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Quo vadis, KFC Uerdingen? So reagiert die Liga

(24) Kommentare
Regionalliga: Qua vadis, KFC Uerdingen? So reagiert die Liga
Foto: firo

Ob der KFC Uerdingen am 1. Spieltag, 14. August, bei Rot-Weiß Oberhausen antreten wird, steht immer noch nicht fest. So reagiert die Regionalliga West auf die ungewisse Lage.

Hajo Sommers, Präsident von Rot-Weiß Oberhausen:

"So langsam fängt es an, schräg zu werden. Wir müssen ja auch das Ereignis planen. Stand heute wären 5000 Zuschauer zugelassen. Unser VIP-Raum wird geöffnet sein. Wir müssen Getränke, Bratwürste, separate Speisen für die VIPs bestellen oder den Securitydienst engagieren. Das sind alles Kosten, auf denen wir bei einer kurzfristigen Spielabsage sitzen bleiben würden. Im schlimmsten Fall würden wir wohl 12.000 bis 15.000 Euro investieren und verlieren. Ich hoffe, dass wir spätestens bis Montag, 2. August, etwas vom KFC hören und wissen, was Sache ist."

Im schlimmsten Fall würden wir wohl 12.000 bis 15.000 Euro investieren und verlieren

Hajo Sommers, RWO-Präsident

Alexander Müller, Geschäftsführer des SV Rödinghausen:

"Für die Planbarkeit der Liga ist es natürlich nicht optimal. Die Frage ist, ob sie denn überhaupt teilnehmen und dann noch ob sie die Saison auch durchhalten. Wir hatten das vor wenigen Jahren mit Wattenscheid. Da ist die SG angetreten und musste noch vor Weihnachten zurückziehen. Das ist dann natürlich unglücklich. Keiner weiß, wie viele Heimspiele haben wir, wie machen wir das mit den Dauerkarten, was ist mit der Auswärtsplanung in Krefeld und eventuellen Übernachtungskosten. Die Strukturen sind aber eben so, dass man lediglich eine Kaution beim Verband hinterlegen muss. Das ist dann vielleicht auch eine Strukturfrage, die man angehen sollte, um solche Situationen, wie die des KFC Uerdingen, in Zukunft zu vermeiden. Es ist natürlich sehr schade für diesen Traditionsklub. Der KFC wäre normalerweise eine Bereicherung für die Liga. So ist es aber für alle Vereine, inklusive des KFC, nicht optimal."

Wir hatten das vor wenigen Jahren mit Wattenscheid

Alexander Müller, SVR-Geschäftsführer

Hanns-Jörg Westendorf, Präsident von Fortuna Köln:

"Es tut mir sehr leid für den KFC Uerdingen. Sie hätten durchaus etwas anderes verdient. Am Ende haben sie sich einige Jahre erkauft durch vermeintliche Investoren, die wieder weg sind. Jetzt stehen sie wieder vor einem Scherbenhaufen. Bei uns war das mal ähnlich, als uns der Investor verlassen hat. Wir waren aber so gut strukturiert, dass wir das mit vereinten Kräften meistern konnten.

Beim KFC ist das anders, sie beginnen bei Null. Ich sehe da keine Perspektive, so ehrlich muss ich sein. Die haben ja nichts: kein Stadion, keine Mannschaft, keine Trainer, die Liste könnte ich so fortführen. Der KFC Uerdingen sollte für jeden Verein, der unbedingt hoch will und dafür volles Risiko mit Investoren geht, ein warnendes Beispiel sein. So etwas klappt, drei, vier, vielleicht auch sechs Jahre. Aber dann platzt die Bombe, das ist immer ein Pulverfass. Ein Investor kann, wenn überhaupt, erst in der Bundesliga Geld verdienen. Alle anderen Ligen sind für ihn uninteressant und da wird der Geldgeber auch von Jahr zu Jahr unruhiger, wenn es nicht nach dem Plan geht."

Ich sehe da keine Perspektive, so ehrlich muss ich sein. Die haben ja nichts: kein Stadion, keine Mannschaft, keine Trainer, die Liste könnte ich so fortführen

Hanns-Jörg Westendorf, Fortuna-Präsident
.

