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Union lebt Herthas Traum - Freiburg dank Grifo-Gala weiter

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DFB-Pokal: Union lebt Herthas Traum - Freiburg dank Grifo-Gala weiter
Foto: firo

Berlins Hoffnungen auf ein Final-Heimspiel im DFB-Pokal ruhen auf Union. Auch der SC Freiburg ist weiter.

Der Bundesligist gewann am Mittwochabend das prestigereiche Achtelfinal-Derby beim Stadtrivalen Hertha BSC verdient mit 3:2 (1:0) und zog wie zuletzt in der Saison 2019/20 in die Runde der letzten Acht ein.

Zu Unions neuen Derby-Helden wurden Andreas Voglsammer und Robin Knoche. Angreifer Voglsammer sorgte artistisch für die Führung der Gäste (11.), beim Eigentor von Niklas Stark (50.) setzte er den Herthaner unter Druck. Knoche (55.) konterte Herthas zwischenzeitlichen Anschlusstreffer von Suat Serdar (54.) umgehend. Das 2:3 erzielte ebenfalls Serdar (90.+4).

„Wir haben hochverdient gewonnen und sind jetzt richtig kaputt“, sagte der Unioner Max Kruse in der ARD. „Wir haben Musik in der Kabine und werden noch ein bisschen feiern.“

Im Viertelfinale stehen die Chancen auf ein Weiterkommen angesichts des Scheiterns vieler Favoriten gut. Hertha, das auch das zweite Saisonduell mit den Köpenickern verlor, ist die Zuschauerrolle beim Endspiel am 21. Mai im heimischen Olympiastadion dagegen wieder einmal vorzeitig sicher. Auch den Status der Nummer eins in Berlin haben die Blau-Weißen an die auch in der Liga enteilten Unioner abgegeben.

Echte Derby-Atmosphäre kam vor nur 3000 Veranstaltungsteilnehmern im Olympiastadion - dazu zählten rund 2200 Fans - nicht auf. Brisant war die Begegnung für beide Mannschaften dennoch. „Das ist das, wofür du auf den Bolzplätzen rumgekickt hast“, hatte Herthas Geschäftsführer Fredi Bobic im Vorfeld gesagt. Union-Kapitän Christopher Trimmel, der zunächst nur auf der Bank saß, meinte: „Das ist praktisch ein Finalspiel.“

Union ließ Taten folgen und begann mit viel Selbstvertrauen. Kruse und Voglsammer kamen nur Sekunden nach dem Anpfiff zu ersten Abschlüssen. In der Folge zwangen die Gäste Hertha mit frühem Pressing zu Fehlern, das Team von Trainer Tayfun Korkut hatte große Probleme im Spielaufbau und war defensiv anfällig. Vor dem ersten Gegentor enteilte Kruse über den linken Flügel, seine Flanke verwandelte Voglsammer sehenswert im Fallen.

Union blieb die bessere Mannschaft. Das Team von Coach Urs Fischer verschob diszipliniert, ließ kaum Räume zu und drängte Hertha weit in die eigene Hälfte. Das spielerische Übergewicht war deutlich - und ermunterte auch die 200 Union-Fans im Gästeblock. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, sangen sie.

Vor einem weiteren Rückschlag bewahrte Hertha Videoassistent Robert Kampka, der eine Handelfmeter-Entscheidung von Referee Deniz Aytekin korrigierte (32.). Hertha gab dies Aufwind, bis zur Pause tauchten die Gastgeber mehrfach im gegnerischen Strafraum auf.

Nach dem Seitenwechsel wurde das Derby den Erwartungen zunehmend gerecht, auch, weil sich Hertha etwas freispielte und über die Außen Chancen kreierte. Das große Manko der Blau-Weißen blieb das Defensiv-Verhalten. Stark grätschte den Ball bei einem missglückten Abwehrversuch ins eigene Tor, bei Knoches Treffer stimmte die Zuordnung nicht.

Auch Freiburg dank Grifo-Gala weiter

Derweil darf der SC Freiburg nach einer furiosen Torparade immer heftiger vom ersten DFB-Pokalfinale der Klubgeschichte träumen - Berlin ist für die Breisgauer nur noch zwei Siege entfernt. Angeführt vom Ex-Hoffenheimer Vincenzo Grifo gewann der SC das badische Duell im Achtelfinale 4:1 (2:0) beim Bundesligarivalen TSG Hoffenheim.

Grifo in der 10. und 36. Minute (per Handelfmeter) Minute sowie Kevin Schade (55.) und Ermedin Demirovic (68.) trafen für die Freiburger, die zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder in die Runde der besten Acht eingezogen sind.

Der Tabellenvierte aus Hoffenheim muss hinsichtlich seiner Europacup-Hoffnungen auf die Liga bauen. Daran änderte auch das Freiburger Eigentor durch Nico Schlotterbeck (53.) nichts.

Vor 500 zugelassenen Zuschauern dominierten die Gäste die Anfangsphase. Die Freiburger, bei denen Stammtorwart Mark Flekken und Abwehrchef Schlotterbeck nach ihren überstandenen Corona-Infektionen in der Startelf standen, hatten das zurückliegende 1:5 in der Liga bei Borussia Dortmund gut verarbeitet.

Die Führung durch den Ex-Hoffenheimer Grifo nach Vorarbeit von Lucas Höler fiel nicht überraschend. Die Hoffenheimer, deren Stürmerstar Andrej Kramaric auf der Ersatzbank saß, wirkten unkonzentriert und leisteten sich zahlreiche Fehler.

In der 23. Minute hätte der agile Höler eigentlich von den eklatanten TSG-Schwächen profitieren müssen. Der Angreifer vergab aber aus kurzer Distanz die große Chance auf den zweiten SC-Treffer.

Die Gastgeber, die ohne Florian Grillitsch, Ermin Bicakcic, Marco John, Pavel Kaderabek, Diadie Samassekou, Robert Skov und Mijat Gacinovic auskommen mussten, kamen erst nach einer knappen halben Stunde etwas besser in die Partie.

Der Aufwärtstrend wurde allerdings jäh durch das Handspiel von Ihlas Bebou im eigenen Strafraum gestoppt. Schiedsrichter Robert Schröder (Hannover) entschied auf Strafstoß. Im Gegensatz zum Ligaspiel zwischen beiden Teams vor knapp sechs Wochen in Freiburg (1:2) traf Grifo diesmal vom Punkt. Die TSG war mit dem Zwei-Tore-Rückstand zur Pause noch gut bedient.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs kam Kramaric, Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß setzte auf bedingungslose Offensive mit vier Stürmern. Der SC wurde in die Defensive gedrängt. Georginio Rutter (48.) und Kramaric (50.) hatten erste Möglichkeiten, bevor Schlotterbeck ins eigene Tor traf.

Postwendend stellte Schade den alten Abstand wieder her. Im Anschluss erhöhten die Hoffenheimer noch einmal die Schlagzahl und hatten mehrmals den Anschlusstreffer vor Augen. Das Tor markierte allerdings Demirovic bei einem Konter auf der Gegenseite.

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