oberhausener fiel, brachen kurzzeitig alle Dämme. Einige Zuschauer drangen in den Innenraum ein, ein Besucher wurde festgenommen, der Rest wurde zum Glück schnell wieder hinter den Zaun verfrachtet. Nachdem die Polizei hinzugezogen wurde, konnten zumindest im Innenraum weitere Übergriffe verhindert werden.


"Das war der absolute Tiefpunkt, seit ich bei RWO bin", gab Vorstandsmitglied Thorsten Binder nach dem Abpfiff zu. Bisher dachte man, die Situation wäre mit den Fans immer intern zu lösen. An diesem Dienstag kam alles anders. Die Anhänger kamen auch nach dem 2:2 nicht zur Ruhe. Und als klar war, dass RWO gegen einen Sechstligisten die Segel streichen musste, ging es weiter. Die Mannschaft musste verbarrikadiert werden. Erst in der Kabine, später im Aufenthaltsraum, den einige der Anhänger versuchten über Umwege einzunehmen. Das Stadion Niederrhein wurde zum Fort Niederrhein. Innen wurde die Mannschaft beschützt, außen durfte niemand den Vorplatz verlassen.

Der 8. Mai 2012 hat bei RWO vieles verändert

Überall verteilten sich die RWO-Verantwortlichen und versuchten der Situation Herr zu werden. Hier Sommers, da Binder, später kam auch Coach Mario Basler hinzu. Ihm gelang es schließlich mit seiner unaufgeregten Art, den Dialog in geregelte Bahnen zu lenken. Aber zu dem Zeitpunkt stand längst fest: Dieser Tag hat vieles verändert bei RWO. Wie die Reaktionen der Verantwortlichen aussehen, das steht noch nicht fest. Ob es nach den Vorfällen Rücktritte gibt, auch nicht. Solche Überlegungen werden aber sicher angestellt. Binder: "Diese Überlegung war bei mir sowieso da. Ich muss jetzt einmal ganz tief in mich gehen und schauen, wie die Geschichte weiter geht."

Der 8. Mai 2012 wird in einigen Jahren nicht als die Pokalschande in Erinnerung bleiben. Wohl aber als der Tag, als sich bei den Fans der Frust der letzten Jahre entlud. Und an dem etwas in Gang gesetzt wurde, dessen Ende aktuell noch nicht absehbar ist...

RWO: Der erste Abgang ist offiziell
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JohnnyWalker 2012-05-09 14:07:07 Uhr
Thorsten Binder und Hajo Sommers können gar nichts dafür wie es momentan bei RWO läuft.Aus meiner Sicht sind das die einzigen die man aus dem kompletten Vorstand behalten sollte.Gieske hat mit Kontny zusammen dafür gesogt das in Oberhausen alles mit dem Ar... umgestoßen wurde was H.G.Bruns,J.Luginger,Binder und Sommers aufgebaut hatten.Aber so kann es kommen wenn Leute das Ruder übernehmen die vom Profifußball keine Ahnung haben.

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