Marcus Uhlig, Vorstandschef von Rot-Weiss Essen:

"Zunächst einmal: Die Entwicklung beim KFC Uerdingen in den letzten Jahren hat für mich eindrucksvoll bewiesen, welche Risiken darin stecken, den ganzen Klub in die Abhängigkeit eines fragwürdigen Geldgebers zu legen. Das, was in Uerdingen passiert ist, wünsche ich keinem Verein. Das war und ist ein Albtraum für alle, die es gut meinen mit dem KFC, für das gesamte Umfeld und für die vielen treuen Fans.

Ich habe großen Respekt vor dem neuen Vorstand und allen Mitarbeitern und Helfern, die allesamt ehrenamtlich gerade in einer ganz schwierigen Situation Verantwortung übernommen haben. Aus Sicht der Liga vermisse ich im Fall KFC Uerdingen aktuell allerdings jegliche Transparenz. Zudem hätte es zwecks besserer Planbarkeit für alle eine auf einen wesentlich früheren Zeitpunkt befristete Entscheidungs-Verbindlichkeit gebraucht.

Hier reden wir über eine Umsatz-Größenordnung von ca. 200.000 Euro nur bei uns. Dahinter steckt also wesentlich mehr als nur mal eben kurz den Spielplan anzugleichen.

Marcus Uhlig, RWE-Vorstandschef

Schafft Uerdingen es noch, pünktlich zum Saisonbetrieb sportlich, administrativ und wirtschaftlich einen stabilen Spielbetrieb zu organisieren? Eine konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen? Die Saison durchzuhalten? Haben Mannschaften, die zu Saisonbeginn gegen Uerdingen spielen, einen Wettbewerbsvorteil? All das sind die Themen, die natürlich alle anderen Vereine in der Liga derzeit bewegen. Haben wir 18 oder 19 Heimspiele? Das sind Fragen mit zum Teil weitreichenden Auswirkungen auf unsere Planungen.

Hier reden wir über eine Umsatz-Größenordnung von ca. 200.000 Euro nur bei uns. Dahinter steckt also wesentlich mehr als nur mal eben kurz den Spielplan anzugleichen. Hier brauchen alle Beteiligten schnell Klarheit. Ich wünsche dem KFC vom ganzen Herzen, dass all die aufgeworfenen Fragen mit „ja“ beantwortet werden können."

Michel Niemeyer (links) spielte in der 2. Liga mit dem SV Wehen-Wiesbaden bereits gegen Manuel Riemann vom VfL Bochum.
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KOMMENTARE

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RWE1907 Essen 2021-07-28 15:45:13 Uhr
Ich gehe mal davon aus dass der letzte heute oder morgen das Licht ausschaltet beim KFC
Wupperstolz 2021-07-28 15:46:16 Uhr
Die Uerdinger sollten sich jetzt endlich aus der Regionalliga zurückziehen, da man immer noch nicht weiss ob sie überhaupt eine Mannschaft zusammenbekommen.
RWEimRheingau 2021-07-28 16:15:00 Uhr
Schade um den Verein KFC und seine Anhänger!
Hier spiegelt sich die Inkompetenz des Verbandes mit seinen unzureichenden und antiquierten Strukturen, insbesondere was wirtschaftliche Voraussetzungen für die Zulassung der Vereine in der Liga angeht.Der KFC gehört bei den jetzt bekannten Voraussetzungen und Möglichkeiten höchstens in die Oberliga und selbst da würde es nach dem Iststand zu urteilen nicht reichen.
Onkel Fritz 2021-07-28 16:30:14 Uhr
Völlig utopisch, dass da noch rechtzeitig positive Meldungen zu erwarten sind. In 17 Tagen startet die Liga; alle Teams weilen mittlerweile mit ihrn Stammkadern im Trainingslager, haben die Schweineeinheiten erfolgreich hinter sich und arbeiten jetzt am Feinschliff. Selbst wenn in den nächsten Tagen ein Trainer und ein Kader (hier sehe ich noch am ehesten die VDV - Kicker von unserem WSV - Sportvorstand Peter N. als Notnagel) präsentiert werden kann, wird dieser nicht vor der Rückrunde ansatzweise wettbewerbsfähig sein. Das ist aber nur die sportliche Seite. Diese wird vermutlich aufgrund der wirtschaftlichen Themen gar nicht erst näher zu betrachten sein... Schade und unverständlich zugleich, dass so eine durchsichtige Vorgehensweise nicht vor Lizenzerteilung mit der Forderung einer Bürgschaft abgesichert wurde.
Preußen_Willy 2021-07-28 16:45:04 Uhr
Mir tut es nur für die KFC-Anhänger Leid, die sich schon immer gegen Ponomarev gestellt haben (so wenige waren das ja auch nicht). Die Befürworter dieses Geschäftsmodells, die nach meinen Beobachtungen auch teils großkotzig daherkamen, gönne ich es.
Red-lumpi 2021-07-28 16:50:21 Uhr
Sollte der KFC es schaffen, doch mit einer Mannschaft in die Saison zu starten und mitten in der Saison auf einmal fest gestellt wird, das es finanziell doch nicht reicht und abbricht, sollten alle Vereine, die einen finanziellen Nachteil haben, den Verband bis auf den letzten fälligen Cent verklagen.....!!!
thokau 2021-07-28 16:59:58 Uhr
Es ist einfach, jetzt Ponomarev als den allein Schuldigen hin zu stellen!
Aber ich bin davon überzeugt, daß auch der KFC Versprechungen gemacht hat, die letztlich nicht eingehalten wurden!
Schließlich ist der Verein mit dem Geld von Ponomarev in kurzer Zeit bis in die dritte Liga aufgestiegen, aber allein die Tatsache, daß das Stadion bis Heute nicht tauglich für die vierte Liga ist, zeigt, daß sowohl die Stadt als auch der Verein die Hausaufgaben zu keinem Zeitpunkt des Engagements von Ponomarev gemacht haben!
Die Stadt läßt den Verein doch auch jetzt im Stich, da hätte sich mit großer Sicherheit jeder Investor zurück gezogen!
Shels 2021-07-28 17:18:39 Uhr
"Schade um den Verein KFC und seine Anhänger!" Eindeutig nein. Man hat von Mitglieder und Fanseite gerne die Sonnenstrahlen des Alleinherschers mitgenommen. Nun müssen sie bereit sein die Zeche zu zahlen. Und als Essener wäre ich besonders erbost, weil man mir eine Chance auf die dritte Liga geklaut hat.
Jawattenn 2021-07-28 17:30:36 Uhr
Könnte nicht Bergisch Gladbach den eventuell frei werdenden Platz einnehmen, vorausgesetzt, sie könnten das noch stemmen in so kurzer Zeit.
ProfessorX 2021-07-28 19:26:52 Uhr
Tradition?

Was hat den der Begriff Tradition mit einer ehemaligen Werkself zu tun. Für meine Begriffe hat jeder x-beliebige echte e.V. mit Vorkriegsgründungsdatum mehr Tradition aufzuweisen. Das sage ich, der auf Tradition alleine keinen Wert legt.

Aber um Planungssicherheit für alle Betroffenen sicherzustellen, rate ich den KFC in die Kreisliga zu versetzen und neustarten zu lassen.
Dann können sie mal zeigen ob sie mit "Tradtion" eine solide Basis schaffen können.
So wie jetzt, ist der Club einfach verbrannt.
nico_r 2021-07-28 19:31:43 Uhr
@thokau: Natürlich trägt der adipöse, ungepflegte Schwätzer die Hauptschuld! Er hat 97,5% der Anteile, der "Entertainment GmbH", gehalten. Er hatte das "Konzept" für die 2.Liga. Wenn man aber keine Ahnung hat und sich mit Leuten umgibt, die noch weniger Ahnung haben (Weinhart und Co.) und zusätzlich die Mitglieder jeden Müll mit Beifall unterstützen, ohne mal
die Sinnhaftigkeit zu hinterfragen, passiert genau das!

Die Stadt hat, mit der Stadion GmbH, die der adipöse, ungepflegte Schwätzer, hat platzen lassen, alles richtig gemacht.

Die 10 Mio.€ Schulden kommen nicht von ungefähr. Viele Gläubiger (Mitarbeiter, externe Firmen, Finanzamt, Krankenkassen...) haben ihr Geld
nicht bekommen, die solltem einem leid tun.

Danke MP! Strahlkraft pur!
Heilung gefällig?....Ein Kurs in Wundern...das Buch...traut euch :-)
12.Mann v. Kleeblatt 2021-07-28 19:52:56 Uhr
RWO ./. 15.000,- €
RWEs ./. 200.00,- €

= 1333 % größerer Schaden des Deutschen Meisters, Coweltmeisters, Allzeitfavoriten aller Klassen, und nur 2. im Einwohnerranking des Reviers
vs. Underdog
RWEimRheingau 2021-07-28 20:04:45 Uhr
Ein intelligenter Beitrag vom 12. Mann von wer weiß was ich denn, passt zu ihm!
Schnapper202 2021-07-28 20:18:14 Uhr
12.Mann: richtig lesen. Euer Hajo spricht von Kosten und Uhlig von Umsatz.

Ich hab das schon an anderer Stelle geschrieben, der Verband muss dafür haftbar gemacht werden, da das hier doch abzusehen war.
am Zoo 2021-07-28 21:18:27 Uhr
Das ist ALLES ein Witz!!!!
Absolut unfähig der DFB Abteilung Niederrhein!!!!!
Jünther, Jötz und Jürgen 2021-07-28 22:14:29 Uhr
Heute müssen wir den Beitrag von nico_r unsere 100 %ige Zustimmung vermachen.

So kann man die Entwicklung in Krefeld zusammenfassen. Schön ist, dass ein solches Szenario sich in anderen Vereinen nicht wiederholen lässt. Dank einer ordentlichen Fan- und Mitgliedergemeinde.
Superlöwe 2021-07-29 16:56:05 Uhr
Jetzt macht den Schuppen endlich dicht
Carlos Valderrama 2021-07-29 17:35:34 Uhr
Hier ist falsches Mitleid fehl am Platz.

Der KFC hat sich diese Situation 100% selbst eingebrockt. Durch oftmals die Grenze zum Betrug überschreitende Mittel haben sie sich kurzfristigen Erfolg ermogelt, von dem absolut jeder wusste, dass er nicht Nachhaltig sein wird.
Durch das Finanzierungs-Gemogel von MP wurden sich Aufstiege erzwungen, die auf Kosten von anderen, seriöser geführten Vereinen (= praktisch allen anderen) gingen.
Die KFC Anhänger, die ich erlebt habe, haben dabei praktisch alles abgenickt und gut gefunden, auch wenn ein Blinder sehen konnte, dass es alles Gaunerei ist. Lediglich in den ersten Wochen gab es etwas Gemaule, weil ein paar verdiente Leute billig abserviert wurden, danach lagen alle MP zu Füssen.

Es ist also nicht unmoralisch, sondern im Gegenteil, moralisch ist es erforderlich dass die Rechnung nun auch bezahlt wird, die der KFC sich eingebrockt hat.
Unholt 2021-07-29 18:23:00 Uhr
Es ist doch für die Zukunfsplanungen des Vereins gut eine RL Saison zu spielen und mit einen billigen "Schrottkader" alles zu verlieren, um dann ein Jahr Vorbereitung/Planung zu nutzen, damit man in der Oberliga neu durchstarten kann. Welche Regel spricht dagegen? Warum soll sich der Verein in die Oberliga zurückziehen? Dann hat man doch trotzdem das gleiche Problem und verliert noch zusätzlich eine Spielklasse, weil man da doch wahrscheinlich auch absteigt. Manchmal sollten einige hier nachdenken, bevor sie in die Tasten hauen. Wenn die Krefelder Bock haben, können sie auch eine Thekentruppe kurz vor Start zusammenstellen.
Unholt 2021-07-29 18:31:53 Uhr
Nachtrag...
Wenn ich im Verein das sagen hätte, würde ich einen Fanaufruf starten und Diesen die Chance bieten, als Spieler des Vereins aufzukaufen. Dann würde ich 200 Spieler melden und jede Woche eine andere Elf aufstellen. Unter dem Motto "Fans tun alles für den Verein" oder so etwa. Das kostet kaum Geld und die Spieltage sind gesichert. Das wäre einmalig und schweißt den Klub und die Fans zusammen. Im Hintergrund werden dann alle Strukturen für den Neuanfang geplant und umgesetzt.
Unholt 2021-07-29 18:33:34 Uhr
...aufzukaufen... Scheiß T9
Unholt 2021-07-29 18:34:50 Uhr
aufzulaufen natürlich
Oldschool 2021-07-29 22:17:03 Uhr
Wo ist dieser erbärmliche Verband ???
Warum äussert sich da niemand ?
Haben die sich schon alle aus dem Staub gemacht, weil die wissen,was die fürn Mist gemacht haben ?
Ich bin einfach nur noch sprachlos, was diesen korrupten drecks Verband angeht.
Platzwart_sein_sohn 2021-08-01 19:33:49 Uhr
@Unholt

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